Die Lehren aus einer besonderen Lehrstunde

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Vergeblicher Ansturm der Highlander Mark-Terry Hall und Robin Loecke in der BGL-Sporthalle: Der überragende Verfolger Stefan Gläsel behielt mit dem TV Augsburg klar mit 11:0-Toren die Oberhand.

Lüdenscheid - Ungläubig schauten einige nach der Schlusssirene in der BGL-Sporthalle auf die Anzeigetafel , manch einer machte gar ein Foto mit dem Smartphone. „0:11“ – ein historisches Ergebnis für die Highlander, vorgeführt und demontiert vom TV Augsburg. Nur sieben Tage nach dem Sieg zum Saisonstart in Krefeld landeten die „Schotten“ wieder auf dem harten Boden der Realität.

Von Tim Viebahn

Die Hoffnung, gegen das herausragende Team der vergangenen drei Jahre ähnlich bestehen zu können, wie dies in der vergangenen Saison der Fall war, hatte sich praktisch schon nach sieben Minuten zerschlagen. „Augsburg ist im Grunde gestartet wie wir in Krefeld“, zeichnete Coach Stephan Mayer nach Spielschluss noch einmal die Anfangsphase nach, als nahezu jeder Augsburger Schuss den Weg an Goalie Jonas Mohr vorbeifand. 0:4 – eine zu hohe Hypothek fürs junge Highlander-Team, das gegen die abgeklärten Fuggerstädter überfordert war.

Eine Lehrstunde für die Uedickhovens und Nördershäusers, auf denen nach dem Ausfall von Stein und Otters der besondere Druck lastete, die Kompaktheit aus dem Krefeld-Spiel auf die Heimpartie gegen Augsburg zu projizieren. „Wir hatten nur zwei gelernte Verteidiger an Bord“, zuckte Mayer mit den Schultern, „das führte bei den unerfahrenen Jungs zu großen Abstimmungsproblemen. „Es war eine gute Lehrstunde.“

Hinzu kam, dass mit André Bruch ausgerechnet der überragende Mann der Vorwoche fiebrig ins Spiel ging. „Am Ende fehlte ihm natürlich auch die Kraft“, nannte der Essener nur einen der Gründe für die Ladehemmung, die am Samstag verheerend Einzug ins Highlander-Spiel nahm. „Das Tor war wie vernagelt“, schüttelte Mayer den Kopf, „wir hätten bis nachts spielen können und hätten nicht getroffen.“ Daran änderte auch Jiri Svejda nichts, der entgegen aller Ankündigungen doch kurzfristig sein Saisondebüt feierte, aber ebenfalls glücklos blieb.

Irritationen um Schneider

Irritationen gab es unterdessen während des Spiels bei der Besetzung der Position zwischen den Pfosten. Nationalspieler Jonas Mohr begann, sah bei mindestens zwei der ersten vier Gegentreffer allerdings nicht allzu glücklich aus. Mohr wollte dem Vernehmen nach hiernach wohl schon seinen Platz räumen, Back-Up Daniel Schneider verweigerte angesichts des Spielstandes wohl seinen Einsatz. Mohr machte also weiter, steigerte sich in der Folge erheblich und bewahrte sein Team sogar vor noch erheblicherem Schaden. Ob Schneider indes Folgen seines Verhaltens fürchten muss – die Richtigkeit der Version unterstellt –, bleibt abzuwarten. Fakt ist, dass die Highlander zum Erreichen ihrer Ziele auf beide Torhüter angewiesen sind.

Weiter geht’s für die „Schotten“ bereits am Samstag. Dann gastieren die Highlander in Neuss bei den Uedesheim Chiefs.

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