Eishockey

Still ruht der Seilersee

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An seiner Verpflichtung war der Schweizer NL-Klub SCL Tigers interessiert: NHL-Coach Jason O'Leary.

Iserlohn – Still ruht nicht nur der Seilersee. Von „heißer Phase“ ist das deutsche Eishockey derzeit weit entfernt; nach dem plötzlichen Saisonende gilt das auch für die Vorbereitung der kommenden Spielzeit.

Das ist nicht nur bei den Iserlohn Roosters so, sondern in der gesamten Deutschen Eishockey-Liga (DEL). Wenn in den vergangenen Tagen mal ein Verein einen neuen Spieler bekanntgegeben hat, dann handelte es sich meistens um Akteure, die bereits seit Wochen oder gar Monaten einen Vertrag beim neuen Arbeitgeber unterzeichnet hatten. Waren die Gründe dafür lange unbekannt, so hat sich das seit dem Wochenende geändert.

Da nämlich verriet Christoph Sandner, Geschäftsführer der Schwenninger Wild Wings, in einem Interview mit dem „Schwarzwälder Boten“: „Es gibt unter den DEL-Klubs übrigens eine Absprache, dass bis zum 30. Juni keine Spieler verpflichtet werden sollen (...) Mit den bisherigen Spielern werden wir zudem sicherlich über Gehaltsreduzierungen reden.“

Roosters-Clubchef Wolfgang Brück, gleichzeitig Aufsichtsratsmitglied der DEL, wollte auf Anfrage unserer Zeitung die Aussage Sandners nicht kommentieren. Dass die Liga nicht untätig ist, scheint aber sicher zu sein. Man kommuniziert es nur nicht, zumindest nicht nach außen. Bekannt ist lediglich, dass es in den neuen Verträgen eine Corona-Klausel für die Spieler zu akzeptieren gilt, die Vereine absichern soll, wenn es zu einem verspäteten Saisonstart, zu Geisterspielen oder gar einem kompletten Ausfall der Eishockey-Saison 2020/21 kommen sollte.

Noch hofft man auf einen Beginn am 18. September, wie auch der zuletzt oft zweifelnd DEL-Geschäftsführer Gernot Tripcke Medienvertretern mit auf den Weg gegeben hat. Aber auch am Seilersee gibt es Neuigkeiten – auch wenn sie offiziell nicht kommentiert werden.

Nach Informationen der „Berner Zeitung“ hatten die SCL Tigers, Schweizer National-League-Club aus Langnau, Interesse an einer Verpflichtung von Roosters-Trainer Jason O’Leary. Der Kanadier war in der Vergangenheit Trainer und später Kollege im Coaching-Staff des neuen Sportlichen Leiters der SCL-Tigers, Marc Eichmann.

Offenbar hatte dieser sogar offiziell in Iserlohn angefragt, ob ein Wechsel möglich sei. Letztlich, so berichtet die Zeitung weiter, habe man sich in Langnau aber gegen die Zahlung einer Ablösesumme entschieden. Statt O’Leary übernimmt dort der bisherige Co-Trainer, der Schwede Rikard Franzén, das Team.

Auch zu diesem Thema wollte sich Brück nicht äußern. Bekanntermaßen aber ist der Iserlohner Rechtsanwalt am Seilersee stets ein Fürsprecher von O’Leary gewesen. Der Grund ist einfach: Brück will nach Jahren des steten Wechsels Konstanz auf der Trainerposition. Außerdem war er, wie er in einem früheren Gespräch betonte, zufrieden damit, wie O’Leary seine Mannschaft in einer schwierigen Situation zusammengehalten und motiviert habe. Zwar seien nicht alle statistischen Werte zur vollsten Zufriedenheit ausgefallen, aber insgesamt habe der Trainer einen guten Job gemacht.

Personelle Neuigkeiten gibt es in Iserlohn derweil nicht. Ebenfalls aus Schwenningen kommt lediglich die Nachricht, dass man dort nicht unbedingt mit Jamie MacQueen arbeiten müsse, der aber noch unter Vertrag stehe und auch für die Wild Wings auflaufen würde, so der neue Manager Christof Kreutzer.

Bernd Schutzeigel, Prokurist und Geschäftsstellenleiter am Seilersee, beschäftigt sich dieser Tage intensiv mit der Zusammenstellung aller Daten für die Mitte nächster Woche beginnende Lizenzierung. „Kein leichtes Unterfangen, da man natürlich in diesen Tagen viel mehr offene Fragen hat als in anderen Jahren“, so Schutzeigel, der trotzdem sicher ist, viele Hausaufgaben erledigt zu haben.

Unterdessen hat die Mannschaft im Kleinen wieder mit der gemeinsamen Teamvorbereitung begonnen. „Wir trainieren natürlich viel für uns, um uns fit zu halten, aber zumindest die ersten gemeinsamen Einheiten haben begonnen“, berichtet Tim Fleischer. Der U20-Nationalspieler macht aber deutlich, dass er sich vor allem möglichst schnell einen Termin wünscht, wann es wirklich losgeht: „Es wäre einfacher, sich auf den Punkt vorzubereiten...“

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