Interview zur Situation beim SC Lüdenscheid

„Heimschwäche unerklärlich“

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Steht buchstäblich im Regen: Matthias Thielicke.

Lüdenscheid - Mitte August strahlte Matthias Thielicke noch große Zuversicht aus. Der Trainer von Fußball-A-Ligist SC Lüdenscheid blickte auf eine gelungene Vorbereitung zurück, im Kreispokal war durch ein 3:2 nach Verlängerung beim VfB Altena gerade der Sprung in die 2. Runde geschafft worden.

Und jetzt, rund fünf Wochen später? Da trägt er mit seinem Team etwas, was keiner tragen möchte: die Rote Laterne des Schlusslichts. Marc Kusche sprach mit dem Coach. 

Matthias Thielicke, was ist seit dem Altena-Spiel passiert? 

Thielicke: Wir haben einmal gewonnen, aber gleich viermal verloren. Nein, im Ernst: Die Trainingswoche vor und nach dem Pokalspiel sowie das Spiel selbst hat uns mit Stamatiu, Gruber, Jeworutzki, Pfafenrot und El Hadje gleich fünf verletzungsbedingte Ausfälle beschert, wobei es Letzgenannten mit seinem Kreuzbandriss am schlimmsten erwischt hat. Dazu kamen ab Saisonstart diverse Urlauber, sodass mir in der Summe sieben bis neun Akteure gefehlt haben. All das ist aber keine Entschuldigung, dass wir so wenig Punkte haben. 

Sondern? 

Thielicke: Es zieht sich wie ein roter Faden durch die bisherigen Spiele, dass wir anfangs nicht präsent sind, ja teils viel zu körperlos agieren. Aber es gab ja auch immer wieder wechselnde Anfangsformationen, die sich erst finden mussten. In der Regel waren die zweiten Halbzeiten dann besser, blieben aber abgesehen von dem Sieg in Oestertal ohne Ertrag. Und das 5:7 in Ennepe war dann noch eine unfassbare Ansammlung von individuellen Patzern. 

Und was ist mit der Bilanz am Wehberg? 

Thielicke: Au Backe, das ist ein ganz wunder Punkt. Wir waren schon in der Vorsaison das heimschwächste Team der Liga, wollten das unbedingt abstellen. Und jetzt stehen wir nach drei Spielen am Wehberg mit keinem Punkt da, haben noch nicht einmal ein Tor erzielt. Unfassbar. Ich habe ebenso wie die Spieler auch noch keine Erklärung gefunden. Wir zermartern uns den Kopf, kommen aber zu keinem Ergebnis. Fakt ist, dass wir schlichtweg auch weniger Torchancen kreieren als auswärts. Warum das so ist, bleibt vorerst ein großes Fragezeichen. 

Ausgerechnet beim einzigen Saisonsieg warst du nicht da. 

Thielicke: Das war ja klar, dass diese Spitze kommen musste. Aber ich hänge meine Person nicht so hoch, freute mich vielmehr für meine Co-Trainer, dass sie Erfolg hatten und ich mich auf sie verlassen kann. Ich habe die Jungs im Vorgriff auf das Spiel am Sonntag beim TSV Lüdenscheid auch schon gefragt, ob ich noch einen Kurzurlaub einstreuen soll. Wenn sie dann wieder gewinnen sollten, wäre ich der Letzte, der etwas dagegen hätte. 

Spaß beiseite, wie ernst ist die Situation? 

Thielicke: Sie ist zweifellos nicht schön, aber noch kein Grund, alles in Frage zu stellen. Die Trainingsbeteiligung ist gut, der Kader wird wieder breiter und ich habe weiter volles Vertrauen in diesen Kader. Die Liga ist ausgeglichen, eine Übermannschaft gibt es nicht. Wir brauchen jetzt ein Erfolgserlebnis, am besten schon am Sonntag. 

Matthias Thielicke, vielen Dank für das Gespräch!

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