Siege lassen Euphorie am Seilersee wachsen

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Die Iserlohn Roosters haben am Wochenende gleich zwei Ligenkonkurrenten in die Knie gezwungen: erst am Freitag die Gäste aus Wolfsburg und dann am Sonntag die Kölner Haie.

Iserlohn -  Sportler und Fans fühlen nicht immer eine besondere Verbundenheit. In Köln war das bei den Iserlohn Roosters am Sonntag anders. Obwohl es nur ein Vorbereitungsspiel gewesen ist, rieben sich alle nach der Partie gegen die Domstädter verwundert die Augen.

Nach einem 1:3-Rückstand gegen den Meisterschaftsfavoriten zurückzukommen, war schon bemerkenswert. Die Partie im Penaltyschießen auch noch zu gewinnen, lässt die Euphorie wachsen. Fünf Testspiele – vier Siege. Man neigt dazu, zu träumen.

„Diese Mannschaft will, sie hat Spaß, sie passt anscheinend zusammen“, sagt Trainer Doug Mason. Nicht nur er, sondern auch Gesellschafter Josef Jost nannten als Saisonziel Platz sechs und damit die direkte Qualifikation für die Playoffs. Hinter den Kabinentüren setzt man sich Jahr für Jahr vergleichbare Ziele, sie dringen allerdings selten in die Öffentlichkeit. In diesem Jahr geht man damit nach außen, statt kleine Brötchen zu backen. Die Mannschaft verleiht den Aussagen die begründete Basis.

Das Torhüterduo Caron/Lange hat bislang ausnahmslos überzeugt. Die Klasse, Ruhe und Gelassenheit beider ist ein großer Vorteil. Im Sturm überzeugen vor allem York, Macek und Raedeke. „Man spürt die Euphorie, mit der die beiden jungen Spieler mit Mike York aufs Eis gehen. Sie lieben diesen Sport und sind einfach nur begeistert“, so Mason. Nahezu jeder Wechsel des Wochenendes bestätigt seine Aussagen. Auch manch anderen könnte man herausheben, es reicht allerdings, die Breite des Teams zu loben, denn von der ersten bis zur vierten Formation ist ein Leistungsabfall kaum zu bemerken. Und auch die Defensive ist stabiler und offensiv tauglicher als in den vergangenen Jahren. Insbesondere das Duo Raymond/Brennan begeistert, neigt aber auch zu übersteigertem Offensivgeist. Ändert sich das mit der Realität der Punktspiele, wird dann nicht mehr jedes Wagnis eingegangen, hätte man personell auch hier die richtigen Entscheidungen getroffen. Das gilt auch für Probespieler Richard Jares. Er spielte ein gutes Wochenende, sicher und unauffällig.

Dabei darf man nicht vergessen, dass mit Gödtel (Oberkörperverletzung) und Bell (Schulter) zwei Leistungsträger fehlen. Während der Garmischer Gödtel schon wieder trainiert und das letzte Testspielwochenende wohl bestreiten kann, wird man auf Bell noch mindestens vier Wochen warten müssen. „Es war sicherlich einer der schlimmsten Sommer meiner Karriere, wir tun alles um die Schulter wieder hinzubekommen, aber es dauert unglaublich lange“, meint der frustrierte Kanadier. Am Donnerstag landete er in Deutschland, seit Freitag stellen ihn die Doktoren auf den Kopf. Mannschaftsarzt Jochen Veit: „Wir haben einen positiven Eindruck bekommen, können aber noch keine Zeiträume vorgeben, dafür sind weitere Untersuchungen notwendig.“ Karsten Mende, der Roostersmanager, will gar nichts sagen, sondern erst den Wochenbeginn und weitere Details abwarten. Der Plan Bell spätestens Anfang Oktober ins Team zu integrieren, scheint noch realistisch, auch, wenn er erst „auftrainieren“ muss.  - MiHei

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