Nach 0:10-Desaster besteht intensiver Redebedarf

FSV-Teamkapitän Manuel Sander tat sich mit einer Erklärung für die 0:10-Klatsche gegen Erlinghausen schwer, kündigte aber eine Wiedergutmachung in den bevorstehenden MK-Duellen gegen Menden und Dröschede an. Foto: Schwarze

Werdohl – Sichtlich konsterniert standen die für die sportlichen Leistungen Verantwortlichen der FSV Werdohl nach dem Abpfiff auf dem Kunstrasen am Riesei. Trainer Carsten Minker und der Sportliche Leiter Uli Sauerborn konnten das, was sich inbesondere in den zweiten 45 Minuten der Landesliga-Partie gegen RW Erlinghausen zugetragen hatte, nur schwer begreifen. Für das 0:10-Desaster kündigten die beiden Konsequenzen an.

„Welcher Trainer kann schon eine 0:10-Niederlage erklären?“, stellte Sauerborn eine Gegenfrage, als Trainer Minker kurz nach dem Abpfiff die Worte fehlten. Viel mehr als die Aussagen, dass die Vorstellung peinlich gewesen sei und es keine ernsthafte Gegenwehr in der zweiten Hälfte mehr gegeben habe, gab der Coach nicht von sich. Die Tatsache, dass mit Maus, Neuke und El Alami drei Spieler von Beginn an spielen mussten, die zuvor schon in der zweiten Mannschaft aufgelaufen waren, und mit Sarris und Bierkoch zwei der Einwechselspieler ebenfalls schon Bezirksliga-Minuten in den Knochen hatten, ließen sowohl Minker als auch Sauerborn nicht als ausreichende Erklärungsansatz gelten: „Das ist zwar ganz bestimmt nicht optimal, aber es waren ja auch noch ausgeruhte Spieler auf dem Feld.“

Auch der von den beiden FSV-Machern zur Erörterung des Debakels herbeigerufene Mannschaftskapitän Manuel Sander wusste nicht so recht, wie es zur historischen Heimniederlage kommen konnte. „Wir haben sicherlich alle unter unseren Möglichkeiten gespielt. Aber als sich abzeichnete, dass wir eine richtige Klatsche kassieren, haben wir auch nicht dagegen gehalten und waren hinten trotzdem offen“, äußerte Sander. Innenverteidiger Moritz Klamann hatte nach dem Zwischenspurt der Gäste, die nach Wiederanpfiff binnen acht Minuten drei Tore erzielten, lautstark auf das Erfordernis eines massiven Verteidigungsblockes hingewiesen – doch er blieb ungehört: Die FSV-Kicker versuchten nicht, die ohnehin schon heftige Pleite noch einigermaßen im Rahmen zu halten und zumindest ein sich abzeichnendes zweistelliges Resultat zu verhindern. „So ein Ergebnis ist für die Außendarstellung des Vereins natürlich richtig negativ, deswegen werden wir mit der Mannschaft auch intern sprechen“, sagte Sauerborn.

Zu möglichen Konsequenzen für das 0:10 wollten weder er noch Trainer Minker eine genaue Aussage machen. Beide sprachen nur von „Optionen“, die zur Verfügung stünden. Kapitän Sander äußerte als Vertreter des Teams: „Wir wollen die Antwort auf dem Platz geben und das wiedergutmachen.“

Die Gelegenheit zur sportlichen Entschuldigung besteht in den beiden bevorstehenden MK-Derbys gegen den BSV Menden (25. Mai) und Borussia Dröschede (1. Juni). Beide Partien finden auswärts statt, was kein Nachteil ist: Denn genau wie RW Erlinghausen, das durch den Sieg den Klassenerhalt perfekt machte, holt die FSV in der Fremde deutlich mehr Punkte als am Riesei. - von Nico Schwarze

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare