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Haris Hujic will mit Bayer Leverkusen in Playoffs für Furore sorgen

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Der Heedfelder Haris Hujic (rechts) möchte mit den Bayer Giants Leverkusen in den Playoffs an die starken Leistungen der Hauptrunde anknüpfen.

Der Heedfelder Haris Hujic spielt bei den Bayer Giants Leverkusen bis dato eine tolle Saison. Jetzt soll es auch in den Playoffs noch sehr weit gehen.

Leverkusen – Ihr Saisonziel in der 2. Basketball-Bundesliga ProA haben die Bayer Giants Leverkusen bereits erreicht: Schon recht frühzeitig war die Qualifikation für die Playoffs perfekt, am Ende der Hauptrunde, die am vergangenen Wochenende abgeschlossen wurde, stand mit einer Bilanz von 18 Siegen und zehn Niederlagen ein – gemessen an den eigenen Ansprüchen – starker fünfter Platz zu Buche.

Großen Anteil daran hatte ein Korbjäger, der seine Anfänge bei den Baskets Lüdenscheid genommen hatte: der Heedfelder Haris Hujic. Nach den Nürnberg Falcons, bei denen er zur Saison 2015/16 in der 2. Liga ProA seine Profikarriere begonnen hatte, EWE Baskets Oldenburg (1. Liga und 2. Liga ProB) und den Rostock Seawolves (2. Liga ProA) ist der Traditionsverein aus der Chemiestadt seit Sommer 2020 seine mittlerweile vierte Station – und das Fazit des 23-Jährigen lässt keine Wünsche offen: „Alles, was ich mir vorgestellt hatte, ist in Erfüllung gegangen. Es ist ohne Wenn und Aber mein bis dato bestes Karrierejahr.“

Seine persönlichen Statistiken nach Beendigung der Hauptrunde, in der er sowohl auf dem Flügel wirbelte als auch immer mal wieder für den Aufbau verantwortlich zeichnete, bestätigen das eindrucksvoll: Von 28 Partien bestritt er 27 („Im vorletzten Spiel hätte ich zwar auch mitwirken können, aufgrund einer Magenverstimmung wollten wir aber kein Risiko eingehen“), stand im Durchschnitt fast 28 Minuten auf dem Parkett und avancierte mit im Schnitt 16 Zählern pro Match zum fleißigsten Punktesammler im Team von Cheftrainer Hansi Gnad.

Haris Hujic will mit Bayer Leverkusen in Playoffs für Furore sorgen

Apropos Gnad: Der Ex-Nationalspieler ist ein entscheidender Faktor, dass sich Hujic bei den Giganten vom Rhein so pudelwohl fühlt. „Er wollte mich im Sommer unbedingt haben, das hat mir imponiert. Ich habe dann quasi aus dem Bauch heraus unterschrieben“, blickt Hujic auf seine Anfänge in Leverkusen zurück, wo er vor der Saison schließlich als erster Neuzugang vorgestellt worden war. Das in ihn gesetzte Vertrauen hat er zurückgezahlt. „Ich habe im Sommer nach Jahren mal rund einen Monat durchschnaufen können, bin bis jetzt komplett verletzungsfrei durch die Saison gekommen. Last but not least haben wir einfach eine geile Truppe, in der jeder Spieler wichtig ist und seinen Stellenwert hat. Der Trainer verlangt zwar viel von uns, was im Profisport aber normal ist, auf der anderen Seite lässt er uns auch gewisse Freiheiten. Das Vertrauen hat sich ausgezahlt, und wir sind noch nicht am Ende des Weges angelangt“, will sich Hujic mit der nackten Playoff-Teilnahme nicht zufrieden geben.

Dankbarkeit verspürt er auch dafür, was für ihn zu Zeiten der Corona-Pandemie alles möglich ist. „Natürlich nerven die permanenten Te-stungen schon, ist es auch traurig, dass wir ohne Zuschauer spielen müssen. Aber ich kann meinen Sport komplett ausüben, habe regelmäßig Kontakte zu meinen Mitspielern. Wenn ich sehe, wie es da meinen Freunden geht, ist das für mich schon sehr privilegiert.“

Alle Konzentration gilt aber nunmehr den Playoffs, die am kommenden Wochenende beginnen. Nicht im üblichen System mit Viertelfinal-, Halbfinal- und Finalserie, sondern im Gruppenmodus. Die Giants als Fünfter bekommen es in ihrer Vierergruppe in Hin- und Rückrundenspielen mit dem Hauptrunden-Ersten, den Rostock Seawolves, Science City Jena (Vierter) und den Artland Dragons (Achter) zu tun.

Und wie sind für den Heedfelder die Aussichten? „Favoriten sind sicherlich mein Ex-Klub Rostock, dazu die Jenaer, die aufgrund einiger Corona-Fälle aber ein wenig aus dem Rhythmus gekommen sind. Letztlich aber ist in solchen Spielen alles möglich, wobei wir als Faustpfand an unsere bisherige Heimstärke anknüpfen wollen“, verweist er auf eine fast blütenweiße Weste: Von den 14 Heimspielen in der Ostermann-Arena ging lediglich eins (gegen Jena) verloren. Die Thüringer sind auch das einzige Team, gegen das die Giants zweimal unterlagen, derweil gegen Rostock ein Sieg und eine Niederlage, sowie gegen die Dragons zwei Siege heraussprangen. Sollte es zum Gruppensieg reichen, wäre der Aufstieg in die 1. Liga aus sportlichen Gesichtspunkten perfekt, als zusätzliches Highlight gäbe es aber noch ein Finalserie gegen den Ersten der anderen Gruppe.

Es ist ohne Wenn und Aber mein bis dato bestes Karrierejahr.

Haris Hujic

Ob die Leverkusener im Falle eines Falles den Aufstieg wahrnehmen würden, ist indes eher zweifelhaft; wirtschaftlich und strukturell scheint noch Nachholbedarf zu bestehen. Um welche Größenordnung es geht, verdeutlicht das Beispiel Rostock, Dort sollen noch in dieser Woche die Lizenzunterlagen für 1. und 2. Liga eingereicht werden, wobei Teammanager Jens Hakanowitz bei einem Aufstieg davon ausgeht, dass der aktuelle Etat von rund 2,5 Millionen Euro um bis zu 30 Prozent aufgestockt werden müsse.

Zahlen bei seinem Ex-Klub, die Haris Hujic kalt lassen, er ist voll und ganz auf das Sportliche fokussiert: „Ich persönlich möchte in den Playoffs so weit wie möglich kommen, was dann passiert, liegt nicht in den Händen von uns Spielern.“

Bei aller Freude darüber, wie gut es für ihn in Leverkusen läuft und wie sehr er dort wertgeschätzt wird, lebt sein Traum von der 1. Bundesliga aber weiter. Nach seinen Erfahrungen in Oldenburg jedoch nicht unter allen Umständen: „Als Quoten-Deutscher irgendwo für wenige Minuten zu spielen, kommt für mich nicht in Frage, ich möchte wenigstens die Chance erhalten, eine gute Rolle zu spielen.“

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