Tor- und Kartenflut im Lüdenscheider Stadtderby

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Von allem gab’s reichlich am Honsel: jede Menge Tore, rote Karten und Zweikämpfe, wie hier von Hellas-Kapitän Baris Moumin (Mitte) und Papadopoulos gegen Platt (links) und Schönrath.

Lüdenscheid -  Was für ein Stadtderby auf dem Honsel: Nur das Ergebnis von 3:7 (3:2) zwischen dem SV Hellas und Rot-Weiß Lüdenscheid zeugt von einer klaren Sache, auf dem Feld sah’s anders aus. Da benötigte der Gast eine gehörige Portion Glück, um die wichtigen drei Zähler im Abstiegskampf beim praktisch feststehenden künftigen A-Ligisten mitzunehmen.

Von Jörg Hellwig

Zur Schlüsselszene kam’s in Minute 37 beim Stand von 2:2 in Sekundenbruchteilen: Ein Anspiel in den RWL-Strafraum, ein Schlag vom Ex-Rot-Weißen Aliu gegen Albrecht, dann eine Grätsche von Keeper Brackmann in die Beine von Kafetzis: Schiri Rohe hatte die Aliu-Entgleisung gesehen, zückte „rot“, worauf der Hellas-Verteidiger nochmals gegen den Rot-Weißen nach-trat, Brackmann kassierte „gelb“, hätte sich ohne vorangegangenen Pfiff nicht über „rot“ und vor allem Elfmeter beschweren können, der Spielverlauf vielleicht ganz andere Bahnen genommen.

Aber auch bis dahin war schon viel passiert im Derby, das Hellas aggressiv und mit so viel Biss anging, dass die Zuschauer kaum glauben konnten, dass die Hausherren praktisch abgestiegen sind. Zwar zog RWL mit erster gelungener Aktion nach einer Flanke von Urbas in Führung, weil Schönrath unbedrängt einköpfen konnte (5.), doch dann ging der Schuss für den Favoriten nach hinten los, schien Hellas die von Coach Lagoudakis angekündigte „Abschiedstournee“ per Paukenschlag eröffnen zu wollen. Ein Steilpass von links in die Spitze, ein gegen Kafetzis zu spät kommender Katsaros (7.): Foulelfmeter. Baris Moumin verwandelte eiskalt zum 1:1. Eine Minute später hätte Tuz wegen Nachtretens gegen den nach einem Zusammenprall ins Tor zurückkehrenden Vlassakidis zwingend „rot“ sehen müssen, doch der Schiri hatte es nicht richtig gesehen, ermahnte den Sünder nur, der später deshalb noch zur entscheidenden Figur wurde. Zunächst aber ging Hellas in Minute 14 in Front, als die RWL-Abwehr ihre Unzulänglichkeiten bestätigte und sich Kafetzis mit dem 2:1 bedankte. Wieder Schönrath (28.) durfte ausgleichen und als dann Vasiliadis wegen groben Fouls an Tuz die erste rote Karte sah, schien alles für den Gast zu sprechen. Doch stattdessen besorgte Lisiewicz nach eingangs erwähntem „Großbrand“ im RW-Strafraum mit seinem gekonnten Freistoß die Hellas-Pausenführung.

Auch in doppelter, später (gelb-rot gegen Liakopoulos) gar dreifacher Überzahl stellte sich RWL nicht geschickt an, aber naturgemäß kippten die Kräfteverhältnisse total. Bitter für Hellas, dass der „ungeschorene“ Tuz per Doppelschlag die Wende einleitete, die Urbas, Schönrath und Jindou perfekt machten.

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