Fußball-Bezirksligen

Suboptimale Vorbereitungen und eine lange Anreise 

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Kerim Yilmaz (links) empfängt mit RWL den FC Wetter am Nattenberg.

Staffel 6: RW Lüdenscheid – FC Wetter (Sonntag, 15 Uhr, Nattenberg-Kunstrasen): „Grünes Licht“ und Zuversicht für das Bezirksligapunktspiel von Staffel 6-Tabellenführer Rot-Weiß Lüdenscheid gegen den FC Wetter (Sonntag, 15 Uhr, Kunstrasenplatz Natteneberg). Die Austragung kann an der regulären Heimspielstätte trotz „Dauerbaustelle“ Flutlicht über die Bühne gehen. RWL will mit Macht am Weg in Richtung Landesliga festhalten und sich von den körperlich robusten Gästen, die sie im Hinspiel klar mit 4:0 bezwungen hatten, nicht in die Suppe spucken lassen.

Die Vorbereitung war angesichts bis Donnerstag gesperrten Platzes zwar nicht optimal, aber Trainer Sven Krahmer bleibt unerschütterlich bei der Zielsetzung „drei Punkte.“ „Auch wenn die personelle Besetzung sicher nicht unbedingt gut ist“, blickt er auf ein dezimiertes Aufgebot: Zwar kehrt Innenverteidiger Marc Linneboden ebenso wieder ins Aufgebot zurück wie Torhüter Jonas Brackmann, doch dafür fallen zwei andere Eckpfeiler aus: Lars Scheerer hat sich in eine Kur verabschiedet und Torjäger Raphael Schwarzer kehrt erst am Spieltag von einem USA-Trip ins Sauerland zurück und ist selbst dann, wenn er pünktlich zum Anstoß am Nattenberg ist, angesichts des Jetlags kein Thema für die Startformation.

„Wir sind sicher aber dennoch Favorit und müssen uns darauf einstellen, dass jeder Gegner mit allen kämpferischen Mitteln versucht, uns ein Bein zu stellen, aber da müssen wir durch. Und bei allem Respekt vor dem Gegner müssen wir als die besseren Fußballer zeigen, dass wir auch damit umgehen können, dass wir mal mit dem einen härteren Körperkontakt konfrontiert werden“, geht der Coach das Match gegen das Team um das Salkonivic-Trainerduo zuversichtlich an.

Staffel 5: SC Listernohl/Windhausen/Lichtringhausen - Kiersper SC (Sonntag, 15 Uhr, Sportplatz Neu-Listernohl):Keine Frage: Eine gute Vorbereitung auf ein Meisterschaftsspiel sieht anders aus als jene des Kiersper SC auf die Auswärtsbegegnung beim SC LWL. Am Dienstag trainierte der Bezirksligist auf Schnee, am Donnerstag fiel die Einheit aus, am Freitag wurde inder Halle geprobt.

„Nach so einer Woche muss jeder erst recht Gas geben“, sagt Trainer Marco Carbotta in Richtung seiner Spieler. Denn auch wenn ihm ein Ausfall nicht ungelegen kommen würde, ging er zumindest davon aus, dass im Attendorner Ortsteil gespielt werden kann. Worum es für die Kiersper in den kommenden Spielen geht, liegt nach der 1:2-Niederlage gegen den SV 04 Attendorn auf der Hand – nämlich um ihre Aufstiegsambitionen. Der LWL-Partie folgt eine weitere Auswärtsaufgabe in Neunkirchen, und danach stehen die direkten Vergleiche mit den Mitbewerbern TSV Weißtal und SV Ottfingen an. Verlieren ist da für den KSC verboten – „ansonsten“, sagt Carbotta, „brauchen wir nicht mehr vom Aufstieg zu reden.“ 

Als Nahziel für Sonntag haben die Volmestädter auserkoren, den TSV Weißtal (35 Punkte) zu überflügeln, der eine Partie mehr bestritten hat als der KSC (34), aber spielfrei ist. Und spielfrei sind eine Woche später auch die Ottfinger (derzeit 37 Zähler)... 

Was die Kiersper erwartet, ist ihnen aus diversen Vergleichen mit dem SC LWL in den vergangenen Jahren hinlänglich bekannt. „Eine Mannschaft, die sehr tief steht, den Gegner zu locken versucht und dann mit langen Bällen auf ihre schnellen Offensivspieler arbeitet“, fasst Marco Carbotta zusammen. Heißt: Vor den Kontern der Attendorner gilt es, auf der Hut zu sein. Gleichwohl ist der Trainer optimistisch: „Wir haben in der Rückrunde schon häufiger gezeigt, dass wir gegen solch defensiv eingestelltee Gegner bestehen können!“ 

Staffel 5: TuS Plettenberg – SV Ottfingen (Sonntag, 15.30 Uhr, Lennestadion): „Die Woche Pause hat uns nicht so gut getan“, war Uwe Helmes sowohl mit der Trainingsbeteiligung vor dem pflichtspielfreien Karnevalswochenende unzufrieden, als auch mit der Darbietung der Blau-Gelben im Testspiel gegen den VfB Altena, bei dem er selbst nicht an der Seitenlinie stehen konnte. „Ich habe erstmal einen Schlag bekommen, als ich von dem 6:6 gegen Altena gehört habe. So etwas geht natürlich nicht. Dafür habe ich die Spieler am Dienstag nur laufen lassen“, ließ Helmes die Bälle bei der ersten Einheit in dieser Woche weg.

Am Donnerstag war sein Zorn aber schon wieder verraucht, wurde der Focus auf das Heimspiel gegen Tabellenführer SV Ottfingen, gelegt. „Da wollen wir probieren, an die Leistung in Weißtal anzuknüpfen“, hat sich Helmes zwei Wochen nach dem 1:0-Erfolg in der Gernsdorfer Henneberg-Arena vorgenommen, nach dem das Schlusslicht wieder berechtigte Aussichten auf den Ligaverbleib besitzt. Zum Zeitpunkt des Hinspiels in Ottfingen musste man noch davon ausgehen, dass die Saison 2019/20 ein einziges Jammertal für die Blau-Gelben bleiben würde. So unterlegen wie beim 0:6 am Siepen waren die seinerzeit noch von Kosta Michailidis gecoachten Plettenberger in keinem weiteren Spiel. 

Betrachtet man indes den Kader, der vor exakt einem halben Jahr für den TuS auflief, fällt auf, dass sich seither eine Menge verändert hat. Aus der damaligen Startelf gehören nur vier Akteure (Hagedorn, Yücel, Kalaitzis und Salih Öztürk) zum aktuellen Stamm. Der SV Ottfingen wird sich also auf einige neue Gesichter einstellen müssen. Und nicht nur mit neuem Personal will der TuS für Verwirrung beim Spitzenreiter sorgen. „Wir wollen ihnen die Lust am Fußball nehmen und sie nicht ins Spiel kommen lassen. Es ist ganz wichtig, dass wir kein frühes Gegentor bekommen“, haben sich Helmes und seine Mannen vorgenommen. Zweikampfstärke und hohe Laufintensität sollen den Grundstein für eine weitere Überraschung legen. „Die ersten Spiele nach der Winterpause sind auch für die Spitzenmannschaften immer schwierig“, weiß Helmes. Der SV Ottfingen bekam dies beim mageren 0:0 gegen Niederschelden zu spüren. Personell kann Uwe Helmes aus dem Vollen schöpfen.

Staffel 4: VfB Marsberg - TuS Neuenrade (Sonntag, 15 Uhr, Kunstrasen Diemelstadion):  Ob 90 Kilometer „über Land“ oder alternativ rund 125 Kilometer über die Autobahn – der Tross des TuS Neuenrade wird am Sonntag bei An- bzw. Abreise jeweils rund 90 Minuten im Auto verbringen. Und dazwischen steht ein mindestens 90-minütiger Kick auf dem Programm, wenn die Hönnestädter beim VfB gastieren. 

Das Hinspiel im September war ein spektakuläres. Zweimal ging der TuS in Führung, lag dann bis zur Schlussminute 2:3 in Rückstand, ehe Avdia mit einem verwandelten Strafstoß noch das letztlich leistungsrechte 3:3 besorgte. Zu diesem Zeitpunkt war beim ursprünglich ambitionierten VfB noch Christian Nolte als Übungsleiter im Amt, der sieben Wochen später aber die Brocken hinschmiss. Nachfolger wurde mit Paul Bender sein Vorgänger. Mit drei abschließenden Siegen vor der Winterpause entfernte sich das Team aus dem Hochsauerlandkreis im Eiltempo aus der gefährdeten Zone, der Jahresauftakt mit der 2:3-Niederlage in Langscheid allerdings misslang. 

Und was heißt das für den TuS Neuenrade? „Wir müssen in erster Linie auf uns schauen, und da muss einiges besser werden“, blickt Trainer Abi Ouhbi noch einmal kurz zurück: „Punkt eins ist, dass wir Chancen genug hatten, daraus aber zu wenig gemacht haben. Und Punkt zwei: Sechs Gegentore in einem Heimspiel dürfen einfach nicht passieren.“ Im Klartext heißt das: Gefordert sind eine stabilere Defensive und durchschlagskräftigere Offensive.

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