Highlander: Jahr des Übergangs

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Der Spieler der Saison: Jiri Svejda.

Lüdenscheid - „Wir haben ein schwieriges Jahr halbwegs gut überstanden“: Obwohl die Saison 2015 für die Highlander Lüdenscheid seit Samstag nach zwei heftigen Abreibungen gegen die Samurai Iserlohn (3:14, 4:13) im Play-Off-Viertelfinale beendet ist, zog „Schotten“-Trainer Stephan Mayer noch am Samstag ein insgesamt positives Resümee dieser Spielzeit.

Eine Spielzeit, die von Beginn an unter keinem guten Stern für die Bergstädter Inline-Skaterhockey-Cracks gestanden hatte. Wegen der Hallendachsanierung der BGL-Sporthalle mussten die Highlander in der Iserlohner Heidehalle für acht Monate sportlichen Unterschlupf finden, vor allem jedoch ließ der personelle Aderlass zunächst nichts Gutes erwarten. Zumal die noch laufende Eishockey-Saison dem Kader anfangs weiteres Potenzial raubte.

Folgerichtig setzten die Highlander den Start mit drei Niederlagen in Serie gehörig in den Sand, bis ausgerechnet gegen Spitzenteam Köln und beim Angstgegner Rhein-Main-Patriots die langersehnten ersten Punkte gelangen. Gegen die Patriots aus Assenheim, denen am Ende nur der Abstieg in die 2. Liga blieb, sollte im Rückspiel der höchste Bundesliga-Sieg seit dem Aufstieg herausspringen.

„Mir war trotz des Fehlstarts immer klar, dass wir eine gute Saison spielen würden“, hatte Highlander-Urgestein Jonathan Otters bereits im Sommer eine gute Vorahnung von dem, was die Sauerländer noch leisten sollten. Die Neuzugänge „griffen“: Hüne Sebastian May und Youngster Julian Klein ließen Jonas Mohr und Daniel Schneider im Tor langsam vergessen, mit dem schussgewaltigen, umsichtigen, von den Gegnern mitunter gerne attackierten Ahauser „Jojo“ Könning vom Ligarivalen Duisburg Ducks gelang den Highlandern ein richtig guter Fang. Lediglich Stürmer Dustin Demuth (nur vier Spiele/1 Tor) fiel etwas ab. Ein bitteres Kapitel schrieb Mads Tolstrup Nielsen: Der dänische Torwart, der im Verhinderungsfall für May bzw. Klein einspringen sollte, riss sich ausgerechnet bei seinem einzigen Einsatz in Düsseldorf das Kreuzband.

Jiri Svejdas Rekordbilanz

Eine richtige Konstanz bekam Coach Stephan Mayer kaum in sein personelles Gefüge. Kein einziger Akteur absolvierte alle Spiele, immer wieder musste der Essener in seiner zweiten Saison als Head-Coach verhinderungsbedingt die dezimierten Reihen umstellen. Das aber tat sichtlich keinen Abbruch: Jiri Svejda spielte seine bislang beste Saison überhaupt, erreichte als erster Spieler die 100-Punkte-Marke. Zusammen mit den beiden Play-Off-Spielen brachte es der 30-jährige Vollblutstürmer gar auf 107 Scorer-Zähler, knackte damit seine eigene Bestmarke von 94 Punkten aus dem Vorjahr. Svejda, der Dauerbrenner: In 180 Spielen seit 2007 hat der Schalksmühler inzwischen 610 Scorer-Punkte erzielt. Mit seinen 101 Punkten in der Hauptrunde, die die Highlander dank eines starken Finishs noch auf Platz sechs abschlossen, war Svejda exakt an der Hälfte aller Highlander-Tore beteiligt. Mit 202 Treffern stellten die Mayer-Schützlinge überhaupt den zweitbesten Angriff der Liga.

Und die Iserlohner Heidehalle? Wie befürchtet geriet die Ausweich-Spielstätte keineswegs zum Zuschauermagneten bei den Heimspielen, taugte zur sportlichen Festung auch nur bedingt: Lediglich sieben der elf Spiele entschieden die Highlander für sich. Obwohl die wesentlich kleinere und schnellere Fläche sicherlich etwas für sich hatte, richtet sich der Blick nun wieder auf die BGL-Halle, in der die Highlander ab der kommenden Spielzeit wieder ihre Heimspiele austragen werden.

Bis dahin wartet auf die Verantwortlichen um Abteilungsleiter Stephan Seuster wie beinahe in jedem Jahr viel Arbeit. Gespräche mit den Spielern und Trainer Mayer werden zeitnah folgen, im neuen Jahr wollen die Highlander dann einen neuen Angriff wagen. Immerhin steht für die „Schotten“ dann ein Jubliäums-Jahr an, die Spielzeit 2016 ist für sie die zehnte Bundesliga-Saison

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