Fußball

„Ich habe es schon sehr vermisst“

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Nach acht Jahren ist Hennes Vogelsang an die Seitenlinie des TuS Herscheid zurückgekehrt. Der gebürtige Herscheider freut sich auf die Aufgabe und die Zusammenarbeit mit seiner Mannschaft.

Lüdenscheid – Die Wehrpflicht in Deutschland wurde abgeschafft, Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg flog seine „Plagiatsaffäre“ um die Ohren und Borussia Dortmund kürte sich mit Jürgen Klopp zum Deutschen Meister – alles Ereignisse aus dem Jahre 2011, die nahezu in Vergessenheit geraten sind und aufzeigen, wie schnelllebig die heutige Zeit ist.

Im Jahre 2011 beendete auch Hennes Vogelsang seine Trainertätigkeit beim TuS Herscheid, nach acht langen Jahren kehrt der 62-Jährige in selber Funktion zum B-Kreisligisten zurück.

Acht Jahre ohne Fußball? Für Vogelsang zuvor eine schier undenkbare Situation. „Wenn ich ehrlich bin, habe ich es schon sehr vermisst. Aber zur damaligen Zeit war ich noch selbstständig, da hatte ich keine andere Wahl“, erklärt der Trainer. Die Aufgabe beim Vorjahresvierten geht der Coach mit einer gewissen Demut an, schließlich hat Vogelsang mit der heutigen Spielergeneration noch nicht zusammengearbeitet. „Wir müssen uns sicherlich erst einmal aufeinander einstimmen und zusammenwachsen. Damit meine ich aber nicht nur die Spieler, sondern den ganzen Verein, vom Betreuer bis zum Präsidenten. Zusammenhalt, Disziplin und Ehrlichkeit sind die Grundtugenden“, so Vogelsang.

Schützlinge sollen von Vogelsangs Erfahrungsschatz profitieren

Eines ist dem Trainer auch klar: Ein Wundermittel hat er nicht parat. Die letzten Jahre liefen beim TuS nicht wie gewünscht, nach dem Abstieg aus der Kreisliga A war die letzte Spielzeit zwar von der Platzierung her solide, jedoch mit lediglich 37 Punkten auf der Habenseite durchaus ausbaufähig. „Ich komme hier nicht an, drehe den Schlüssel um und alles läuft. Das schaffen wir nur im Kollektiv“, ist sich Vogelsang der schwierigen Aufgabe bewusst. Dennoch setzt sich der ehrgeizige Trainer klare Ziele für die kommende Saison. „Mein Wunsch ist es, sich stetig zu verbessern, das hängt natürlich auch immer von mehreren Komponenten ab, aber den vierten Platz aus der letzten Spielzeit wollen wir mindestens bestätigen“, erklärt der Trainer. Das Vertrauen aus dem Verein genießt Vogelsang in jedem Falle (Die Vereinsvertreter sagten mir: „Wenn der Heynckes das kann, dann kannst du das auch.“).

Wunsch A-Junioren-Trainer bleibt wohl unerfüllt

Die TuS-Akteure sollen vor allen Dingen vom großen Erfahrungsschatz des gebürtigen Herscheiders profitieren. Dieser weiß genau, dass eine Vorbereitung seine Wellentäler hat. Auf ein schwaches Testspiel (1:4 gegen SC Lüdenscheid) folgte eine starke Begegnung mit einem 4:3-Erfolg über den TSV Lüdenscheid. „Man kann nur aus Dingen lernen, die nicht perfekt laufen. Deswegen sind Negativ-Ergebnisse in der Vorbereitung auch überhaupt nicht schlimm. Wir müssen daraus nur die richtigen Schlüsse ziehen, so ist es auch im wahren Leben“, sagt Vogelsang, der am Sonntag am Rande mitging, als sei er nie weggewesen.

Einen großen Wunsch wird sich der Trainer-Routinier in seiner Fußballer-Laufbahn wohl nicht mehr erfüllen. „Ich habe mir immer gewünscht, mal im höheren A-Junioren-Bereich zu arbeiten, um die Jungs richtig formen zu können. Aber im Leben kann man nicht alles haben“, erklärt der Herscheider, der Teile seine Trainerausbildung mit S04-Ikone Norbert Elgert absolvierte. Und so ist Vogelsang wieder da im Müggenbruch, wo der Sportplatz nun Feelgood-Arena heißt: Jürgen Klopp beim BVB ist Vergangenheit, aber Vogelsang ist wieder die Gegenwart beim TuS.

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