Ein fast perfektes Spiel in der Fuggerstadt

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Am Samstag kommt der TV Augsburg zum zweiten Play-Off-Viertelfinale in die BGL-Halle. In Lüdenscheid könnte für den amtierenden Deutschen Meister bereits Endstation im Titelkampf 2014 sein.

LÜDENSCHEID - „Egal, was jetzt noch kommt, ein solches Spiel werden wir nicht vergessen.“ Carsten Lang, scheidender Trainer der Highlander Lüdenscheid, suchte noch Minuten nach der „Sensation von Augsburg“ nach den richtigen Worten.

Nach 713 Tagen hatten die „Schotten“ ausgerechnet beim Deutschen Meister der vergangenen beiden Jahre und Europapokalsieger eine geradezu perfekte Rückkehr auf die Play-Off-Bühne gefeiert, dem amtierenden Meister beim famosen 13:8-Erfolg ein Schnippchen geschlagen. Und Carsten Lang wusste ganz genau, dieser Sieg war kein Zufall. „Wir haben Augsburg genau analysiert und uns stundenlang Videos angesehen. Wir wussten, wie wir spielen mussten. Dass es dann so gut klappt, hätte ich aber auch nicht gedacht“, gestand Lang ein. „Jeder hat von der ersten bis zur letzten Minute Gas geben, gekämpft und ist für den anderen gerannt. Das war der Schlüssel zum Erfolg. Wir hatten den größeren Siegeswillen.“

Otters: 200. Einsatz

Das mussten sich letztlich auch die Augsburger eingestehen. „Wir waren noch nicht im Play-Off-Modus. Die Highlander haben es uns vorgemacht, wie man in den Play-Offs spielen muss“, räumte TVA-Kapitän Stefan Gläsel ein, „und dann kriegen wir wahnsinnige 13 Gegentore.“ So viele in eigener Halle, wie seit dem 3. Juli 2005 (!) nicht mehr. „Die Highlander haben 40 Minuten lang so gespielt, wie wir es eigentlich wollten“, ergänzte Augsburgs Trainer Christoph von Külmer ebenfalls anerkennend. „Nach dem Ausgleich drängen wir auf das 7:6 und laufen in die Lüdenscheider Konter“, beschreibt der junge TVA-Coach die fünf vorentscheidenden Minuten im zweiten Drittel, als die Highlander auf 11:6 davonzogen. „Wir haben uns viele Chancen erarbeitet und sind endlich kaltschnäuzig geblieben“, freute sich Carsten Lang über die Torausbeute.

Aber der Routinier trat hiernach sofort wieder auf die Euphorie-Bremse, wollte an ein mögliches Halbfinale noch keinen Gedanken verschwenden. „So ein Spiel machen wir nie wieder. Noch ist doch nichts entschieden. Wir haben vor drei Jahren schon einmal ein erstes Play-Off-Spiel in Augsburg gewonnen und sind danach ausgeschieden“, mahnt Lang zur Konzentration.

Dennoch haben es die Highlander am Samstag im zweiten Spiel auf dem BGL-Parkett selbst in der Hand, bei der fünften Play-Off-Teilnahme zum vierten Mal ins Halbfinale einzuziehen. Für den Moment herrscht jedenfalls Glückseligkeit allerorten. Vor allem aber bei Jonathan Otters. Für den Ur-Highlander war der Sensationssieg von Augsburg in seinem 200. Pflichtspiel im „Schotten“-Dress ein ganz besonderer.

Tim Viebahn

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