Die HSV Werdohl trifft auf die „Abwehr“-Extremisten

WERDOHL - 3:3 oder 6:0? Das ist die Frage, von der vor dem Heimspiel der HSV Werdohl/Versetal am Samstagabend gegen den TuS Borussia Hoechsten (Sporthalle Riesei, Anwurf: 19 Uhr) einiges abhängt. Denn: Die Dortmunder sind bekannt, vielleicht sogar berüchtigt, für ihre extrem offensive Abwehr.

Sie treiben die Idee des 3:3-Systems bis ins Extrem, was bedeutet, dass drei Störenfriede schon an der Mittellinie auf ihre „Opfer“ lauern, während hinten drei Liberos versuchen, die Räume zu verdichten. Weil die Borussen über einen Kader mit einer Vielzahl von flinken Akteuren verfügen, stieß bisher nicht nur die HSV beim Hinrundenspiel an ihre Grenzen und bekam beim 30:37 die Grenzen aufgezeigt.

Das System scheint mit der Heimeuphorie aber deutlich besser zu funktionieren als auswärts. Die Blianz spricht in diesem Punkt eine eindeutige Sprache. Im Dezember und Januar holten die Dortmunder nur 3:7 Zähler und liegen aktuell auf Rang neun. Selbst in eigener Halle kassierte der TuS zuletzt zwei Niederlagen gegen den OSC Dortmund (31:34) und die PSV Recklinghausen (29:30). Die Konsequenz: Am zurückliegenden Spieltag trennte sich der Klub von seiner Philosophie und trat zu Hause gegen Ferndorf II mit einer klassischen 6:0-Abwehr an – mit Erfolg (34:28).

„Wir müssen uns überraschen lassen. Die 6:0 käme uns wahrscheinlich eher entgegen. Wir haben im Training aber nochmals ein, zwei taktische Auslösehandlungen einstudiert, um diesmal besser auszusehen“, sagt Trainer Kai Henning, der sich aus privaten Gründen auf der Bank vom Sportlichen Leiter Dirk Schulte vertreten lassen muss. „Im Hinspiel waren wir zu doof, haben uns zu wenig bewegt und uns nicht an die taktische Marschroute gehalten“, hat der Coach klare Vorstellungen vom Spielverlauf und hofft, die Heimserie ausbauen zu können.

Personelle Sorgen

Personell könnte die Lage im Lager der HSV besser sein. Burzlaff ist noch verletzt, Bluhm fällt mit einem Muskelfaserriss aus. Zudem muss Gurol aufgrund einer Viruserkrankung passen, und Dralus hatte in der Woche mit einer Bronchitis zu kämpfen. Weil auch Torwart Otterbach gesundheitlich angeschlagen ist, hat sich Henning frühzeitig um Ersatz gekümmert. HSV II-Keeper Phil Griessl hält sich für den Notfall ebenso bereit wie Linkshänder Calvin Broscheit, der im Training einen vielversprechenden Eindruck hinterließ.

HSV: Klose, Otterbach, Griessl – van der Hurk, Lohmann, Lengelsen, Scheuermann, de Liello, J. Lakic, Dralus, Scheerer, Blumberg, C. Broscheit

von Markus Jentzsch

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