Heftige Pleite für HSV

Der Innenblock der HSE Hamm glich nicht nur in dieser Szene einem menschlichen Schraubstock. Foto: Jentzsch

WERDOHL - Im Stile eines hochgehandelten Titelanwärters erledigte die HSE Hamm am Samstagabend ihre Pflichtaufgabe bei der HSV Werdohl/Versetal. Dass es am Ende so deutlich wurde, machte den Werdohler Trainer Kai Henning nachdenklich. Zu einem Kommentar nach der 31:46 (15:20)-Niederlage war er erst später fähig.

„Ich bin sprachlos. So etwas hatte ich nicht erwartet“, sagte ein sichtlich konsternierter Werdohler Trainer, nachdm seine Sieben trotz sensationellen Starts übel unter die Räder gekommen war. Henning bezog sich mit seiner Aussage auf die erste Halbzeit. Obwohl Hamm vorne oberligatauglichen Druck aufbaute und hinten durch seinen physisch immens präsenten Innenblock samt Halbverteidigung respekteinflößend wirkte, war es die anfangs unbekümmerte HSV, die punktete. Meckel parierte stark und die Abwehr gab ihr Besten, um dem variablen und häufig ins 4:2-System auflösenden HSE-Konzepten den Zahn zu ziehen. Ab dem 3:4 drehten van der Hurk, Bardischewski und Co auf, legten in Windeseile zum 8:4 (11.) nach – Auszeit HSE. Bis zum 13:12 (20.) lieferte sich Werdohl einen offenen Schlagabtuasch, ehe, so beschrieb es Henning, die Mannschaft „wieder die Marschroute verließ“. Dann ging alles ganz schnell. Hamm bestrafte nun jeden schlecht vorbereiteten Abschluss, jeden Abspiel- oder technischen Fehler mit einem Gegenstoß. Einen direkten Freiwurf beim 15:19 bekam der Gast nach der Pausensirene noch zugesprochen – gegen eine Sechser-Mauer. HSE-Routinier Dainius Skarbalius nahm sich das Leder, knickte gekonnt zur linken Seite ab und ließ Meckel kaum eine Chance – ein Ausrufezeichen zum 20:15-Pausenstand.

Halbzeit zwei ließ die HSE dann die Muskeln spielen. Wäre da nicht ein Marc Bardischewski gewesen, die HSV hätte es wahrscheinlich noch härter erwischt. Neun Treffer des Shooters allein in den zweiten 30 Minuten gestalteten die Niederlage etwas erträglicher. „Ich muss mich bei den Zuschauern entschuldigen“, sagte Henning nach dem Abpfiff und meinte, dass sein Team nicht clever genug agiert habe, obwohl anfangs Torwart und Abwehr richtig gut harmoniert hätten. Letzlich spiegelte sich im Ergebnis nur der spielerische Klassenunterschied wider.

HSV: Meckel, Griessl – Fischer, Hurlbrink, Gurol (3/3), Scheerer, van der Hurk (4), Bluhm (4), Gadomski, Burzlaff (3), de Liello (6/2), Lengelsen, Bardischewski (11)

HSE: Lichtenegger, Presch – Korte (3), Lodenkemper (6), Stefek (5), Skarbalius (4), Feldmann (5/1), Weigel (8/1), Bicker (4), Black (2), M. Schrage (6), P. Scharge (3)

Zeitstrafen: HSV 4; HSE 2

Besondere Vorkommnisse: Rote Karte gegen Michel Lengelsen nach Foul an Lodenkemper (30:37, 52. Minute)

Schiedsrichter: Pfeifenroth/Schulte-Coerne (Dortmund)

Zuschauer: 130

Von Markus Jentzsch

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