„Endspiel“ um Rang fünf

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Erstes „Endspiel“ um Platz fünf: Chad Bassen und die Iserlohn Roosters gastieren heute Abend in Düsseldorf und wollen nach der peinlichen Pleite in Straubing einen großen Schritt Richtung Playoffs machen.

Iserlohn - Dass es Zeiten gibt, in denen man mit Angstgegnern zu kämpfen hat, ist eigentlich kein Problem. Krefeld war so ein Team, mit dem die Iserlohn Roosters über Jahre ihre Probleme hatten, während andere Teams ganz einfach ihre Punkte sammelten. Straubing ist spätestens seit dieser Saison auch ein Angstgegner der Roosters – allerdings nicht der niederbayrischen Leistungsfähigkeit wegen, sondern wahrscheinlich aufgrund der Iserlohner Überheblichkeit.

Von Mirko Heintz

„Wieder hat mancher gedacht, dass das hier ein Selbstläufer werden könnte“, grantelte ein sichtlich verärgerter Cheftrainer Jari Pasanen. Der Finne suchte nach Worten, um zu beschreiben, warum seine Mannschaft auch das zweite Auswärtsmatch der Saison beim Tabellenvorletzten vergeigte. „Nicht alle Jungs haben ihre echte Leistungsfähigkeit abgerufen. Dafür fehlt mir tatsächlich die Erklärung“, wütete Pasanen. Zweiter Grund für den unübersehbaren Frust: Pasanen und sein Assistent Jamie Bartman hatten ihre Jungs intensiv in die taktischen Finessen des Straubinger Spiels eingewiesen, wussten um die Klasse im Powerplay und forderten vergeblich Disziplin. Drei unnötige Strafen nahmen seine Spieler, allesamt in der Defensive. „So etwas darf uns einfach nicht passieren, wir müssen diese Hinausstellungen unbedingt vermeiden. Das ist absolut kontraproduktiv“, sagte auch Goalie Mathias Lange, der zwei Überzahltreffer hinnehmen musste. Letztlich waren es drei verschenkte Punkte, die aufgrund der Ergebnisse der Konkurrenten geholfen hätten, die Viertelfinalchance zu erhöhen, vielleicht sogar schon die Pre-Playoffs zu sichern.

Fünf Spieltage vor Ende der DEL-Hauptrunde haben die Kufencracks vom Seilersee 13 Punkte Vorsprung vor den Haien aus Köln und den Pinguinen aus Krefeld. Bei einem Sieg am Dienstagabend ab 19.30 Uhr im Westderby bei der Düsseldorfer EG und einer gleichzeitigen Niederlage einer der beiden anderen Westrivalen wäre der erste Meilenstein erreicht. Gerade die Düsseldorfer aber haben mit einem Heimsieg gegen Wolfsburg die Blau-Weißen in der Tabelle überholt, es kommt also zu einem echten kleinen „Endspiel“ um Rang fünf, auch wenn die Berliner Eisbären den beiden Mannschaften auf den Fersen bleiben. Der Rückblick: Auch nach der letzten Pause brauchten die Iserlohner Zeit wieder in Tritt zu kommen, hatten, trotz Sonderzug-Sieg in Augsburg, die einzige Mini-Krise der Saison.

Wen Cheftrainer Pasanen in der Landeshauptstadt ins Match schicken wird, könnte ihn auf der Rückfahrt aus Straubing lange beschäftigt haben. Derek Whitmore, der sein erstes Match nach sechswöchiger Pause machte, lief viel, es fehlte ihm aber, wenig verwunderlich, an der Bindung an Raedeke und Macek. „Ich hatte das Gefühl, dass es ein guter Start war, auch wenn das Ergebnis nicht gepasst hat“, so der US-Amerikaner.

Ein weiteres Sorgenkind heißt Cody Sylvester. Der Neuzugang aus Kanada macht zwar keine Fehler, bleibt aber auch im Positiven völlig unsichtbar, könnte deshalb zum Streichergebnis werden. Zumal hinter Sylvester ein dickes Fragezeichen steht. Wegen anhaltender Schulterprobleme unterzog sich der Neuzugang noch am Montag einer Kernspintomographie. Sollte nichts Gravierendes gefunden worden sein, wird Sylvester aber wohl in Düsseldorf auf dem Eis stehen.

Eigentlich zu gut für die Tribüne ist zwar Marko Friedrich, der am Sonntag auch aufgrund seiner Knöchelverletzung pausieren musste. Ob Iserlohns Nummer 67 im Westderby aber wieder an Bord sein kann, bleibt laut Pasanen, der in einer Mannschaftssitzung am Montag nochmals ausführlich die Fehler aus Straubing ansprach, bis kurz vor der Partie offen. Klar ist hingegen, dass neben dem langzeitverletzten Jeff Giuliano auch Collin Danielsmeier wegen Problemen an der Schlaghand nicht spielen wird.

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