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HSV geht mit verjüngtem Vorstand in entscheidendes Jahr

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Von: Michael Jeide

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Breit aufgestellt und deutlich verjüngt: Der Vorstand der HSV Plettenberg/Werdohl.
Breit aufgestellt und deutlich verjüngt: Der Vorstand der HSV Plettenberg/Werdohl nach der Wahl im Ohler Saal. © Michael Jeide

Aus dem Saal des Gasthofs „Zur Post“ in Ohle, also quasi auf halber Strecke zwischen Plettenberg und Werdohl, ging am Dienstagabend ein starkes Signal aus: Die HSV Plettenberg/Werdohl präsentiert sich vor einem entscheidenden, richtungweisenden Jahr mit einem breit aufgestellten und deutlich verjüngten Vorstand. 

Plettenberg - Die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen, um das HSV-Schiff in zukunftssichere Gewässer zu lenken, war überraschend groß – größer vielleicht sogar noch, als sich dies der neue 1. Vorsitzende Alexander Griessl erhofft hatte.

Griessl, der mehrfach bekräftigte, das Amt des Vorsitzenden lediglich für ein Jahr bekleiden zu wollen, war ob der Resonanz zunächst skeptisch, denn nur rund 30 Mitglieder, größtenteils Aktive, wohnten der Versammlung bei. „Ich hätte mir mehr Teilnehmer gewünscht, von Leuten, die nicht so eng mit dem Verein verbunden sind“, sagte Griessl, nachdem er mit dem seit 2019 amtierenden und nun nicht erneut kandidierenden Reinhard Winkelsträter den Stuhl des Vorsitzenden getauscht hatte.

Doch als sich bei der Zusammenstellung des neuen Vorstands immer mehr Hände hoben – auch von Mitgliedern, die Griessl vorher nicht auf dem Zettel hatte – wuchs seine Zuversicht, die „Menge Arbeit“ in einem „intensiven Jahr“ auf viele Schultern verteilen zu können.

Mit Blumen und einem Restaurant-Gutschein verabschiedet wurde Reinhard Winkelsträter von Nachfolger Alexander Griessl (rechts).
Mit Blumen und einem Restaurant-Gutschein verabschiedet wurde Reinhard Winkelsträter von Nachfolger Alexander Griessl (rechts). © Michael Jeide

Eingangs der Sitzung hatte Reinhard Winkelsträter Rückschau auf schwierige Zeiten gehalten: „Corona hat uns zurückgeworfen, aber der Verein gibt noch Lebenszeichen von sich.“ Maxi Rose zog die finanzielle Bilanz. Ein leichtes Minus lässt sich unter anderem durch fehlende Einnahmen bei den „Geister“-Heimspielen erklären. Brisant war, was Jugoslav Lakic zur Jugend sagte. In diesem Bereich hinterließ die Pandemie besonders nachhaltige Spuren, denn im Sommer 2021 kamen 150 von 180 Kindern nicht mehr zum Training. Aktuell hat die HSV immerhin wieder 110 Kinder im Übungsbetrieb, aber bedenkliche Lücken in wichtigen Altersgruppen und insgesamt deutlich zu wenig Mädchen. Dank guter personeller Ausstattung im Trainerbereich soll das Ziel, Talente an den Leistungssport heranzuführen und den Breitensport zu fördern, verfolgt werden.

Für die trotz eines gehobenen Altersschnitts immer noch in der Landesligaspitze mitspielende Männermannschaft lieferte Pierre van der Hurk Rück- und Ausblick. In der am Samstag beginnenden Saison will die HSV „mit viel Spaß und Gelassenheit das Beste herausholen.“

Alexander Griessl sprach in seiner Antrittsrede alle Probleme noch einmal an, die er im Vorfeld der Versammlung bereits detailliert geschildert hatte (wir berichteten). „Die Neuausrichtung des Vereins muss gelingen“ lautet seine Kernaussage. Aus einer breit aufgestellten Jugend als Basis soll sich das wieder entwickeln, was die HSV bei ihrer Gründung war: Eine Gemeinschaft von Plettenbergern und Werdohlern mit durchgängig besetzten Nachwuchsklassen, Männer- und Frauenteams. „Da müssen wir wieder hinkommen“, so Griessl.

Um den Turnaround zu schaffen, müssten weitere Handballfreunde zur ehrenamtlichen Arbeit motiviert werden, „auch Menschen, die bislang mit Handball nichts zu tun haben.“ Eine wieder größere Zuschauerresonanz, eine Erhöhung der Einnahmen aus dem Sponsoring, eine Steigerung der Mitgliederzahl, viel Bereitschaft und hohes persönliches Engagement – das alles soll dazu beitragen, den Handballsport in der HSV über das Jahr 2023 hinaus zu sichern. „Wenn es nicht gelingt, haben wir ein Problem“, machte Griessl deutlich. Doch die Bereitschaft scheint groß, diese Herkulesaufgabe gemeinsam anzupacken, wie der Blick auf den großen Vorstand, dem Markus Bluhm und Markus Winkelsträter nicht mehr angehören, zeigt.

Der HSV-Vorstand:

1. Vorsitzender: Alexander Griessl, 2. Vorsitzender: vakant – 1. Geschäftsführer: Hans Heckel, 2. Geschäftsführer: Nils Scheuermann – 1. Sportlicher Leiter: Pierre van der Hurk, 2. Sportlicher Leiter: Leon Kreikebaum –1. Kassierer: Maximilian Rose, 2. Kassierer: Jan Böckel – 1. Jugendleiter: Klaus Plötz, 2. Jugendleiter: Eike Schmale, Jugend- und Schulkoordinator: Timo Westendorf, Sportlicher Leiter Jugend: Jugoslav Lakic – 1. Referent für Sponsoring: Michael Funke, 2. Referentin für Sponsoring: Nadine Kuschmierz – Frauen- und Mädchenwartin: vakant – Veranstaltungs-Organisation: Denis Schäfer – Medienreferenten: Marcel Kämmerer, Robin Esser – Beisitzer: Miroslav Lakic, Holger Pfau, Fabian Gerth, Jens Burzlaff, Mario Hurlbrink, Christian Brinkmann, Lukas Jaske

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