Zu viele Strafminuten

Iserlohn Roosters meistern DEL-Start mit Bravour

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Roosters-Goalie Mathias Lange sicherte seinem Team in Nürnberg mit einer starken Leistung einen Punkt.

Iserlohn - Enttäuschung nach vier Ligapunkten zum Start der Deutschen Eishockey Liga (DEL). Eine solche Einstellung muss man sich leisten können. Mathias Lange hatte damit kein Problem. „Wir haben einen Punkt in Nürnberg geholt, wollten aber eigentlich hierher fahren, um die Partie für uns zu entscheiden“, so der Goalie der Iserlohn Roosters nach dem 2:3 im Penaltyschießen am Sonntag.

Langes Worte zeugen von Selbstvertrauen. Fakt ist, die Sauerländer haben den schweren Saisonstart gegen Krefeld und bei starken Nürnberg Ice Tigers mit Bravour gemeistert. Dabei schadeten sich die Iserlohner selbst mehr als der Gegner. Grund dafür sind die unzähligen vergebenen Torchancen des gesamten Wochenendes. Ob gegen die Pinguine oder bei den Nürnbergern, das komplizierte Offensivspiel der Blau-Weißen hat klarere Erfolge verhindert.

Statt wie im vergangenen Jahr einfach und schnörkellos zum Abschluss zu kommen, scheint die Steigerung der spielerischen Qualität Einfluss auf den Abschluss-Gedanken zu haben. „Wir hätten einfach öfter und schneller mit Torschüssen unsere Angriffe abschließen müssen“, unterstreicht denn auch Cheftrainer Jari Pasanen.

Kritik dürfte der Finne nach einem fairen Spiel am Freitag vor allem an der Zahl der Strafminuten üben. „Nürnberg dreht die Partie, weil wir zwei Unterzahlsituationen haben, ansonsten passiert das alles vielleicht gar nicht“, sagt er beim Blick auf die unnötigen Stockschläge im Sonntagsspiel. Strafen, so denkt Pasanen, muss man manchmal nehmen, nur die, die unnötig sind, da sie keinem übergeordneten Zweck, wie der Verhinderung einer Chance dienen, die gelte es zu verhindern. 37 Strafminuten in Nürnberg sind in diesem Kontext für ihn zu viel.

Ansonsten hat der Chefcoach wenig auszusetzen an diesem Wochenende. Sein Torhüter, Mathias Lange, präsentierte sich in Bestform, half mit seinen überragenden Paraden dabei, vier Punkte einzufahren. Seine Defensive, obwohl teils mit unnötigen Fehlern, kassiert nur vier Gegentreffer, nur zwei davon nur aus dem Spiel „Fünf-gegen-Fünf“. All das passte gut zusammen.

Die Fans waren aber nicht nur begeistert von den Punkten, sondern auch von der kleinen Zeremonie am Freitagabend, die die sportliche Lebensleistung der Ex-ECD-Spieler Brüggemann und Schauhoff ehrte. Die Tränen in den Augenwinkeln beider Spieler und der außergewöhnliche Applaus von 5 000 Fans am Seilersee sprachen Bände.

„Es war an der Zeit für diesen Brückenschlag, weil wir alle ihn brauchten, wollten und jetzt besonders genossen haben. Ich freue mich besonders für die beiden Herren, sie haben es sich verdient als erste für ihr Eishockey-Leben geehrt zu werden“, so Clubchef Wolfgang Brück. - MiHei

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