Inline-Skaterhockey

Highlander-Aus und Massenkeilerei

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Massenkeilerei nach Spielende: Dieses Highlander-Saisonende war kein Ruhmesblatt...

Lüdenscheid - Die Bundesliga-Saison 2018 ist für die Highlander Lüdenscheid beendet: Die „Schotten“ unterlagen Titelverteidiger Crash Eagles Kaarst am Samstagabend mit 10:11 (1:3, 4:4, 4:2, 0:2, 1:0) nach Verlängerung und sind nach der zweiten Viertelfinalpleite bereits aus den Play-offs um die Deutsche Meisterschaft im Inline-Skaterhockey ausgeschieden.

Das zweite Viertelfinale war ein denkwürdiges. Eines, für das die Anhänger aus Lüdenscheid und Kaarst allerdings auch starke Nerven und einen langen Atem benötigten. Erst nach knapp viereinhalb Stunden war das insgesamt vierte Aufeinandertreffen der Rivalen beendet, vor allem aber bedingt durch die wohl doch schwerere Verletzung des Kaarsters Boschewski, der sich nach einem Zweikampf mit Tim Bruch wohl eine Schultereckgelenkssprengung zugezogen hatte und vor der Verlängerung ins Krankenhaus abtransportiert werden musste.

Nicht der einzige unschöne Moment des Abends, denn: nach dem Spiel kanalisierten sich Frust auf der einen und mitunter überzogene Freude auf der anderen Seite in Streitlust – tumultartige Szenen unmittelbar nach Abpfiff waren die Folge. In deren Verlauf gingen Spieler beider Lager aufeinander los, fingen sich Zuschauer auf den Tribünen ob unschöner Worte an zu streiten, ja glich das BGL urplötzlich einem einzigen großen Boxring. 

Immerhin konnte schlimmeres verhindert werden, kassierten aber Jiri Svejda und der Kaarster Trainersohn Moritz Otten nach Spielende noch die Rote Karte. Apropos Otten: Der Gäste-Coach selbst durfte mit Fug und Recht als Mitauslöser der Eskalation nach Spielende angesehen werden, sprang er unmittelbar nach der Schlusssirene doch auf Spielfeld und erhob provokant die Jubelfäuste in Richtung der Highlander-Spieler – keine meisterliche Geste… 

Dieses Ende freilich hatte das zweite Viertelfinale, das ein ungemein spannendes gewesen war, nicht verdient gehabt. Bis zum Schluss stemmten sich die Highlander gegen das Play-off-Aus und zeigten dabei jene Reaktion, die ihre Trainer Carsten Lang und Toni Fonso nach der desolaten Vorstellung bei der 3:13-Niederlage im ersten Spiel von ihnen gefordert hatten. 

Allerdings diente Spiel eins zunächst als Blaupause für das Rückmatch, denn auch im BGL gingen die Gäste zunächst mit 3:0 in Führung und hatten die Highlander ihre Waffen noch nicht „scharf“ gestellt, ehe erst Kleinschmidt bei „3 gegen 3“ der viel umjubelte erste Treffer zum 1:3 gelang (19.).

Ab dann liefen die Highlander so richtig heiß. Bemängelte Gäste-Coach Otten zunächst noch das vermeintlich zu tief hängende Handballtornetz an der Wand, musste er später einsehen: „Die wollen einfach mehr als wir.“ So war es, besorgten Bruch und Svejda im Mittelabschnitt den Ausgleich. Die Aufholjagd jedoch hatte offenbar Körner gekostet. 

Nach dem 3:3 überließen die Highlander den Gästen wieder das Feld und wurden prompt durch einen Dreierpack binnen einer Minute (34.) bestraft – 3:6. Der alte Abstand war wieder hergestellt, doch noch einmal schafften die bei numerischer Gleichheit mindestens ebenbürtigen Bergstädtern den Kraftakt zum erneuten Gleichstand, den mit dem omnipräsenten Routinier Reinke der an diesem Abend stärkste Highlander herstellte (46.).

Nicht nur in der Minute danach zeigte sich jedoch: In Schiedsrichter Stumpf hatten die Highlander an diesem Tage nicht ihren besten Referee erwischt, wurde oftmals tatsächlich mit zweierlei Maß gemessen. In Minute 47 schickte er gleich drei Highlander in die „Box“, wobei Unger wegen zu langen Reklamierens berechtigt „flog“. Das 7:8 für die Gäste war in dieser Phase verschmerzbar, kam doch jetzt die Zeit der „Holland-Exporte“, läuteten Roy und Maikel Prince fünf Minuten vor dem Ende doch noch die Wende zum 9:8 ein, markierte Wrede jedoch prompt den 9:9-Endstand nach 60 Minuten.

Die Spannung hatte nach der langen Unterbrechung ob des Boschewski-Abtransports nicht gelitten, in Überzahl gingen die Gäste aber wieder in Führung und sorgte Topscorer Dietrich für das letztlich vorentscheidende 9:11 für den wankenden Meister, dem A. Bruch in Überzahl nur noch das 10:11 entgegenzusetzen hatte. Die Stimmung kochte aber währenddessen schon hoch, weil die Highlander in ihren Drangphasen durch teils fragwürdige Strafzeiten zurückgeworfen wurden. Entsprechend der Frust nach dem Spiel...

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