Carsten Lang bilanziert: „100 Prozent rausgeholt“

Nach zwei Jahren ist für Highlander-Trainer Carsten Lang (Mitte) Schluss. Gesucht wird jetzt ein adäquater Nachfolger.

LÜDENSCHEID -  „Ich bin schon lange in diesem Geschäft“, sagt Carsten Lang, „aber solch ein Jahr ist schwer zu toppen.“ Keine Frage, diese Saison hat dem seit Samstag ehemaligen Trainer der Highlander Lüdenscheid sichtlich Freude bereitet. Nun freut sich der Iserlohner erst einmal auf die Hockey freie Zeit, auf die Familie, auf die Freizeit.

Vorbei der Frust nach der dem verkorksten Premierenjahr in der eingleisigen 1. Bundesliga, in der die Highlander nur knapp dem Abstieg entkamen. Verantwortliche, Trainer und Mannschaft schöpften hieraus neue Motivation, setzten sich frühzeitig zusammen und feilten an der neuen Ausrichtung. Neues Logo, eine durch die zum Abschluss der vergangenen Saison bereits verpflichteten Inselmann und Andre Haaf, dessen Bruder Marc sowie Rückkehrer Robert Eefting deutlich aufgewertete Mannschaft, die von Anfang an gewillt war, die Eliteliga aufzumischen.

Der Plan ging auf: Der Saisonauftakt in Krefeld glückte, in 22 Spielen eilten die Highlander zu 14 Siegen (zwei nach Penalty-Schießen), holten 41 Punkte und landeten schließlich auf Platz fünf. „Jeder war für den anderen da, es hat keine Querelen innerhalb des Teams gegeben, trotz des Trainingsmangels haben wir 100 Prozent rausgeholt“, blickt Carsten Lang sichtlich stolz zurück. „Ausreißer“ gab es kaum, lediglich die 4:12-Heimniederlage gegen den späteren Hauptrundenmeister Samurai Iserlohn sowie vereinzelte Schwächephasen in Assenheim und Duisburg schmälerten den ansonsten durchweg positiven Gesamteindruck, den die Highlander hinterließen: Immerhin zogen neun der elf Erstligagegner mindestens einmal den Kürzeren gegen das Lang-Team.

Zu Hause wurden die Bergstädter endlich wieder eine „Macht“, gewannen neun von elf Spielen. 136 Treffer verteilten sich in 22 Partien auf 17 Torschützen; Jiri Svejda mit 32 Toren – kam auf insgesamt 62 Torbeteiligungen – und André Bruch (29 Treffer) fanden dabei wieder zurück zu alter Stärke, während Goalie Jonas Mohr aufgrund seiner starken Leistungen für die am Wochenenden in Dänemark stattfindende EM nominiert wurde und Falk Elzner als Kapitän voranging und als einziger Spieler einschließlich der Viertelfinalspiele gegen Augsburg alle Saisonspiele absolvierte. Insgesamt wurden 26 Spieler eingesetzt, 15 Spieler machten mehr als die Hälfte aller Spiele. „Wir hatten endlich eine Art Stammbesetzung, konnten immer drei starke Reihen aufbieten“, war neben der Homogenität die Ausgeglichenheit im Kader für Lang ein wichtiger Schlüssel zum Erfolg.

Kader-Gefüge wird sich verändern

Glücksgefühle allerorten, dazu gewann die Highlander-Familie an Zuwachs, sahen oder sehen gleich vier Spieler Vaterfreuden entgegen (Mohr, Wille, Eefting, Elzner). Und dieses „Wir-Gefühl“ spülte die Highlander nach 2011 zum insgesamt fünften Mal in ein Play-Off-Viertelfinale, in dem sie dem zweifachen Deutschen Meister und Europacupsieger TV Augsburg in drei engen Matches durchaus Paroli boten, letztlich aber doch das Nachsehen hatten.

Die Saison ist für die Highlander nun beendet, die Arbeit hinter den Kulissen fängt für die Verantwortlichen um Dr. Stefan Seuster und Kurt Otters (Lang: „Den beiden muss ich einen großen Dank aussprechen, die haben großartige Arbeit geleistet“) jetzt erst wieder so richtig an. Ein Nachfolger für den scheidenden Trainer muss her, der dazu über die erforderliche Lizenz verfügt. Co-Trainer Stephan Meyer wäre ein solcher, gilt aber als unwahrscheinlich. Und Kapitän Falk Elzner will dem Vernehmen nach seine aktive Laufbahn noch weiter fortsetzen.

Doch auch das Kadergefüge wird sich verändern. Ob die Kasseler Fraktion um Alex Wille, Henning Inselmann und die Haaf-Brüder oder das Holland-Duo Eefting/Kerstholt – der Aufwand, den ein Gros der Spieler betreibt, ist enorm. Robert Eefting hat bereits angekündigt, aufgrund von Beruf und Familie deutlich kürzer treten zu wollen, für den Juristen aus Groningen muss also Ersatz gefunden werden.

Das Jahr 2013 wird für die Highlander in der Tat vorerst schwer zu toppen sein. Die Arbeiten dafür haben jedoch längst begonnen.

Tim Viebahn

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