Inline-Skaterhockey

Das Wunder bleibt aus: Highlander steigen in die 2. Bundesliga ab

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Aus und vorbei: Jonas Mohr trauert.

Iserlohn - Eine Ära geht vorerst zu Ende: Nach zwölf Jahren und 13 Spielzeiten gespickt mit vielen Highlights, darunter die Vize-Meisterschaft 2008 und die Teilnahme am Europapokal 2009, schließt sich für Inline-Skaterhockey-Erstligist Highlander Lüdenscheid das Kapitel 1. Bundesliga. Die 3:4 (0:2, 1:2, 2:0)-Niederlage im letzten Hauptrundenspiel am Samstag beim Kreisrivalen Samurai Iserlohn besiegelte den ersten Abstieg der „Schotten“ in die Zweitklassigkeit.

Minuten lang kauerten Akteure wie Goalie Jonas Mohr oder Tim Dominik Seuster sitzend an der Bande, mit dem Kopf im Schoß versunken. Die Stimmung in der Kabine später, sie war nachvollziehbar betrübt. Den Klassenerhalt, nein, den hatten die Highlander gewiss nicht in diesem letzten Spiel beim Rivalen verspielt. 

Die Samurai machten jedoch 60 Minuten lang deutlich, dass sie ebenso den Sieg wollten wie der Gast. Es gab keine Geschenke unter Nachbarn. Das Lang-Team erwischte dabei allerdings den deutlich besseren Start, ließ in der Anfangsphase allerdings drei Großchancen (4., Kleinschmidt/drüber; 5. Seuster/Pfosten; 6., Svejda an Schneider) aus, bis eine Strafe für beide Seiten (Brozé, Svejda) den Highlandern den Anfangsschwung nahm, und den Hausherren nur zwei Sekunden nach Ablauf der Strafen durch M. Riepe das 1:0 (10.) gelang. Nach zwei weiteren - vermeidbaren - Strafen ging beim Gast die Ordnung vorerst gänzlich verloren. Linkes 2:0 in Überzahl war damit folgerichtig. 

Die Highlander aber blieben dran, hatten durch Unger (15./drüber) und Kleinschmidt (20./Glanztat Schneider) weitere Hochkaräter, ehe ausgerechnet Ex-Samurai Bialke nach Wiederbeginn in Überzahl den Anschluss herstellte – 2:1 (22.). Bialkes Jubel blieb eher verhalten – viel Zeit zum Jubeln hatte er allerdings auch nicht, denn quasi postwendend stellte N. Riepe den alten Abstand wieder her, erhöhte Linke kurz danach auf 4:1 (23./25.). 

Vereine Trauer nach dem Spielende...

Die ohnehin schon kernig geführten Zweikämpfe wurden nun noch kerniger, bis in Minute 29. die Situation vor dem Iserlohner Tor eskalierte und sich zwischen den Rivalen einmal mehr eine Rauferei entwickelte, in deren Folge ausgerechnet der gerade erst von seiner Sperre zurückgekehrte T. Bruch und P. Bongard die Gelb-Rote Karte sahen sowie Schmitten und Albrecht für fünf Minuten in die „Kühlbox“ mussten. Weitere Strafzeiten folgten – das allerdings spielte eher den Gastgebern in die Karten, die ihren Vorsprung – teils klug – bis ins letzte Drittel verwalteten. 

Der Abstieg der Highlander schien damit früh Konturen anzunehmen, bis den Hausherren beim Wechsel eine haarsträubende Schlafmützigkeit unterlieg und der bis dahin unglückliche R. Prince den überragenden Schneider zum zweiten Mal überwand (43.). Steins „Strahl“ zum 3:4-Anschlusstreffer nur zweieinhalb Zeigerumdrehungen bereitete nun endgültig den Nährboden für eine hochspannende Schlussviertelstunde. 

Auf dem Parkett ging es hoch her...

In dieser hielten die Highlander die Balance zwischen gesundem Offensivdrang und defensiver Kompaktheit, allein der „Lucky Punch“ sollte den Schotten nicht mehr gelingen. 51 Sekunden vor Schluss brachte Lang den fünften Feldspieler für den ebenfalls ganz starken Mohr. Die Hoffnung, dass vielleicht noch irgendein Schuss „durchflutscht“, sie sollte sich nicht erfüllen. 

Was blieb, war große Leere. Aber auch die tollen „Highlander“-Sprechchöre nach dem Spiel der zahlreich mitgereisten Fans. An diesem Tag hatten die Highlander den Klassenerhalt tatsächlich nicht verspielt. Und trotzdem saß der Schmerz so tief...

Der Abschluss der 1. Inline-Skaterhockey-Bundesliga

Hauptrunden-Meister: Crash Eagles Kaarst
Absteiger: Highlander Lüdenscheid, Düsseldorf Rams
Play-offs: Crash Eagles Kaarst – Bissendorfer Panther, SHC Rockets Essen – Samurai Iserlohn, Crefelder SC – Duisburg Ducks, HC Köln-West – TV Augsburg

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