HSV-Trainer Ziel will Angriffsspiel verbessern

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Die Verteidigung der HSV Plettenberg/Werdohl um Torhüter Dominik Meckel hat sich unter dem neuen Trainer Friedhelm Ziel enorm verbessert, doch im Spiel nach vorn gibt es auch nach dem Duell gegen Bergkamen Nachholbedarf.

Plettenberg - Am Sonntagabend herrschte ein Hauch von Oberliga-Atmosphäre in der Sporthalle in Böddinghausen – zumindest in Bezug auf die Härte. Denn der HC TuRa Bergkamen machte im Spiel gegen die HSV Plettenberg/Werdohl von Beginn an deutlich, wie man sich oberhalb der Handball-Verbandsliga Respekt verschafft.

Die Mannschaft von HSV-Trainer Friedhelm Ziel schien auf diese körperbetonte Gangart aber bestens vorbereitet zu sein, zumindest taktisch, und nahm den Kampf an. Dass es am Ende wieder nicht zu etwas Zählbaren reichte, ist aus heimischer Sicht ärgerlich, aber der Trend geht nach oben.

Das drücken mittlerweile auch die Zahlen aus. Friedhelm Ziel hat sich die Mühe gemacht und eine bereinigte Tabelle seit seinem Amtsantritt erstellt. Und kaum zu glauben: Aus der Schießbude der Verbandsliga ist eine Abwehr geworden, die mittlerweile zusammen mit Ferndorfs Strategen zu den besten der Liga zählt. In der Verteidigung zählt die HSV also bereits zu den Top-Teams. Gegen TuRa Bergkamen haperte es allerdings im Spiel nach vorne.

Kritik äußerte der Trainer an der Gedenksekunde, die sich immer wieder in den Umschaltmoment zwischen Angriff und Abwehr einschleicht. Ein Augenblick der Trägheit, den sich die HSV nicht leisten darf. Zum einen bietet sich dem Gegner dadurch die Chance zum Gegenstoß, und zum anderen verbaut man sich hinten raus selbst die Möglichkeit zum einfachen Treffer. Daran werde er arbeiten, verspricht der Coach – und an der Vermeidung der unnötigen Zeitstrafen.

Zudem dürfe sich das Spiel nicht zu sehr auf den eigenen Rückraum konzentrieren. „Es müssen sechs Feldspieler Spaß am Spiel haben, nicht nur drei oder vier“, meint Ziel und ist überzeugt, dass genug Potenzial im Kader schlummert, um den Klassenerhalt noch lange nicht abhaken zu müssen.

Allerdings muss die HSV viel investieren. Lengelsen, Bardischewski und Co. gingen gegen die „Brocken“ aus Bergkamen an ihre körperlichen Grenzen, vielleicht sogar darüber hinaus. „Ein intensives Spiel, das Beulen und Verletzungen zur Folge hat“, gibt der Coach die Nachrichtenlage tags drauf wieder.

Bardischewski will einen HNO-Arzt aufsuchen, weil er die Folgen eines Schlags gegen den Kehlkopf immer noch spürt. Michel Lengelsen, der einiges einstecken musste, klagt über Rückenbeschwerden und Pierre van der Hurk zog sich eine schmerzhafte Stauchung eines Fingers zu.

Stellt sich die Frage: Ist die HSV hart genug, um Ziels Training plus die Spiele durchzustehen? Der HSV-Coach bleibt optimistisch und scheint beeindruckt, mit wie viel Herz, Wille und Einsatz seine Schützlinge zu Werke gehen. Diese Mannschaft will aus dem Keller heraus – mit aller Macht. - Von Markus Jentzsch

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