Eishockey

Weichenstellung für den großen Schnitt

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Viel Grund zum Jubeln hatten die Anhänger der Iserlohn Roosters in dieser Saison wahrlich nicht. Möglicherweise kommt’s am Seilersee nun zum großen Schnitt.

Iserlohn – Mancher würde es als Auflösungserscheinung beschreiben, was da gerade am Seilersee passiert. Der Club selbst empfindet es wahrscheinlich eher als folgerichtig: Als Tabellenletzter sind die Iserlohn Roosters derzeit in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) unterwegs.

Eine Tatsache, die für gewöhnlich nicht dazu beiträgt, dass das Interesse an Vertragsverlängerungen mit einem Großteil der aktuellen Mannschaft besonders groß ist. Vielleicht auch deshalb ist die Erklärung von Jamie Bartman, den Verein nach Saisonende verlassen zu wollen, ebenfalls wenig überraschend.

Der 56-Jährige macht deutlich, dass er bereits seit dem Sommer darüber nachgedacht habe, sich grundsätzlich neu zu orientieren. Das hatte einerseits natürlich mit der Tatsache zu tun, dass die Roosters ihm anders als in den letzten Jahren tatsächlich kein Angebot zu einem frühen Saisonzeitpunkt gemacht haben. Andererseits, dass Bartman auch jetzt gebeten worden ist, sich vordringlich auf die Arbeit mit der aktuelle Mannschaft zu konzentrieren, anstatt sich an der Zusammenstellung der neuen zu beteiligen.

Allesamt nur Mutmaßungen, die ins Bild passen. Sicher aber nicht verwerflich, würden sich die Verantwortlichen am Seilersee tatsächlich zum großen Schnitt entscheiden. Auf die Frage, ob die Roosters schon dabei sind, einen neuen Trainer zu suchen, hält sich Clubchef Brück zurück. Er möchte das gar nicht vertiefen, sich schon gar nicht auf eine Beschreibung des Anforderungsprofils einlassen. „Wir haben den Zeitplan ja vorgegeben. Wir werden alle Themen auf der Gesellschafterversammlung Ende Februar angehen. Mehr gibt es bei allem Verständnis zum Thema ,Neugier‘ nicht zu sagen.“

Und Brück steckt auch in einem Dilemma. Einerseits wollen alle Seiten Antworten darauf, was jetzt passiert, andererseits trauen sie dem Duo Brück/Schutzeigel wenig sportlichen Sachverstand zu. Dabei wird vergessen, dass beide sich diesen auch nicht anmaßen. Vielmehr sorgen sie für die Basis. Sie haben die Chance, grundsätzliche Strukturen neu festzulegen – unabhängig davon, ob Karsten Mende in seine Manager-Aufgabe zurückkehren wird oder nicht. Brück hat bereits vor Wochen von der Zusammenarbeit mit Scouts im nordamerikanischen und skandinavischen Markt gesprochen, die seine sportliche Leitung zukünftig unterstützen.

Die ersten beiden am Sonntag verkündeten Personalentscheidungen sind mehr als sinnvoll getroffen. Jake Weidner und Dieter Orendorz zu behalten, ist nicht überraschend. Der Deutsch-Kanadier hat trotz seiner durchwachsenen aktuellen Saison immer wieder sehr konstant gute Leistungen abgerufen, Orendorz hat mehr als seinen eigentlich zugewiesenen Job gemacht und das auf wirklich hohem Niveau. Dass er Fehler macht, ist kein Wunder, wenn er Einsatzzeiten für einen Verteidiger bekommt, die seine eigentliche Rolle im Team deutlich übersteigen.

Wie viele Jungs aus der aktuellen Mannschaft noch bleiben dürfen, ist unklar. Viele werden es nicht sein, weil man eines schon verstanden hat, als Karsten Mende noch im Job war. Man braucht mehr Spieler, die bereit sind, durchs Feuer zu gehen. Dazu hat man jetzt den ersten Schritt gemacht. Viele weitere werden folgen müssen.

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