Eishockey

Viel Enthusiasmus am Seilersee

Brad Tapper
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Roosters-Cheftrainer Brad Tapper hat seine Schützlinge im Training ordentlich zum Schwitzen gebracht.

Der Stress hat begonnen, klagen aber gehört bislang nicht zum Sprachgebrauch der Iserlohn Roosters. Trotz einer ersten Vorbereitungswoche voller harter Einheiten, macht Schwitzen offensichtlich „Spaß“, schafft es Cheftrainer Brad Tapper, seine Jungs mehr als nur zu motivieren

Iserlohn - „Es macht unglaublich viel Laune. Das Training erinnert mich so ein wenig an mein erstes Jahr in Wolfsburg und an meine Arbeit mit Pavel Gross“, sagt Stürmer Brent Aubin. Ein größeres Kompliment könnte er seinem aktuellen Cheftrainer wahrscheinlich nicht machen, gilt der aktuell in Mannheim coachende Gross, neben Münchens Don Jackson, als das Maß der Dinge in der DEL. „Das Training ist unglaublich intensiv, die Jungs geben sehr viel Energie, lassen alles auf dem Eis. Das liegt vor allem daran, weil wir alle hohe Erwartungen an die Saison und an uns haben. Wir wissen, dass wir eine gute Mannschaft haben und Brad pusht uns Tag für Tag.“

Mehr Enthusiasmus geht nicht, mehr Selbstvertrauen zum denkbar frühesten Zeitpunkt auch nicht. Das Team verschwendet offiziell auch keinen Gedanken an ein mögliches Schreckgespenst, dass erstmals seit über einem Jahrzehnt wie ein Damoklesschwert über der Liga schwebt: der Abstieg. Der droht, auch wenn die DEL die Details zum Thema noch gar nicht veröffentlicht hat, dem Tabellenvorletzten und Letzten nach der Hauptrunde Ende März.

Für die Sauerländer gilt: „Ich habe den Jungs im allerersten Meeting deutlich gemacht, dass ich glaube, dass die Mannschaft zu talentiert ist, um sich über den Abstieg Gedanken zu machen. Für uns gilt, wir wollen in die Playoffs“, sagt der Sportliche Leiter Christian Hommel. Auf dem Papier hat er recht. Sollten die Sauerländer tatsächlich im Tabellenkeller enden, wäre das eine Überraschung, zu gut scheint die Substanz der Mannschaft, insbesondere in der Offensive.

Um diesen Status zu erhalten, müssen die Roosters aber auch ein bisschen Glück haben. Fakt ist, dass sich mit Yannick Proske ein überdurchschnittlich talentierter U23-Spieler am Ende der Vorbereitung in die USA verabschieden wird, um sich den Spokane Chiefs in der WHL anzuschließen. Sein Verlust sorgt dafür, dass die Sauerländer mit Taro Jentzsch und John Broda eigentlich nur zwei U23-Jungs auf dem Spielbericht haben, die jederzeit auch eingesetzt werden können. Drei aber müssen es sein, um alle Plätze des Spielberichts auch ausnutzen zu können. Das bedeutet, dass entweder ein U23-Akteur von den Kooperationspartnern am Seilersee eingesetzt werden muss oder Nils Elten oder Maxim Rausch als siebte Verteidiger auf dem Spielbericht stehen müssen.

Hinzu kommt die offene Frage „Brent Aubin“. Der gebürtige Kanadier hat in der vergangenen Woche zum zweiten Mal seinen Einbürgerungs- und Sprachtest absolviert, bei dem er im vergangenen Jahr aus Prüfungsangst noch durchgefallen ist. „Wir warten aktuell noch auf die Resultate, aber ich habe in diesem Sommer viel gearbeitet. Deshalb hoffe ich auf eine Saison mit den Roosters“, so Aubin in bestem Deutsch. Ist er erneut durchgefallen, darf man auf die Reaktion des Clubs gespannt sein. Obwohl Hommel & Co wissen, dass sie keinen adäquaten deutschen Spieler finden würden, droht der Abschied Aubins. Ein nicht zu kompensierender Verlust. „Damit beschäftige ich mich nicht. Er hat viel getan und hat die Prüfung bestanden“, so Hommel. Die Ergebnisse kommen erst wenige Tage vor dem Start in die neue Saison. Unabhängig davon ist Hommel noch auf der Suche nach einem neunten Ausländer, der bis zum Saisonstart verpflichtet sein soll. Im Idealfall sollte es ein Stürmer sein, gibt es einen guten Verteidiger, könnte auch das ein Thema sein.

Am Seilersee freuen sich Spieler und Verantwortliche insbesondere auf das Wochenende. Dann steht am Samstag mit maximal 1000 Fans das erste öffentliche Training an. Eine Traditionsveranstaltung, die im vergangenen Jahr ausgefallen war.

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