Inline-Skaterhockey

SSB-Rückzug aus der Bundesliga

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Muss wegen seiner schweren Erkrankung kürzer treten: Steel Bulls-Macher Norbert Krause. 

Lüdenscheid - Paukenschlag in der Lüdenscheider Inline-Skaterhockey-Szene: Die Bundesliga-Spielzeit 2019 findet ohne die Sauerland Steel Bulls statt. Das bestätigte Sportchef, Ex-Vorstand und „Macher“ Norbert Krause auf Nachfrage.

Die „Bullen“ ziehen demnach ihre Bundesliga-Mannschaft vom Spielbetrieb zurück und melden zur neuen Saison nur noch ein Team zum Punktspielbetrieb, das – Stand jetzt – in der Landesliga an den Start gehen wird. Nach zwei Jahren im Oberhausen ist Schluss – auch ein Neubeginn ist mit dem Rückzug nicht verknüpft. Das stellte Krause gestern klar. Die Steel Bulls, die nach einer sportlich enttäuschenden Rückrunde mit elf Niederlagen in Serie Platz zehn belegt hatten, verabschieden sich bis auf weiteres aus den Leistungsklassen. 

Die Gründe hierfür sind mannigfaltig, jedoch eng verknüpft mit der Person Krauses selbst. Der 54-Jährige ist an Krebs erkrankt. „Ich gehe mit meiner Erkrankung ganz offen um“, sagt der Meinerzhagener, „die Leute sollen wissen, dass es nicht nur ein Schnupfen ist.“ Die Krankheit zwingt ihn inzwischen dazu, „die Leistung nicht mehr so abzurufen, wie man es von mir gewohnt ist.“ 

Doch dem Sportlichen Leiter der Steel Bulls fehlt es an Unterstützung. In nahezu allen Bereichen. Auch oder vor allem aus den eigenen Reihen. „Die Planungen für die nächste Saison wurden bereits auf Hochtouren betrieben“, gewährt Krause einen Einblick. „Wir hätten eine Top-Truppe stellen können. Aber ohne Unterstützung geht es einfach nicht, obwohl die Leute wussten, dass ich erkrankt bin.“ Nachdem mit Jens Peters auch noch der verbliebene Trainer-Lizenzinhaber und Bambini-Coach ebenfalls aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr zur Verfügung gestanden hatte, „musste ich mich auch darum noch kümmern. Wer mich kennt, weiß, dass ich ein Kämpfer bin“, so Krause, „aber irgendwann ist auch mal gut.“ 

Ein Kampf gegen Windmühlen führte Krause nach eigenen Bekundungen bis zuletzt auch gegen die Stadt Lüdenscheid. „Wir versuchen seit drei Jahren, in die BGL-Halle zu kommen. Vor wenigen Wochen haben wir einen neuen Versuch unternommen, aber bis heute keine einzige Reaktion erhalten. Dagegen ist mir bekannt, dass die zweite Mannschaft der Highlander schon Trainings- und Spielzeiten erhalten hat und auch für die Nachwuchsteams Zeiten bewilligt werden.“ Ein No-Go für die in der Iserlohner Zöpnek-Halle beheimateten Bullen. 

Nicht zuletzt beklagte Krause den fortdauernden Werte-Verfall bei einigen Spielern. Ein weiterer Grund, eine Art Schlussstrich zu ziehen. Eine Entscheidung, die dem 54-Jährigen durchaus schwer fiel. „Ich habe das 15 Jahre lang gemacht und zwei Mannschaften in die Bundesliga geführt und außerdem eine erfolgreiche Nachwuchsabteilung aufgebaut“, blickt er dennoch positiv zurück. Die Nachwuchsabteilung gehört ab sofort jedoch ebenfalls der Geschichte an. Wie die Zukunft der Spieler des Bundesliga-Kaders aussieht? 

„Das wird man sehen. Mit einigen haben wir schon gesprochen. Eine Option ist, dass uns ein Regionalliga-Platz zugesprochen wird. Dann werden einige dabei bleiben, das wird sich aber in den nächsten Wochen entscheiden.“ 

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