HSV Werdohl unterliegt der PSV Recklinghausen

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Markus Bluhm (links) schied in der 56. Minute mit einer muskulären Verletzung aus. Hier versucht er zusammen mit Marc Bardischewski, einen Wurf von Felix Albers zu blocken.

WERDOHL - Die Szenen nach dem Abpfiff am Samstagabend sprachen Bände. Die Spieler der PSV Recklinghausen feierten in der Kabine ausgelassen ihren Auswärtssieg, während HSV-Trainer Kai Henning seine niedergeschlagenen Schützlinge zu einem Gespräch auf dem Parkett zusammenholte.

Mit 32:28 (13:12) Toren hatte die PSV die HSV in die Schranken gewiesen, vor allem, weil sich Brannekämper und Co in der entscheidenden Schlussphase einen Tick cleverer angestellt hatten.

„Am Ende haben Kleinigkeiten entschieden“, analysierte PSV-Trainer Kai Müller die Partie am Riesei. Er hatte leicht reden, war seiner PSV doch der Ausgleich des Punktekontos gelungen, den die HSV angepeilt hatte. Unterm Strich habe sich seine Mannschaft nicht clever genug angestellt, meinte Kai Henning mit Blick auf die letzten Szenen. Bis zum 27:27 (55.) durch Bardischewski hegte die HSV berechtigte Hoffnungen, der Serie von drei Niederlagen einen Sieg folgen lassen zu können. „Dann haben wir dreimal die Chance in Führung zu gehen...“, begann der HSV-Trainer und konnte nicht verbergen, wie enttäuscht er über die verpassten Möglichkeiten war.

Henning verglich die Offensivbemühungen seiner HSV in den letzten Minuten der Partie mit einer Art Harakiri. Von ritueller Selbsttötung zu sprechen, ginge aber zu weit. Es schien vielmehr, als wäre Werdohl dem mentalen Druck in der entscheidenden Phase nicht gewachsen gewesen. Das ständige Hinterherrennen – vom 12:13 (30.) bis zum 27:27 (55.) – ohne ein Mal in Führung zu gehen, hatte Körner gekostet, die am Ende fehlten.

Früh kam die HSV gegen eine ausgeglichen wirkende PSV Recklinghausen vom taktischen Pfad ab. In der 17. Minute beim Stand von 5:9 wurde es Henning zu bunt, er nahm seine Auszeit. Eine Auszeit mit Seltenheitswert. Denn die Fans auf der Tribüne lauschten den Ausführungen des Trainers derart aufmerksam, dass sie das Henningsche Donnerwetter mit Szenenapplaus belohnten. „Wir blieben nicht vorne stehen! Körpersprache! Das ist nicht das, was wir uns vorgenommen haben! Spielt mit Kopf!“, schrie er seinen Schützlingen ins Gewissen. Klare Worte, die immerhin dafür sorgten, dass die HSV dank eines energischen Sebastian Lohmann und eines starken Torwarts Phil Griessl über 7:9 beim 12:13-Pausenstand Morgenluft schnuppern konnten.

HSV: Meckel, Griessl – van der Hurk (9), Lohmann (6), Lengelsen, de Liello (1), Bluhm (1), Lakic, Gurol (3/2), Scheerer, Burzlaff (1), Bardischewski (6), Fischer (1)

PSV: N. Bell, Rietdorf – Brannekämper (7), Kleine (4), Schreiber (1), Sodys (5), Fischer, Elsen (3), Albers (5/3), Lange (1), Hülsmann (2), F. Bell (2), Stöckmann (2/2)

Zeitstrafen: HSV 1/PSV 3

Schiedsrichter: Hopp/Salomo (Dortmund)

Zuschauer: 200

von Markus Jentzsch

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