Handball, Landesliga-Splitter

Der abgelehnte Wunsch nach Verlegung und ein dickes Brett

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Maximilian Rose (rechts) und Rene Tillmann kämpfen beim Tempogegenstoß der HSV Plettenberg/Werdohl gegen die DJK SG Bösperde um das Spielgerät. Zu fassen bekommt es in dieser Szene keiner.

Kreisgebiet - In der Handball-Landesliga trifft die HSV Plettenberg/Werdohl beim Auswärtsspiel auf die HSG Hohenlimburg, während die TS Evingsen zum Spitzenreiter nach Villigst-Ergste reist.

HSG Hohenlimburg - HSV Plettenberg/Werdohl (Samstag, 19.15 Uhr, Rundturnhalle): Vor der Saison hatte Kai Henning den Kreis der Titelanwärter in der Landesliga weit gefasst. Der Blick auf die Tabelle nach sieben Spieltagen zeigt, dass der Trainer der HSV Plettenberg/Werdohl mit dieser Einschätzung richtig gelegen hat. Sechs Teams liegen noch dicht beeinander. Einen wirklichen Dominator gibt es nicht, auch der allein verlustpunktfreie HVE Villgst-Ergste hatte schon umkämpfte Spiele zu bestreiten. Die HSV hat in den nächsten Wochen das Vergnügen, gegen drei Topteams antreten zu dürfen. Den Anfang machtr der Tabellenvierte HSG Hohenlimburg, der noch mit einer Partie im Rückstand ist – das Spiel beim TV Olpe wird am 23. November nachgeholt – und 10:2-Punkte aufweist.

Die einzige Niederlage bezog die Sieben von Trainer Faruk Brahimi, einst für den TuS Linscheid-Heedfeld und die HSG Lüdenscheid im Einsatz, mit 22:25 gegen die TG Voerde. Danach folgten Siege in Ruhrtal und Evingsen sowie gegen Eintracht Hagen III – alles Mannschaften, die auch gegen die HSV den Kürzeren zogen. Und gegen Voerde konnten die Lennetaler bekanntlich gewinnen, so dass die Chance, am Samstag mit einem Sieg den Platztausch mit den Hohenlimburgern zu vollziehen, nach der Papierform nicht schlecht steht. Beide Mannschaften trafen schon in der Vorbereitung auf die Saison aufeinander. Damals siegte Hohenlimburg mit 26:25.

„Das war nicht gut“, sagt Henning, doch ob seine Mannschaft es morgen besser machen kann, ist fraglich. Am Montag versuchte der HSV-Trainer wegen der Verletztenliste der Lennetaler noch eine Verlegung zu erwirken, was bei der HSG aber keine Zustimmung fand. „Dann fahren wir eben hin, werden spielen und wollen auch Zählbares mitnehmen. Die Motivation sollte da sein“, geht Henning die Aufgabe forsch an, obwohl ein Quartett definitiv ausfällt (Brinkmann, Burzlaff, Lengelsen, van der Hurk) und hinter dem Einsatz der angeschlagenen Scheerer und Winkelsträter Fragezeichen stehen.

Auch Scheuermann und Bardischewski sind nicht schmerzfrei. Folglich werden die jüngeren Spieler wie gegen Bösperde reichlich Anteile bekommen, fährt Lars Bürger als Alternative auf Linksaußen mit. „In eigener Halle ist die HSG mit ihrem begeisterungsfähigen Publikum sehr unangenehm zu spielen“, weiß Henning. „Sie haben zwei starke Torhüter, eine aggressive Deckung und mit Bauer, Maschin und Wetzel gute Leute.“

HVE Villigst-Ergste - TS Evingsen (Samstag, 20 Uhr, Sporthalle Im Gänsewinkel): Der Spielplan der TS Evingsen kommt gewissermaßen als Kontrastprogramm daher: Bevor es in den letzten beiden Spielen des Jahres 2019 gegen die Keller-Konkurrenz aus Halingen (7. Dezember) und Lüdenscheid (14. Dezember) geht, muss der Handball-Landesligist erst einmal die dicken Brocken aus der Spitzengruppe abarbeiten. Nach der HSG Hohenlimburg, der die Turnerschaft vor Wochenfrist 50 Minuten lang Paroli bot, ehe sie einbrach, gilt es nun, das nächste dicke Brett zu bohren.

Und dieses Brett ist das momentan dickste der Liga, denn es steht die Auswärtspartie beim verlustpunktfreien Tabellenführer HVE Villigst-Ergste auf der Agenda. In der Sporthalle Im Gänsewinkel dürfte es für die Turnerschaft vor allem darum gehen, nicht allzu sehr gerupft zu werden. Derart deutlich formuliert es TSE-Trainer Sascha Schmoll natürlich nicht, zumal jedes Spiel auch erst einmal gespielt werden muss. Daraus aber, dass seine Mannschaft in Schwerte eindeutiger Außenseiter ist, redet der Coach nicht herum.

„Wir treten mit dem Ziel an, alles zu geben und das Spiel möglichst lange offenzuhalten“, lautet seine Vorgabe – in dem klaren Wissen, dass Villigst-Ergste die wohl beste Mannschaft der Liga ist. „HVE spielt im Vergleich zu den weiteren Mannschaften an der Spitze noch einmal auf einem anderen Level“, adelt Schmoll den letztjährigen Vizemeister. Nennenswerte Schwachpunkte hat der TSE-Coach beim morgigen Gegner nicht ausgemacht. Über eine ebenso aggressive wie offensive Abwehr generieren die Villigster Gegenstöße, sind im aufgebauten Angriff aber nicht minder gefährlich. „Auch im Positionsspiel ist diese Mannschaft bärenstark“, sieht Sascha Schmoll Schwerstarbeit auf die TSE-Deckung zukommen, die sich zuletzt gegen Hohenlimburg deutlich zu steigern wusste, was sich in den letztlich 32 kassierten Treffern jedoch nicht widerspiegelt.

Personell lautet bei den Evingsern mit Blick auf Samstag das Motto: Drei rein, einer raus. Denn Benedikt Fink und Christian Becker kehren ins Aufgebot zurück, und Dennis Kranz ersetzt auf der Torwartposition den diesmal nicht zur Verfügung stehenden Pascal Hoinka. Mit Yannik Freiwald rechnen die Evingser derweil erst im Januar wieder.

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