RWL: Der Irrtum des Präsidenten

Nach Kunstpausen mit dritter und vierter Luft ins Pokalfinale: Savas Moumin (rechts) im Flutlicht-Duell mit dem Rot-Weißen Marcel Schönrath. - Foto: Hellwig

Lüdenscheid -   Unterschiedlicher konnten die Reaktionen nach dem Pokalcoup des Kreisligisten SV Hellas Lüdenscheid über Bezirksligaspitzenreiter RW Lüdenscheid nicht ausfallen: Hier die überschäumend jubelnden griechischen Außenseiter, dort ein stocksaurer Favorit.

Rot-Weiß zeigte zwar gute Kinderstube und gratulierte dem Gastgeber artig zum 2:1-Überraschungserfolg nach Verlängerung und akzeptierte auch Kritik an nur mäßiger Leistung, schäumte aber vor Wut in Richtung Schiedsrichterassistent Mustafa Tekir: Der hatte gleich zwei Mal seinen Neffen Fatih als Spielleiter korrigiert. Beim direkt verwandelten Freistoß von Mark Sattler zur vermeintlichen 2:1-Führung, den wohl Hellas-Spielertrainer Timo Maehne noch leicht abgefälscht hatte, hatte der Referee auf Tor entschieden, doch Mustafa Tekir glaubte, irgendeinen Regelverstoß ausgemacht zu haben – selbst zum Erstaunen von Hellas-Präsident Filippos Parlakoglu und Schiri-Lehrwart Christian Liedtke. Und als nach Flanke von links Schönrath heranrauschte und zum vermeintlichen Ausgleich einköpfte, war wieder die Fahne des Assistenten oben, der den Schützen im Abseits gesehen hatte.

Zu dem Zeitpunkt hatte Mustafa Tekir zudem auch schon dafür gesorgt, dass RW-Coach Marko Sadowski wegen vermeintlicher Beleidigung („Du Vogel“) hinter die Bande musste und nun noch eine Strafe erwartet. „Ich bin noch stocksauer“, zürnte RW-Vorstandssprecher Michael Dregger am Montag.

Leidenschaft in jedem Zweikampf

Den Hellenen war das völlig gleich: Obwohl ohne Auswechselspieler aufgelaufen, tat der Kreisligist genau das, was Maehne gefordert hatte: Der Gastgeber warf alle Leidenschaft ins Spiel und jeden Zweikampf, wuchs dabei über sich hinaus und strafte Präsident Parlakoglu Lügen: Der hatte schon nach einer halben Stunde bei zunehmender RW-Überlegenheit geunkt: „Jetzt merkt man schon, bei uns gehen die Kräfte aus.“ Doch Kunstpausen in der Vorwärtsbegegnung der sehr defensiv eingestellten Hausherren, bei denen Maehne nach einer guten Stunde für den erschöpften Routinier Aziz El Alami ins Mittelfeld vorrückte, bedeuteten nur, dass Mo El Alami und Savas Moumin und Co. neue Kräfte sammelten für die „dritte und vierte Luft“, die Hellas nach kräftezehrenden 120 Minuten zu Finaleinzug und Einstieg in eine zünftige Partynacht verhalf.

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