Fußball

Comeback in kleinen Schritten

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Laut wird's bei RSV Meinerzhagens Trainer Mutlu Demir in den nächsten Wochen eher nicht, vielmehr steht beim Training der Spaß im Vordergrund.

Kreisgebiet – Ab Montag greifen die neuen Corona-Schutzverordnungen der Landesregierung und erleichtern vor allem den Kontaktsportlern erste kleine Schritte in Richtung „Normalbetrieb“.

Auch in geschlossenen Räumen ist Kontaktsport wieder für Gruppen mit bis zu zehn Personen möglich, im Freien sogar in Gruppen bis zu 30 Personen erlaubt. Zwar muss in beiden Fällen eine Rückverfolgbarkeit der Teilnehmer durch Datenerfassung sichergestellt und Hygienekonzepte beachtet werden, doch gerade den Fußballern ermöglicht die Lockerung einen ersten Schritt vorwärts, um vielleicht erlahmte Fitness langsam zurückzugewinnen.

„Wir machen ganz langsam etwas, werden sicher nicht überdrehen, sondern versuchen, Schritt für Schritt unsere Fitness zurückzugewinnen“, sagt Oberligacoach Mutlu Demir vom RSV Meinerzhagen, der seine Kicker für Freitagabend erstmals an der Oststraße wieder zusammengerufen hatte. „Das erste Treffen war auch aus sozialen Aspekten wichtig. Bis auf zwei Spieler habe ich die Jungens beinahe drei Monate lang nicht mehr gesehen, denn wir haben uns strikt an die Auflagen gehalten“, hat sich der RSV-Coach auf das Wiedersehen gefreut.

„Ab nächste Woche wird dann auch bei uns der Trainingsbetrieb wieder aufgenommen, aber wirklich sehr behutsam“, will Demir nicht nur Verletzungen vermeiden, sondern führt auch den nach wie vor offenen Saisonstart als Grund für Zurückhaltung bei den Blau-Weißen an. „Bislang gilt, dass bis Ende August keine Test- oder Freundschaftsspiele ausgetragen dürfen. Da ich nicht erwarte, dass dieser Beschluss gekippt wird, ist mit einem Saisonstart sicher nicht vor Oktober zu rechnen. Entsprechend dieser Vorgaben werden wir die richtige Saisonvorbereitung auch erst Ende August beginnen, alles andere wäre Unsinn.“

Bis dahin wird beim RSV der Spaß im Vordergrund stehen, die Lust am Fußball aber mit Sicherheit schnell ins Demir/Ermes/Sahin-Team zurückkehren. Landesliganeuling Rot-Weiß Lüdenscheid hat unter Wahrung der Corona-Schutzmaßnahmen das Training am Dienstag, am Tag der Verkündigung des Aufstiegs, locker wieder aufgenommen und wird von der kommenden Woche an – vorbehaltlich der Zustimmung der Stadt Lüdenscheid – „auf freiwilliger Basis wieder in voller Mannschaftsstärke locker trainieren“, wie Vorstandssprecher Michael Dregger verkündete.

Bis Ferienbeginn wird die Einheiten am Nattenberg der scheidende „Aufstiegstrainer“ Sven Krahmer leiten. Wann es unter Bayram Celik mit der Vorbereitung für die neue Saison losgeht, steht noch in den Sternen: „Solange wir nicht wissen, ob der Spielbetrieb tatsächlich im Oktober beginnt oder doch erst im neuen Jahr, da warten wir erst einmal die Verbandsentscheidungen ab“, wagt Dregger keinen Blick in die „Glaskugel“.

Bezirksligist Kiersper SC und der Bezirksliganeuling TuS Ennepe haben den lockeren Trainingsbetrieb – natürlich streng nach Corona-Schutzmaßnahmen – ebenfalls bereits wieder aufgenommen, freuen sich aber auch über die erweiterten Möglichkeiten in der kommenden Woche, die Fußball auch am Felderhof und in der FK Söhnchen-Arena wieder erheblich erleichtern, auch wenn nach wie vor die Hygieneregelungen ihre Gültigkeit behalten.

„Wir wollen den Jungens in erster Linie Spaß vermitteln, denn die Coronazeit hat ihre Spuren hinterlassen, auch Kurzarbeit die Sorgen in den Familien vergrößert. Da ist es wichtig, für eine Zeit an etwas anderes denken zu können“, blickt KSC-Coach Marco Carbotta über den Fußball-„Tellerrand“ hinaus, weiß, dass unter gegenwärtigen Bedingungen echter Fußball nicht möglich ist. Inwieweit die Lockerungen in der kommenden Woche unter den Corona-Schutzmaßnahmen umgesetzt werden können, will Carbotta noch prüfen. Die Lockerungen machen für ihn aber deutlich: „Bei 30 erlaubten Personen wird das Testspielverbot bis Ende August vielleicht auch noch gelockert und man kann schon eher was machen und der Saisonstart erfolgt früher. Für den Fall habe ich mich schon mit Trainerkollegen bezüglich möglicher Tests bereits abgestimmt. Warten wir mal den 26. Juni ab, an dem sich der FLVW äußern will.“

Derweil rollt seit einigen Tagen auch beim TuS Ennepe die Kugel wieder, wenn auch gemäßigt. „Martin und ich werden mit den Jungens ein, höchstens zweimal pro Woche spielen. Dabei wird’s nur um Spaß gehen, nicht um die Vorbereitung. Denn sonst zieht sich die Zeit wie Kaugummi, wenn noch nicht klar ist, wann’s wieder losgeht. Und das geht auf die Nerven, das weiß ich aus eigener Erfahrung“, meint Co-Trainer Peter Schebestik.

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