Der Weg zum Titel führt wohl über Essen

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Neben Nationalspieler André Bruch (links) in den „Play-Offs“ wieder im Highlander-Team: Falk Elzner.

Lüdenscheid -  Rückblick: Es war im Januar 2013, als beim Skaterhockey-Club Rockets Essen die Alarmsirenen angingen: Mangels Sicherung des Saisonetats stand für den im Jahre 1985 gegründeten Traditionsverein aus dem „Pott“ mit einem Schlag die Teilnahme an der Erstligaspielzeit auf der Kippe.

Von Tim Viebahn-Knötig

Nur durch einen Kraftakt des gesamten Vereins rund um den Vorsitzenden Thomas Böttcher gelang es, das Horror-Szenario zu vermeiden. Nun, im Jahr 2014, gehen die Rockets sogar als einer der Titelfavoriten ins Rennen, wenn ab Samstag die Play-Offs um die Deutsche Meisterschaft im Inline-Skaterhockey beginnen.

Ein wahrhaft raketenhafter Aufstieg für das Pokalsieger-Team von Trainer Frank Petrozza, das als Vorrundenmeister in die K.o.-Runde einzieht und dessen überraschender Aufschwung dieser Erstliga-Spielzeit vor allem aber noch mehr Spannung beschert. Noch nie war die Meisterfrage so offen wie in diesem Jahr, der Kreis der Anwärter ist erheblich gewachsen.

Auch Duisburg mischt im Titelrennen mit

So dürfen auch die Duisburg Ducks, Rekord-Champion und ab Samstag Gegner der Essener, keinesfalls abgeschrieben werden. Zwar kämpften die Fydrich-Schützlinge in dieser Saison lange gegen den Abstieg und lösten erst auf den letzten Metern der Vorrunde das letzte Play-Off-Ticket, doch wenn sich ein Team mit K.o.-Spielen auskennt, dann die „Enten“ aus dem Duisburger Süden, die seit Samstag wieder mit Routinier Patrick Schmitz planen können.

Im Pool der acht Vorrundenbesten tummeln sich auch die Highlander Lüdenscheid. Nüchtern gingen die Mayer-Schützlinge die Saison an – und sicherten sich mit Erreichen des vierten Platzes das wichtige Heimrecht für die am Samstag beginnende Viertelfinalserie gegen den TV Augsburg. Dreimal standen sich die „Schotten“ und die Schwaben gegenüber. Die Bilanz: 1:2 aus Sicht der Lüdenscheider. Zwei Meisterschaften (2011, 2012), zwei Europapokalsiege (2013, 2014) und die Vize-Meisterschaft im vergangenen Jahr dürfte die Skaterhockey-Bundesligacracks des TVA im Jahr ihres 15-jährigen Abteilungsjubiläums auch diesmal wieder favorisieren. Das 0:11 vom 15. März vor eigenem Publikum sollte bei den Highlandern möglichst aus den Köpfen verschwunden sein. Immerhin kann Trainer Mayer gegen die Schwaben wieder auf seinen Kapitän Falk Elzner zurückgreifen, dafür fehlt Youngster Justin Nördershäuser verletzungsbedingt.

Durchaus interessant dürfte das Duell zwischen Titelverteidiger Samurai Iserlohn und Aufsteiger IHC Atting werden. Die nur um zwei Zähler besser als die Highlander notierten Waldstädter erlaubten sich in der bisherigen Serie ungewohnt häufige Schnitzer, darunter die herbe Derby-Niederlage gegen die Highlander aus Lüdenscheid. Aufsteiger Atting um das Top-Trio Bernhard, Brandt und Rothammer profitierte zumeist von der Heimstärke in der Straubinger Eishalle, die vom Verband ISHD jedoch nicht mehr für diese Play-Off-Runde zugelassen wurde.

Fünf Wochen Pause eventuell ein Nachteil

Das zweite Viertelfinale findet deshalb im rund 50 Kilometer entfernten Donaustauf statt. Interessant wird auch sein, wie der Aufsteiger die fünfwöchige Spielpause verkraftet hat.

Das Trio der nicht aus NRW stammenden Klubs komplettieren die Bissendorfer Panther. Sie sind ein Dauerbrenner der K.o.-Runden – mehr aber auch nicht. Gegen den HC Köln-West sind die Niedersachsen Außenseiter. Die „Rheinos“ wollen nach 2010 erneut zum großen Wurf ausholen. Der Weg führt diesmal aber wohl nur über Essen.

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