Handball

Verbandsligahandballer nur krasse Außenseiter 

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Nils Scheuermann

Werdohl/Schalksmühle - Vor hohen Auswärtshürden stehen am Sonntag zum Hinrundenfinale die beiden heimischen Handball-Verbandsligisten HSV Werdohl/Plettenberg und die SGSH Dragons II, dazu auch noch zu ausgesprochen ungewohnten Anwurfzeiten, die der WM in Deutschland und Dänemark geschuldet sind, die ein Samstagspielverbot zur Folge hatte.

TuS Bommern - HSV Plettenberg/Werdohl (Sonntag, 11.30 Uhr, Sporthalle Bommerfelder Ring): Ungewohnte Stunde und ungewohnt harzfreie Halle. Nicht ungewohnt dagegen ist die Außenseiterrolle der HSV beim aktuellen Tabellendritten in Witten.

Nach fünf Niederlagen in Serie, zuletzt gegen drei Schwergewichte der Liga, geht es nun gegen den letzten Vertreter der Spitzengruppe. Vier Punkte trennen Bommern von Primus HSC Haltern-Sythen. Ein starker Rückraum, flankiert von schnellen Außen, sowie eine solide Abwehr zeichnen die Truppe von Trainer Thorsten Stephan aus Zuletzt wurde der TuS am vergangenen Wochenende Stadtmeister, angesichts der klaren Favoritenrolle war der 32:26-Finalerfolg über den HSV Herbede keine große Überraschung.

Die Henning-Sieben aus Plettenberg und Werdohl litt zur gleichen Zeit bei der 24:36-Niederlage in Hombruch unter ihrer dünnen Personaldecke. „Als die Westfalia ihre zweite Garde brachte, habe ich nur gedacht, davon hätte ich jetzt gern drei Mann dabei“ blickt HSV-Coach Kai Henning zurück. Er musste mit einem Minikader auskommen – und am Montagabend beim Training den nächsten Nackenschlag einstecken. Torhüter Tom Zlobinski stolperte, trainierte danach zwar weiter, doch die Schmerzen stellten sich über Nacht ein. Am Dienstag erfolgte die Diagnose: Mittelfußbruch, der nächste längerfristige Ausfall war Fakt.

 „Ich hoffe, dass wir am Sonntag dennoch ein Torhütergespann stellen können“, kann Henning eventuell wieder Dominik Meckel nominieren, bei dem im Herbst eine alte Fußfraktur wieder aufgebrochen war. „Aber nicht beim Handball“, betont Henning, der den zahlreichen schweren Verletzungen machtlos gegenüber steht: „So etwas habe ich noch nicht erlebt.“ Ob allerdings ein Einsatz von Meckel bereits Sinn macht – Niels Thies wird andernfalls durchspielen –, ob darüber hinaus auch die Rekonvaleszenten Markus Winkelsträter, Björn Traumüller und Dominic Scheerer in Bommern wieder auflaufen sollten, „muss der Verlauf des Spiels zeigen“, sagt Henning.

Bommern ärgern, gar gefährden, könne die HSV „nur im Vollbesitz ihrer Kräfte“. Deshalb mache es bei einer sich anbahnenden Niederlage mehr Sinn, die Angeschlagenen noch zu schonen.

Westfalia Hombruch - SGSH Dragons II (Sonntag, 16 Uhr, Sporthalle Renninghausen): Wie beim Kreisnachbarn hat's der Start ins Handballjahr 2019 auch für die Dragons Reserve des Trainerduos  Dragunski/Druskus in sich. Die Partie in Dortmund ist der Auftakt einer geradezu brutalen Serie für die Dragons, die es nach dem Duell mit dem Tabellenvierten aus Dortmund in dieser Reihenfolge mit den drei Top-Klubs der Liga – HSC Haltern-Sythen (1./A), HSG Gevelsberg-Silschede (2./H) und TuS Bommern (3./A) – zu tun bekommen. Schwieriger geht’s nicht...

„In diesen vier Spielen kann es nur um Bonuspunkte gehen“, sagt Dragons-Co-Trainer Alex Druskus,“ Im Klartext: 0:8 Punkte sind durchaus eingepreist, im Umkehrschluss kann die junge SGSH die ganz dicken Brocken der Liga aber bereits als erledigt abhaken, wenn ab Mitte Februar jene Spiele wie das gegen den TV Westfalia Halingen warten, in denen es um die „Big Points“ im Kampf um den Liga-Verbleib geht.

Die Eindrücke, die das dezimierte Dragons-Team in der Vorwoche beim Vorbereitungsturnier in Hohenlimburg hinterließ, waren keine schlechten, auch wenn es am Ende nicht zum Turniersieg reichte. Der Druck am Sonntag jedenfalls liegt bei den Gastgebern, die freilich den Vorteil haben, durch die Nachholpartie gegen die HSV Plettenberg/Werdohl am vergangenen Sonntag (36:24) bereits Praxis unter echten Wettkampfbedingungen gesammelt zu haben.

In Sachen Angriffsdurchschlagskraft bekommen es die Dragons in Dortmunds größtem Stadtteil mit einer der stärksten Besetzungen der Liga zu tun. Der mit Liga-Toptorschütze Ole Sasse und Regisseur Alex Müller ohnehin schon stark besetzte Westfalia-Rückraum wurde durch die Verpflichtung von Marcel Vogler (vom Drittligisten SG Menden Sauerland Wölfe) weiter aufgewertet. Ebenfalls aus Menden kam mit Ansgar Heunemann ein Kreisläufer der Extraklasse. Angesichts dieser Auflistung gilt für die Dragons womöglich Ähnliches wie zuletzt beim Auswärtsspiel in Hagen. „Hinten reinstellen bringt nichts“, ließ Mark Dragunski seinerzeit erfolgreich ein extrem offensives Abwehrsystem praktizieren und ärgerte den Favoriten damit erheblich.

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