Ironman: Markus Gärtners Traum von Kona

Stolz zeigt Markus Gärtner auf seinen Namen, der als einer von vielen auf der großen Starterliste prangt. Seit rund einer Woche bereitet sich der Herscheider auf seinen Start beim Ironman auf Hawaii vor, für den am Samstag der Startschuss ertönt.

Herscheid/Kona - Die Spannung steigt und das Lampenfieber ist bei Markus Gärtner auch bei knapp 12.000 Kilometern Entfernung zu spüren. Per täglichem Blog auf seiner Internetseite lässt der Iron-Man-Starter jeden an seinen Emotionen und Erlebnissen teilhaben.

Seit einer Woche bereitet sich der Ausdauersportler vor Ort auf das härteste Rennen seines Lebens vor: Der Triathlon-Weltmeisterschaft über die Ironman-Distanz von 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und 42,195 Kilometer Laufen.

Schon die Anreise versetzte Herscheids Ausdauersportler in Triathlonstimmung: Zusammen mit weiteren 25 Athleten begab sich Gärtner mit seiner Ehefrau und seinen beiden Kindern Richtung San Francisco. Von dort aus ging es weiter nach Kona auf Hawaii.

Schwimmen im Nordpazifik absolute Neuheit

Auf Kona angekommen machte der Herscheider auch gleich seine ersten Erfahrungen mit dem Wasser: Das Schwimmen im Nordpazifik ist für Gärtner eine absolute Neuheit, auf die er sich vorher nicht einstellen konnte. „Total klare Sicht, viele bunte Fische. Der Wellengang ist gewöhnungsbedürftig“, schildert Gärtner seine Eindrücke.

Am Freitag folgte dann die erste Trainingseinheit des ersten Herscheider Hawaii-Qualifikanten mit Ex-Profi Thomas Hellriegel. 90 Kilometer lang ging die Strecke auf dem Rad über die Kona Coffee Road in die Kealakekua Bay, von wo aus eine drei Kilometer lange Schwimmeinheit zum Captain Cook Monument anstand. Eine „Ferienfahrt“ wird diese einmalige Reise für den Herscheider nicht werden. Davon ist der drahtige Ausdauersportler überzeugt.

Der Samstag war dann ganz auf Akklimatisierung ausgerichtet. Bis auf einen zehn Kilometer langen Trainingslauf stand die Besichtigung der Insel klar im Vordergrund. „Ein bisschen soll das Auge ja auch mit von der Insel nehmen“, so Gärtner.

Per Shuttlebus ging es am Sonntag zum Wendepunkt der Radstrecke. Von dort aus wurde die Orginalstrecke über 90 Kilometern in Angriff genommen. „Man kann jetzt schon ahnen, was am Samstag auf einen zukommen wird“, so Gärtner.

Nach einem trainingsfreien Montag ging es am Dienstag auf die Laufstrecke. „Eigentlich sollte es ein lockerer Lauf über die letzten 10 Kilometer der Laufstrecke gehen. Aber wir haben uns in der Gruppe so hochgeschaukelt, dass wir am Ende einen Schnitt von 4 Minuten und 25 Sekunden pro Kilometer erreichten“, war Gärtner absolut begeistert von den vielen anderen Triathleten. Es ist also wahrlich kein „netter Familienurlaub“, den er auf der Trauminsel Hawaii verlebt.

Auch die Finanzierung muss bedacht werden

Zudem ist so eine Qualifikation nicht einfach so finanziert: Allein die Startgebühr beträgt 775 US-Dollar. „Es war schon zu Beginn meines Vorhabens, im November 2014, Klinkenputzen angesagt“, schildert Gärtner die Organisation seines Projektes „Traum von Kona“. Nicht nur den sportlichen, auch den finanziellen Rahmen galt es abzustecken. Kosten wie die Finanzierung eines Profitrainers , die Antrittsgebühr für den Start auf Hawaii, sowie die Kosten für Flug, Unterkunft und die Betreuung auf Hawaii schlagen mächtig ins Kontor. Doch Gärtner überzeugte heimische Unternehmen, ihn bei seinem Vorhaben zu unterstützen.

Gedanken macht er sich aber auch schon über die Zeit nach dem 10. Oktober: „Ich kann mir vorstellen, dass ich so ein Projekt noch einmal starte. Der Ironman ist mein Ding“, zeigt sich Gärtner verliebt in die Langdistanz. Dies bedeutet für Gärtner, dass er sicherlich auch in Zukunft noch einige Starts auf der Langdistanz absolvieren wird. Aber er hat auch mannschaftliche Ziele: „Die Oberliga ist absolut möglich. Dieses Ziel verfolge ich sehr stark. Der Liga-Aufstieg und unsere Liga-Mannschaft steht in den nächsten Jahren klar an erster Stelle“, stellt sich Gärtner in den Dienst seiner Kameraden, denen er zu großem Dank verpflichtet ist, denn auch sie haben dazu beigetragen, dass er nun ein einzigartiges Erlebnis auf Hawaii verbringt. Für die Fische im klaren Pazifik-Wasser wird er am Samstag aber bestimmt keinen Blick haben..

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