Doppelter Schock für den Kiersper SC

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Als noch alles in Ordnung war beim KSC: Jan Thomas (rechts) und Andreas Kalman (Nr. 10) bejubeln die Führung der Wieczorek-Elf, nach der Partie finden sich beide Leistungsträger mit schweren Knieverletzungen auf der Ausfallliste wieder.

Halver/Kierspe - Doppelter Schock für Fußball-Bezirksligist Kiersper SC. Nach dem Saisonauftaktderby beim TuS Grünenbaum muss die Wieczorek-Elf in den kommenden Monaten auf gleich zwei Leistungsträger verzichten.

Andreas Kalman zog sich Ende der ersten Halbzeit einen Innenbandriss im Knie zu. Noch schlimmer erwischte es in der Nachspielzeit Jan Thomas. Meniskus, Innenband und aller Wahrscheinlichkeit nach auch das vordere Kreuzband wurden in Mitleidenschaft gezogen. Thomas wird bereits morgen operiert.

„Mir fehlen im Moment noch die Worte, ich bin einfach nur down. Es tut mir unfassbar Leid für die Jungs“, rang KSC-Trainer Andreas Wieczorek am Montagabend nach Worten angesichts der doppelt bitteren Diagnose. Der Punktverlust vom Sonntag geriet angesichts der beiden Langzeitausfälle – bei Kalman ist von sechs bis acht Wochen, bei Thomas gar von einem halben Jahr auszugehen – völlig in den Hintergrund. „Die beiden waren gut drauf – und jetzt das. Einfach nur bitter“, so Wieczorek.

Unterschiedliche Beurteilung

Beim Blick auf die Entstehungsgeschichte beider Verletzungen hatte der Ex-Profi schon am Montagmorgen differenziert. „Bei Andreas ist es unglücklich. Sein Gegenspieler fällt auf ihn drauf“, beurteilte Wieczorek die Szene. Anders die Sichtweise zu Jan Thomas’ Ausscheiden in der Schlussphase. „Da wird die Verletzung zumindest in Kauf genommen“, so Wieczorek zum Duell zwischen Kevin Bock und dem zweifachen Kiersper Torschützen. „In meinen Augen war das knallrot.“ Referee Nikolai Mester (Arnsberg) beließ es bei „Gelb“, und selbst das – so unterschiedlich die Wahrnehmungen ein und derselben Szene – war aus Grünenbaumer Sicht noch zu viel. „Kevin läuft vor Jan, nimmt das Tempo raus und wird auf ihn runtergezogen“, sagt Grünenbaum-Coach Niko Douros, „das war beides einfach nur super-unglücklich...“

Der anschließende finale Kiersper Freistoß brachte nichts mehr ein und hinterließ zwei Kontrahenten in gänzlich unterschiedlicher Gemütslage. „Der Kreisch lebt“, bilanzierte Grünenbaum-Trainer Niko Douros auch mit Blick auf die allenfalls durchwachsene Vorbereitungsphase. In der Tat: Der Aufsteiger hat rechtzeitig den Schalter auf „Wettkampfmodus“ umgelegt, fightete um fast jeden Ball und verhielt sich taktisch oftmals zur Zufriedenheit des Trainers. „Wir haben das vor allem in der zweiten Halbzeit gut gemacht“, freute sich Douros über den „Bonuspunkt“ gegen hoch eingeschätzte Kiersper.

KSC verliert die Ordnung

Die hatten die Partie mehr als eine halbe Stunde lang so unter Kontrolle, wie das in etwa dem Matchplan entsprochen haben dürfte. Der durch einen individuellen Fehler verursachte Grünenbaumer Anschlusstreffer nach einer Ecke, die Kalman-Verletzung kurz vor der Pause und das 2:2 direkt nach Wiederanpfiff veränderten den KSC-Auftritt aber nachhaltig. „Wir haben die Ordnung verloren“, bestätigte auch Andreas Wieczorek, „Grünenbaum hatte zwar kaum Chancen, aber wir bekommen bis auf die Schlussphase auch zu wenig hin. Ganz klar, das sind zwei verlorene Punkte.“

Zur Aufarbeitung dieses bitteren Tages bleiben am Felderhof nun knapp zwei Wochen Zeit. Am nächsten Sonntag ist der KSC spielfrei. Was ursprünglich nach einer unschönen Rhythmusunterbrechung ausgesehen hatte, kommt angesichts der beiden schweren personellen Rückschläge zum Saisonstart insofern gelegen, als gestern natürlich nicht daran zu denken war, den Blick fußballerisch nach vorne zu richten.

Der TuS Grünenbaum hingegen fährt jetzt zum SV Rothemühle, dachte am Montagmittag aber weniger daran, als vielmehr an die beiden verletzten Kiersper. „Ich hoffe sehr, dass es bei beiden nichts Schlimmes ist“, sagte Niko Douros im Pressegespräch – ein Wunsch, der sich nicht erfüllte...

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