Ärgerlicher Fauxpas nach rassigem Lokalfight

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Starkes Spiel gegen Iserlohn: Robin Loecke.

Lüdenscheid - Vier von sechs möglichen Zählern geholt, die Play-Off-Ambitionen untermauert und sich eine gute Ausgangsposition für das Duell mit dem HC Köln-West am Samstag verschafft: Keine Frage, unter dem Strich feierten die Highlander Lüdenscheid trotz der ärgerlichen 5:6-Niederlage gegen Meister Iserlohn im Penalty-Schießen und dem 10:2-Kantersieg gegen die Crash Eagles Kaarst nach fünfwöchiger Sommerpause eine gelungene Meisterschaftsfortsetzung.

Von Tim Viebahn-Knötig

In einem rassigen, mitreißenden und zum Schluss dramatischen Lokalfight lieferten die Highlander und die Samurai Iserlohn Unterhaltung pur. Eine Szene setzte dem Krimi im Anschluss an die reguläre Spielzeit die Krone auf und sorgte ganz besonders für Gesprächs- und Diskussionsstoff. Im Penaltyschießen hatte sich der Highlander-Stürmer Mark Terry Hall als zweiter Schütze die Kugel geschnappt, umkurvte Samurai-Goalie Jonas Mende und schob zur Führung ein. Den tosenden Jubel unterbrach Schiri Uwe Bührer allerdings prompt: Der Referee annullierte sehr zum Staunen der Highlander den Treffer und wertete Halls Versuch als verschossen.

Der Grund: Hall war an die Stelle von André Bruch getreten, sollte oder wollte ursprünglich als Dritter schießen. „Damit ist die Rangfolge unterbrochen worden“, begründete Referee Bührer, seines Zeichens auch Schiedsrichter-Obmann des Verbandes, seine Entscheidung. Mit der der 49-jährige Freiburger auch völlig richtig lag, auch wenn die Highlander zunächst eine Wiederholung des Versuchs forderten. „Das Regelwerk gibt zwar nicht viel her“, räumte Bührer einen Tag später ein, „aber bei einer Wiederholung hätten sich die Iserlohner zurecht im Nachteil gefühlt. Allein der Torwart hätte einmal mehr halten müssen.“

In der Tat schreibt Punkt 8.23 der Spielregeln nicht ausdrücklich die einzuhaltende Rangfolge und erst recht keine Folge eines Verstoßes vor, setzt diese aber – ungeschrieben – voraus. So ist die Reihenfolge der Schützen auch auf dem beim Penalty-Schießen zu verwendenden Formblatt zu vermerken. Hätte Bührer dagegen auf Wiederholung entschieden, hätten auch die Iserlohner ohne weiteres die Reihenfolge ändern und im Falle eines Fehlschusses durch den „falschen“ Schützen eine Wiederholung beanspruchen können. Auch wenn Schiri Bührer „eine Teilschuld“ einräumte, die Highlander möglicherweise nicht darauf hingewiesen zu haben, müssen die „Schotten“ den schwarzen Peter bei sich selbst suchen.

Und hätte sich Kapitän Falk Elzner vor dem 5:5-Ausgleich nicht zu einem unnötigen Foul fernab jeder Gefahr für das eigene Tor hinreißen lassen – wer weiß, ob es überhaupt ein Penaltyschießen gegeben hätte. So blieb den „Schotten“ am Ende lediglich ein Zähler, mit dem sie aber auch aufgrund des besseren direkten Vergleichs prima leben konnten.

Wenig Schwung gegen Kaarst

Den Schwung aus dem Lokalderby konnten sie indes nicht mit ins Spiel gegen die Crash Eagles Kaarst nehmen. Lange Zeit quälten sich die Bergstädter, bis sie ins Rollen kamen, um erst am Ende einen klaren Sieg herauszuschießen. Trainer Stephan Mayer wertete das Spiel gegen unkonventionell agierende Gäste, für die nach der 2:10-Niederlage im BGL der direkte Wiederabstieg besiegelt war, als gute Lerneinheit. „Es ist ja ein altbekanntes Problem, dass wir Schwierigkeiten haben, selbst das Spiel machen zu müssen. Dafür konnten wir einige Elemente üben, die uns auch in den Play-Offs zugutekommen werden.“

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