Fußball-Bezirksligen

Von alten und neuen Hoffnungen

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Routinier Lars Scheerer (links) ist einer von sieben Ausfällen im Team von Rot-Weiß Lüdenscheid beim Gastspiel in Gevelsberg. 

Kreisgebiet - Rot-Weiß Lüdenscheid will Spitzenreiter Geisecker SV in der Staffel 6 trotz zahlreicher Ausfälle auf den Fersen bleiben. Der Kiersper SC schaut trotz Rückschlags im Salchendorf-Spiel weiter in Richtung Tabellenspitze, Staffel 5-Rivale TuS Plettenberg schöpft nach dem ersten Punktgewinn neue Hoffnung und der TuS Neuenrade sieht sich in Staffel 4 trotz heimstarken Gastgebers längst nicht chancenlos: Das heimische Bezirksliga-Quartett gibt sich vor dem zwölften Saisonspieltag ausgesprochen kämpferisch.          

FSV Gevelsberg – RW Lüdenscheid (Sonntag, 15.15 Uhr, Stadion Stefansbachtal):  Ausgerechnet, nachdem es beim 3:1 gegen Türkiyemspor Hagen spielerisch ein ganzes Stück voranging, drücken Fußball-Bezirksligist Rot-Weiß Lüdenscheid vor dem Gastspiel beim FSV gewaltige personelle Sorgen.

Zu sieben garantierten Ausfällen - K. und Ö. Yilmaz (beide verletzt), Scheerer, Breitenbach (beide privat verhindert), Sattler (gesperrt) sowie Neuke und Agostinho (beide nicht mehr im Kader) gesellen sich auch noch zwei Fragezeichen um die angeschlagenen Ex-Grünenbaumer Youngster Leo Viggiani und Elia König.

„Da wird es schon sehr eng, wir müssen Anleihen bei der Reserve machen“, klagt Trainer Martin Rost zwar, macht aber gleichzeitig aber deutlich: „Unser Aufgebot ist stark genug, dass wir mit einem Dreier aus Gevelsberg zurückkehren können.“ Und dieser Dreier ist und muss das Ziel der Bergstädter sein, wollen sie ihre gute Ausgangslage in der dicht gedrängten Spitze der Staffel 6 bewahren: Drei der vier Erstplatzierten nach elf Spielen noch immer ungeschlagen – Ausnahme Tabellenführer Geisecke –, mit den Türken aus Hagen ein ambitionierter Verfolger, da können sich Ausrutscher gleich auswirken, zumal es jetzt zu vielen direkten Duellen der dominierenden Teams kommt.

Da sieht Rost seine Elf beim Tabellenachten um Torjäger Schoger (acht Saisontreffer) schon in der Pflicht, obwohl es weiter ohne eigene Trainingsmöglichkeit auf Naturrasen auf den großen Rasenplatz im Schatten des Eisenbahnviadukts geht. „Immerhin ist der Platz sehr groß, das erfordert zwar gewisse Positionstreue und viel Laufarbeit, kommt insgesamt aber unserem Spiel eigentlich entgegen, zudem ist der Platz erfahrungsgemäß in sehr gut bespielbarem Zustand“, freut sich Rost auf das Gastspiel, „zumal FSV auch schon daheim verloren hat.“

Der RWL-Coach hofft, dass die angeschlagenen Viggiani und König am Sonntagnachmittag wieder zur Verfügung stehen, denn ansonsten wird das Aufgebot  sehr klein, weil nach Neuke mit Neuzugang Agostinho ein weiter Akteur nicht mehr zum Aufgebot gehört.

Gerade der Ausfall der „6er“ Scheerer und Breitenbach könnte den Bergstädtern Kopfschmerzen bescheren. Möglich, dass Schneider und Dissing in ihre Rollen schlüpfen, Youngster Ali Ozan nach seiner bärenstarken Vorstellung als „Zehner“ gegen Türkiyemspor dafür in der Offensivrolle im zentralen Mittelfeld bleibt. „Er hat das sehr gut gemacht, da möchte ich sehr ungern umstellen“, sagt Rost, ist aber vor bösen Überraschungen nicht gefeit.

1. FC Türk Geisweid – Kiersper SC (Sonntag, 15 Uhr, Kunstrasen Oberes Leimbachtal):  Das 1:3 gegen Germania Salchendorf war ein Rückschlag für den KSC, aus der Bahn werfen soll es den heimischen Fußball-Bezirksligisten jedoch nicht. „Wir wollen weiter nach oben schauen – und nicht nach unten“, benennt Marco Carbotta die Wunschperspektive für die kommenden Wochen.

Als Überheblichkeit will der KSC-Trainer das nicht verstanden wissen. „Aber ich denke“, sagt er, „dass wir nach den Leistungen, die wir in dieser Saison bislang gezeigt haben, durchaus so reden können.“ Im Rahmen des Unternehmens „Oben dranbleiben“ stehen die Kiersper beim Siegener Neuling auf dem Prüfstand – einem Aufsteiger, der im Juni über die Relegation gegen den HSK-Kreisligisten FC Fleckenberg/Grafschaft (3:3, 3:1) den Durchmarsch von der Kreisliga B in die Bezirksliga perfekt gemacht hatte. Zwar sind die Siegener dort derzeit mit erst acht Punkten Tabellendrittletzter, doch dabei ist zu berücksichtigen, dass sie bislang ausschließlich Auswärtsspiele absolviert haben. Die Partie gegen den KSC ist ihr erster Auftritt auf dem frisch renovierten Kunstrasenplatz Im Oberen Leimbachtal.

Mit dem schon zehn Mal erfolgreichen Pascal Jüngst stellt der 1. FC Türk den zweitbesten Torjäger der Bezirksliga 5. „Er ist sozusagen Geisweids Hauptwaffe“, sagt Marco Carbotta über den Stürmer, der in der vergangenen A-Liga-Saison satte 39 Treffer erzielt hatte. Dass die KSC-Defensive am Sonntag ein besonderes Auge auf ihn haben wird, versteht sich von selbst – wobei es sicherlich nicht nachteilig für die Gäste ist, dass der Gegner auf seinen „Zehner“ Samet Kocak verzichten muss. Generell ist das Duell zwischen dem Neuling und den Volmestädtern ein solches zweier ersatzgeschwächter Mannschaften. Bei den Platzherren werden neben Kocak nämlich auch Padrah und Stammtorwart Düzgün ausfallen, während dem KSC Tom Hoffmann und die Demiray-Brüder nicht zur Verfügung stehen. Weil der Kader seit Saisonbeginn ohnehin etwas geschrumpft ist – an Winterpausen-Transfers wird momentan fleißig gearbeitet –, wird Marco Carbotta am Sonntag erneut in die Rolle des Spielertrainers schlüpfen. Ins Klagen verfällt der junge Coach darüber nicht: „Auch diesmal bringen wir eine gute erste Elf auf den Platz. Wir wollen in Geisweid dreifach punkten!“

SuS Niederschelden – TuS Plettenberg (Sonntag, 15 Uhr, Kunstrasenplatz Am Rosengarten):  Mit dem 1:1 gegen Altenhof hat der TuS unter Beweis gestellt, dass der Kampf gegen den Abstieg aus der Bezirksliga noch längst nicht aussichtslos ist. Wollen die Blau-Gelben den Abstand zum rettenden Ufer aber noch in diesem Kalenderjahr verringern, muss auch in der nun folgenden Serie von fünf (!) Auswärtsspielen Zählbares herausspringen.

Den Anfang macht der Auftritt am Rosengarten,  wo sich der TuS schon zu besseren Zeiten schwer getan hat. In den vergangenen drei Spielzeiten gab es dort zwei Niederlagen und ein Unentschieden. Fadi Mrida sicherte am 10. September 2017 das 1:1 – Trainer der Mannschaft war damals wie heute Uwe Helmes.

„Wir müssen wieder die gleiche Einstellung wie letzte Woche an den Tag legen, dürfen nicht nachlassen und müssen Ordnung und Disziplin halten“, verlangt der Trainer. Gegen Altenhof habe es der TuS eine Halbzeit lang gut gemacht, dann aber, vor allem nach dem Ausgleich der Gäste, verloren die Plettenberger den Faden. Helmes: „Da war schnell wieder Durcheinander. In dieser Phase haben wir Glück gehabt. Wir müssen es am Sonntag vermeiden, dem Gegner zu viele Chancen zu gestatten.“

Der SuS Niederschelden ist in dieser Saison längst nicht frei von Problemen. Das Team von Trainer Andreas Wieczorek hatte sich andere Ziele gesteckt, als nur gegen den Abstieg zu spielen. Das ist aber nach elf Partien der Fall. Zwar gelang zuletzt ein 2:2 beim SC LWL 05, zuvor aber gingen die Spiele in Altenhof und gegen RW Hünsborn II jeweils mit 0:2 verloren.

„Wir haben vernünftig trainiert und alle sind dabei“, kann Uwe Helmes auch die Auswechselbank komplett besetzen. Nach Ablauf seiner Rotsperre ist Jorgo Kalaitzis wieder dabei und erstmals gehört auch Rückkehrer Ali Fidan zum Kader. „Er ist spielberechtigt“, konnte Markus Hildebrandt aus der sportlichen Leitung Vollzug melden, nachdem Fidans Mitwirken gegen Altenhof noch nicht möglich war, weil die Freigabe von Türkiyemspor Plettenberg noch fehlte. Auch A-Junior Panagiotis Saparidis wird nach Niederschelden mitfahren.

SG Serkenrode/Fretter – TuS Neuenrade (Sonntag, 15 Uhr, Sportplatz Serkenrode):  Sportchef Dennis Bonevski hatte auch am Freitag als bekennender BVB-Fan nicht nur an der Niederlage in Mailand, wo er selbst vor Ort war, zu knabbern, sondern auch an der ersten Heimpleite seines TuS.

 „Da hast du 70, 75 Minuten alles im Griff, musst längst 2:0 oder 3:0 führen und stehst am Ende mit gänzlich leeren Händen da“, tut ihm das 1:2 gegen die SF Hüingsen immer noch richtig weh. Es war allerdings nicht nur die miserable Chancenverwertung, allen voran der sonst so abgezockte Avdia, die den Hönnestädern zu schaffen machte. Denn nachdem Abwehrchef Kele für die Schlussviertelstunde aufgrund von Nackenproblemen passen musste, war es mit der defensiven Ordnung dahin, geriet der Neuling – mit bekanntem Ende – immer mehr unter Druck.

Nichtsdestotrotz: Das Polster zum ersten Abstiegsplatz beträgt noch immer recht komfortable sieben Punkte. Nun wartet auf den aktuellen Tabellenzehnten eine knifflige Auswärtsaufgabe, denn die SG ist zu Hause noch ungeschlagen. Die kassierte allerdings zuletzt ebenfalls einen Rückschlag, rutschte durch eine 2:5-Pleite in Langscheid von Rang drei auf vier ab.

Neuenrades Cheftrainer Abi Ouhbi, der zuletzt beruflich verhindert war und am Donnerstag wieder seine erste Trainingseinheit leitete, erwartet auf jeden Fall einen stürmisch beginnenden Kontrahenten, „der früh auf eine Vorentscheidung aus sein wird.“ Von daher gilt es für seine Mannschaft, zunächst einmal defensiv gut zu stehen, um den ersten Ansturm zu überstehen, um dann sukzessive auch selbst offensive Akzente zu setzen.

„Ziel muss es sein, Zählbares mitzunehmen. Denn bei aller offensiver Qualität hat die SG auch Schwächen“, verweist Ouhbi auf die bereits 23 Gegentore der Gastgeber. Personell bleibt der Kader nahezu unverändert. Dazu kommen könnten nach ihrer Rückkehr aus dem Urlaub die Leiß-Zwillinge, fraglich ist hingegen noch der Einsatz der angeschlagenen Latifi und Murat.

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