Fußball-Bezirksligen

Die "verhexten" Plettenberger

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Mittelfeld-Lenker Andreas Kalman (links) strebt mit dem KSC den zweiten Heimsieg in Folge an.

Kreisgebiet - Drei Heimspiele für die heimischen Fußball-Bezirksligisten, in denen sie gern punkten möchten, während der TuS Neuenrade auswärts in Schmallenberg nach 14 Gegentreffern in zwei Partien auf des Gegners Plätzen in Schmallenberg erst einmal um defensive Stabilität bemüht ist. Doch auch die Heimaufgaben von RWL und KSC haben's in sich, ganz schwer wird's aber für den TuS Plettenberg gegen Freudenberg. Wegen anhaltender Verletzungsmisere hält Trainer Michailidis die Vier-Täler-Städter  inzwischen gar für "verhext".

Staffel 6: RW Lüdenscheid - TSK Hohenlimburg (Sonntag, 15 Uhr, Nattenberg-Kunstrasen):  „Da wächst der Respekt schon, wenn man sieht, welche Bretter wir schon gegen Hagen und Wetter bohren mussten, die ja noch sieglos sind, und jetzt ein Team kommt, dass schon zwei Dreier auf dem Konto hat. Da müssen wir aufpassen und geduldig sein“, warnt Martin Rost als Trainer des Bezirksligisten Rot-Weiß Lüdenscheid vor dem Gastspiel von Türk Spor Kulübü.

Der Liganeuling hat sich in der Tat Respekt verschafft, nach dem 5:1 gegen den VfL Schwerte freute sich Jakob Weber, der gemeinsam mit Niels von Pidoll bei TSK als Spielertrainer wirkt: „Wir sind in der Liga angekommen.“ Das sieht auch Martin Rost so: „Nach meinen Informationen bekommen wir es mit einer starken Mannschaft zu tun, die vor allem offensiv ihre Stärken hat“, erwartet der RWL-Coach eine schwere Aufgabe, möchte mit seiner Truppe aber natürlich den ergebnismäßig tollen Lauf mit einem weiteren Erfolg fortsetzen.

„Unsere Heimspiele wollen wir immer gewinnen“, sagt er kurz und bündig, hat allerdings für Sonntag personell nicht die besten Voraussetzungen vor der Brust: Neben den Urlaubern Sattler und Breitenbach sowie dem gesperrten Brackmann fehlt auch der verletzte Ertelt. Hinzu kommen gleich zwei dicke Fragezeichen: Abwehrchef Mark Linneboden laboriert nach wie vor an muskulären Problemen im Oberschenkel, hat deshalb nicht trainiert. Über seinen Einsatz soll kurzfristig vor Spielbeginn entschieden werden.

Noch schwerer könnte der drohende Ausfall von Stürmer Lukas Finke wiegen. Der körperlich so starke Angreifer, der mitunter eine halbe gegnerische Abwehr beschäftigt, wurde kurz vor Spielende beim rustikalen FC Wetter durch ein Foul am Knöchel verletzt. „Das sah erst gar nicht so schlimm aus, aber sein Fußgelenk ist ordentlich angeschwollen“, fürchtet Rost den Ausfall des Angreifers, „und einen ähnlichen Spielertyp haben wir nicht im Aufgebot.“ Überhaupt hätte der Coach gerne einmal eine Startelf eingespielt, aber durch die neuerlichen Ausfälle ist das weiter nicht möglich. „Aber da müssen wir durch und improvisieren. Wir schicken mit Sicherheit aber eine siegfähige Elf aufs Feld.“

Staffel 5: Kiersper SC - SpVgg. Neunkirchen (Sonntag, 15 Uhr, Stadion Felderhof): Gelingt es den Volmestädtern, an das erfolgreiche Heimdebüt gegen den SC LWL 05 (3:2) anzuknüpfen, könnten sie in Tabellenregionen  vorstoßen, die sie in jüngerer Vergangenheit nur aus der Ferne beobachtet haben.

Der Gegner, der sich morgen auf dem Kiersper Naturrasen vorstellt, ist für den KSC allerdings ein eher unbeschriebenes Blatt. Mit satten 13 Punkten Vorsprung auf den später via Relegation ebenfalls aufgestiegenen 1. FC Türk Geisweid sicherte sich die SpVgg Neunkirchen in der vergangenen Saison die Meisterschaft in der A-Liga des Kreises Siegen-Wittgenstein. Nach drei Partien in neuer Umgebung stehen für die Grün-Weißen drei Punkte zu Buche; neben dem 4:3-Erfolg über den TuS Plettenberg gab’s Niederlagen in Niederschelden (1:5) und gegen den SV 04 Attendorn (1:3). Viel mehr als diese Fakten sind am Felderhof im Vorfeld nicht bekannt, doch dem Ansatz von Trainer Marco Carbotta steht das ja auch nicht im Wege. „Wir müssen uns auf uns selbst konzentrieren und dem Gegner unser Spiel aufdrücken“, betont er einmal mehr.

Dass die Neunkirchener angesichts von elf Gegentoren in erst 270 Saisonminuten defensiv anfällig zu sein scheinen, könnte den Kierspern dabei natürlich in die Karten spielen. Diese trafen zuletzt zwar drei Mal, ließen aber immer noch einige gute Chancen aus. „Es war unsere eigene Schuld, dass es noch ‘mal so knapp geworden ist“, bestätigt Carbotta beim letztmaligen Rückblick auf das LWL-Spiel. Das heißt: Die Abschlusseffizienz bleibt beim KSC weiterhin ein Thema, das es zu bearbeiten gilt.

TuS Plettenberg - Fortuna Freudenberg (Sonntag, 15.30 Uhr, Lennestadion):  Kosta Michailidis hat in seiner langen Trainerlaufbahn schon viel erlebt, aber derartiges Pech ist ihm noch nicht untergekommen. Inzwischen ist er im  Vorgespräch auf das nächste Punktspiel darin geübt, Hiobsbotschaften zu übermitteln  aktuell: Liakopoulos liegt mit Fieber im Bett, ist krankgeschrieben, Hagedorn hat einen Arbeitsunfall erlitten.

Zwei Spieler, die beim 0:6 in Ottfingen versucht hatten, den Schaden zu begrenzen, fallen also beim Tabellenletzten jetzt auch noch aus. Wobei Michailidis die Hoffnung hat, dass es Hagedorn trotz Schmerzen probiert. Versuchen können es Mazzeo, Reka und Schlotmann allerdings nicht, sie sind weiterhin verletzt, Volkan Öztürk befindet sich noch im Urlaub. Den angeschlagenen Karadag, der in Ottfingen zwar auf der Bank saß, aber dennoch nach seiner im allerersten Vorbereitungsspiel erlittenen Bänderverletzung noch nicht wieder spielen konnte, wird der TuS-Coach wohl auch gegen Freudenberg noch nicht bringen.

Freudenberg, das ist nach Weißtal und Ottfingen der dritte „Hammergegner“ in Folge, noch ungeschlagen, gleichauf mit Ottfingen ganz oben im Klassement. „Vielleicht ist es unser Glück, dass wir in unserer jetzigen Situation auf diese Mannschaften treffen. Wenn der Abstand nach oben so bleibt, kommen aber irgendwann die Sechs-Punkte-Spiele. Dann müssen wir mit dem Druck zurechtkommen“, sagt Michailidis und bereitet seine Mannschaft im Training auf diese Ernstfälle im Abstiegskampf vor. „Wir arbeiten hart und intensiv an Kondition und Fitness. Jede Woche kommen ein paar Prozent dazu. 14 Leute mit Spaß beim Training sind doch ein gutes Zeichen. Wir glauben an uns und an den Lichtblick am Ende des Tunnels“, mahnt der Trainer trotz der null Punkte auf dem Konto, weiterhin geduldig und ruhig zu bleiben.

Schließlich könne für diese Situation ja niemand etwas, weder Trainer, noch Vorstand, noch Spieler. Vielmehr - so mutmaßt Michailidis: „Wir wurden verhext.“

Staffel 4: SV Schmallenberg/Fredeburg - TuS Neuenrade (Sonntag, 15 Uhr, Rasenplatz am Wormbacher Berg): 1:7 in Leiberg, 2:7 in Freienohl: Wenn der TuS im dritten Auswärtsspiel aufläuft, dann ergibt sich die erste Zielsetzung von selbst: Es geht zunächst einmal um defensive Stabilität. „Ich hoffe, dass die Jungs aus diesen beiden Partien gelernt haben, insbesondere aus der in Freienohl. Da waren wir lange Zeit ein Gegner auf Augenhöhe, um dann einen kollektiven Tiefschlaf einzulegen“, denkt Cheftrainer Abi Ouhbi mit Schrecken an die vier Gegentore binnen sechs Minuten zurück.

Immerhin: Beim 3:3 gegen einen starken VfB Marsberg zeigten die Hönnestädter eine gute Reaktion, gleichwohl kassierte der Aufsteiger auch in diesem Match innerhalb kürzester Zeit zwei Treffer. „Ein Gegentor kann immer passieren, aber es darf uns nicht so aus der Bahn werfen“, mahnt Ouhbi zu durchgehender Konzentration. Die wird bei einem bekanntermaßen heim- und offensivstarken Vizemeister der Vorsaison auch nötig sein, obwohl es bei den Hochsauerländern längst noch nicht rund läuft. Nach zwei Unentschieden und einem Sieg folgte am Vorsonntag beim SuS Langscheid/Enkhausen die erste Niederlage. 

„Von daher werden die auf Wiedergutmachung brennen“, erwartet Ouhbi einen stürmisch beginnenden Kontrahenten, drückt seine Zielsetzung sehr schlicht aus: „Den Punkt, den wir beim Anpfiff haben, wollen wir auch zum Schluss noch in den Händen halten.“ Angefangen bei Sönmez, über Zorlu, Acar, Caliskan, Knips, Gültekin und Pfeifer ist die Ausfall-Liste zwar stattlich, stehen hinter den angeschlagenen Murat und Gündogdu noch Fragezeichen, dennoch hofft Ouhbi, der am Freitag 48 Jahre alt wurde, auf ein nachträgliches Geburtstagspräsent von seinem Team.

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