Robert Simon als Autoritätsperson an der Bande

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Taktiktraining an der Tafel: Mit Ex-Eishockey-Profi Robert Simon verpflichteten die Highlander Lüdenscheid die gewünschte Trainer-Autorität aus Iserlohn.

Lüdenscheid - Das leichte Kratzen in seiner Stimme könnte eines der Markenzeichen dieses Mannes sein. Großen Wert legt er darauf aber nicht. Umso mehr jedoch darauf, dass er bei jeder seiner Ansagen den richtigen Ton trifft.

Kurze, bisweilen schroff wirkende Sätze sind es, die seinen Spielern Beine machen sollen, immer wieder unterbrochen von grellen Pfiffen als Start- und Stop-Signal, für die der Mann mit dem halblangen Laar jedoch keinen gesonderten Tonerzeuger benötigt. Der gemeine Beobachter merkt schnell: es ist Zug drin in dieser Saisonvorbereitung der Highlander Lüdenscheid, bei denen Robert Simon am Samstag im ersten Spiel des Jahres gegen den TV Augsburg seinen Trainereinstand feiert.

Disziplin und Einstellung das oberste Gebot

Immer wieder waren es vornehmlich die jungen Spieler, die sich der 51-Jährige am Samstagmorgen in der Sporthalle am Campus der BiTS-Hochschule in Iserlohn heran zitierte, ihnen mit seiner besonderen Art von Humor zu verstehen gab, dass Disziplin und Einstellung zur Sache oberstes Gebot sind auf dem Weg zum Erfolg. Dinge, die bei den Highlandern in den vergangenen Jahren trotz jeweils ordentlichen Abschneidens bisweilen ein wenig hintangestellt waren. Wohl mit ein Grund, warum die Verantwortlichen der „Schotten“ an den gebürtigen Tschechen mit dem Ziel herangetreten waren, den durchweg sympathischen und fachlich kompetenten, im Team aber nicht vollends akzeptierten Essener Stephan Mayer zu beerben. Simon verkörpert sie, diese unumstrittene Autoritätsperson, nach der sie bei den Highlandern schon länger gesucht hatten. Als Eishockey-Spieler ein Haudegen alter Schule, als Trainer beim Eishockey-Klub Königsborner JEC oder bei den Samurai Iserlohn im Skaterhockey-Bereich mit der nötigen Rezeptur, die Akteure zu motivieren. „Es ist alles ein wenig athletischer geworden“, hat Simon zum Comeback an der Bande eines Skaterhockey-Klubs nach vierjähriger Pause bereits festgestellt.

Highlander eine neue Herausforderung

Das Engagement bei den Highlandern ist wieder eine neue Herausforderung für den Mann, dem die Samurai Iserlohn noch immer vieles verdanken. „Wir haben damals angefangen, als wir fast am Boden waren“, erinnert sich der Inhaber einer Restaurierungsmanufaktur mit Sitz in unmittelbarer Nähe zum Campusbereich der BiTS, „warum sollte uns das jetzt mit Lüdenscheid nicht auch gelingen?!“ Worte, die die Verantwortlichen gerne hören werden. Zuletzt scheiterten sie gleich dreimal im Play-Off-Viertelfinale, „wir wollen Jahr für Jahr höher gehen und irgendwann auch mal in den Play-Offs eine Runde weiterkommen“, bremst Simon umgehend aber die Erwartungen, „es geht erst darum, uns in der Liga zu etablieren und einen Play-Off-Platz zu sichern. Je eher uns das gelingt, umso schöner.“

Die Vorbereitung lief holprig. Die BGL-Halle gesperrt, die Iserlohner Heidehalle zuletzt für die Highlander auch nicht mehr nutzbar. „Regelmäßiges Training war so nicht immer möglich“, sagt Simon, der sich deshalb rasch um die Sporthalle am BiTS-Campus bemüht hatte. „Es geht ja vor allem um die Spieler, die kein Eishockey spielen. Die Eishockey-Spieler werden wohl fit sein“, will der Iserlohner rasch ein Leistungsgefälle aufarbeiten. Das zur Verfügung stehende Personal gefällt dem Trainer bereits, selbst wenn er weitere Verstärkungen nicht kategorisch ausschließt. „Das ist doch legitim.“

Viel wird natürlich vom Saisonstart abhängen. Mit Top-Team Augsburg haben die Highlander gleich ein hartes „Brett“ vor der Brust. Ob das Spiel jedoch als Fingerzeig herhalten kann, ist fraglich. Denn die Highlander müssen bekanntlich für ihren Saisonstart noch einmal in die Iserlohner Heidehalle ausweichen, ehe nach den Osterferien die lang ersehnte Rückkehr in die BGL-Halle winkt. Und dann wird Robert Simon auch das Lüdenscheider Publikum wohl nicht nur stimmlich auf sich aufmerksam machen. - tim

Das Aufgebot:

Tor: Jonas Mohr, Julian Klein, Sven Rotheuler, Feld: Andre Bruch, Falk Elzner, Marvin Gleibler, Alexander Hassel, Dustin Heckmann, Maximilian Jung, Joachim Könning, Robin Loecke, Maurice Mrzyk, Justin Nördershäuser, Dieter Orendorz, Mike Ortwein, Jonathan Otters, Tim Dominik Seuster, Matti Stein, Jiri Svejda, Pieter ter Haar, Lukas Tinz, Timo Tinz, Maximilian Anlauf

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