Inline-Skaterhockey, 1. Bundesliga

Eine Gelb-Rote Karte wiegt weit schwerer als das Heimdebakel an sich

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Moment der Eskalation: Tim Bruch und Jakob Matzen übertreiben ihr Scharmützel und sehen wenig später die Gelb-Rote Karte.

Lüdenscheid - Der Abstiegskampf in der 1. Inline-Skaterhockey-Bundesliga spitzt sich für die Highlander des LTV 61 zu: Zwei Spieltage vor dem Saisonende - nach der 3:16 (1:5, 1:7, 1:4)-Heimniederlage gegen den Deutschen Meister, die Crash Eagles Kaarst, - beträgt der Rückstand auf die Commanders Velbert weiterhin fünf Punkte.

Der Dank der Schotten ging am Samstagabend nach Köln: Die Rheinos gewannen gegen Velbert 13:2. Bei einem Velberter Sieg wäre der Lüdenscheider Abstieg in die 2. Bundesliga besiegelt gewesen. So aber dürfen die Highlander noch auf zwei Siege bei zwei Velberter Niederlagen und mithin auf die Rettung hoffen.

Eine Hypothek fürs Unternehmen Klassenerhalt ist indes der negative Höhepunkt eines einseitigen Spiels gegen das Topteam Kaarst: In einer Partie, in der die Highlander über die kompletten 60 Minuten mit den Unparteiischen Jens Meinhardt (Krefeld) und Thomas Schlüter (Velbert) haderten und viele Strafen zu schlucken hatten, eskalierte die Situation in der 40. Minute beim Stande von 2:11 nach einem Foul an Tim Bruch. Es kam zur Rudelbildung mit Rauferei: Jakob Matzen (Kaarst) und Tim Bruch (Highlander) sahen danach wegen Nachschlagens die Gelb-Rote Karte. Tim Bruch fehlt den Schotten damit am nächsten Samstag gegen Duisburg.

„Disziplinlos war unser Auftritt heute auf jeden Fall“, stellte Spielertrainer Matti Stein nach den 60 Minuten fest. Stein war es, der die Heißsporne in seinem Team immer wieder zur Ruhe ermahnte, nicht immer mit Erfolg. „Erst waren wir übermotiviert, dann dumm“, sagte er, „dass wir in dieser Besetzung nicht unbedingt gegen Kaarst etwas holen würden, war klar. Aber die Vorgabe war, dass wir uns keine Strafen einhandeln…“

Matti Stein ließ sich vom Referee immer wieder die neuen Strafzeiten seines Teams erläutern.

U.a. ohne Svejda und Otters lief es sportlich von Beginn an gegen die Gastgeber. Matti Stein selbst musste nach 43 Sekunden bereits wegen Beinstellens auf die Strafbank, nach nicht einmal zwei Minuten stand es 0:1 (Dietrich), nach der nächsten Strafzeit 0:2 (von Berg, 9.), in Überzahl waren die technisch versierten Gäste kaum zu stoppen. 

Moment der Eskalation: Tim Bruch und Jakob Matzen übertreiben ihr Scharmützel und sehen wenig später die Gelb-Rote Karte.

Das Anschlusstor von Roy Prince (14.) ließ Hoffnung aufkeimen, doch die Gäste waren im Abschluss an diesem Abend viel zu effizient. Otten legte das 1:3 nach (16.), von Berg nur 19 Sekunden später das 1:4, dem zwar ein klares Foulspiel vorausgegangen war, doch die Referees hatten dies nicht geahndet. André Bruch (2+10) und Seuster (2) beschwerten sich und mussten auf die Strafbank. In Überzahl legte Otten das 1:5 nach (16.), und damit war das Fell des Bären praktisch verteilt.

Nach acht Gegentoren in 28 Minuten machte Robert Engelmann am Samstag im Tor für Sven Rotheuler Platz.

Drittel zwei war das hektischste und nickligste mit dem Höhepunkt der beiden Gelb-Roten Karten. 7:1 ging der Durchgang an den Gast, nur Stein traf für die Highlander zum zwischenzeitlichen 2:6. Im letzten Abschnitt waren beide Seiten nach der Strafzeitenflut und angesichts des 2:12-Zwischenstand ein wenig um Ruhe bemüht. André Bruch zeichnete für das dritte Schotten-Tor des Abends zum 3:15 verantwortlich (57.). Den Schlusspunkt zum 3:16 für einen an diesem Abend in allen Belangen besseren Gast setzte Ehlers 79 Sekunden vor der Schluss-Sirene.

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