MZV-Serie: Übungsleiter der Woche

„Ich hatte mit 16 Jahren tatsächlich einfach Bock drauf“

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Große Freude: Hans-Jürgen Wagner (links), hat besonders Spaß daran, mit den Jüngsten zusammen zu arbeiten.

Schalksmühle - Trainer und Übungsleiter im Sport: Auf der einen Seite sind da die „Profis“, die in der Bundesliga oder bei Olympia im Rampenlicht stehen und viel Geld verdienen. Auf der anderen Seite gibt es im Sport aber auch unzählige Trainer und Übungsleiter, die ehrenamtlich oder für eine kleine Aufwands-Entschädigung in der Halle oder auf dem Sportplatz stehen.

Er ist eine wahre Institution im Schalksmühler Vereinssport und wurde schon zahlreich für sein großes Engagement ausgezeichnet. Hans-Jürgen Wagner war in den vergangenen mehr als 30 Jahren in den verschiedensten Ämtern und Sportarten aktiv. Im Interview mit Kevin Herzog spricht der Diplom-Sportlehrer über seine bisherige Zeit und seine Erlebnisse als Übungsleiter. 

Eigener Wunsch oder die Überredungskunst eines anderen? Was ist der Antrieb für Ihre Übungsleiter-Tätigkeit? Wie sind Sie dazu gekommen? 

Ich hatte mit 16 Jahren tatsächlich einfach Bock drauf. Ich bin einfach ein Vereinsmensch und wollte etwas von dem weitergeben, was man uns damals beigebracht hat. Überredet werden musste ich da nicht. Im Endeffekt ist dann sogar ein Sportstudium an der Sporthochschule Köln draus geworden. Danach habe ich dann auch lange im Leistungsbereich gearbeitet. 

Der Faktor Zeit spielt für viele Menschen eine entscheidende Rolle. Viele haben keine Zeit für eine Übungsleiter-Tätigkeit. Wieviel Zeit investieren Sie pro Woche? Und: Wie geht das Umfeld damit um? Gibt es Kritik? 

Ich blicke da schon auf eine sehr lange Zeit zurück. Als ich die B- und A-Jugend-Handballer des Schalksmühler TV auf Westfalenebene trainiert habe, hat meine damalige Freundin und jetzige Frau Sabine schon darunter gelitten. Nach dieser Zeit habe ich mich dann auf den Breitensport konzentriert. Da ist auch schon eine Menge Vorstandsarbeit dabei, und es gab auch Situationen, in denen es mich selbst genervt hat. Allerdings bin ich der Auffassung, dass, wenn man etwas macht, es auch mit 100 Prozent machen sollte. Ein Vorteil war vielleicht auch, dass Sabine mich schon so kennengelernt hat. Schwieriger wurde es dann als Familie. Meine beiden Mädels sind im Ballett. Da wäre es einfacher gewesen, wenn wir uns im gleichen Bereich, also in den Ballsportarten, bewegt hätten. 

Stichwort Ziele: Geht es Ihnen um konkrete sportliche Ziele bei der Arbeit als Übungsleiter oder eher um gesellige Aspekte? 

Dadurch, dass ich im Bereich Gesundheit und Reha arbeite, habe ich schon konkrete Ziele. Es geht darum, die Leute fit zu halten, oder ihnen bei der Reha zu helfen. Da geht es auch um Motivation zur Bewegung. Mittlerweile sind die Kleinsten aber meine Lieblingsgruppe. Seit mittlerweile 32 Jahren leite ich das Eltern-Kind-Turnen. Das macht mir unheimlich viel Spaß, die Kinder zu den verschiedenen Sportarten zu bringen und sie für Sport zu begeistern. 

Stichwort Selbstkritik: Als Trainer bzw. Übungsleiter beurteilen Sie Ihre Schützlinge, üben Kritik, um sie zu verbessern. Wenn Sie auf sich selbst schauen, was gibt es denn da zu kritisieren und zu verbessern? 

Ich muss sagen, ich habe da schon einen Werdegang hingelegt. Früher, besonders als Handball-Trainer war ich zu ungeduldig und auch aufbrausend. Mittlerweile merke ich, dass ich etwas altersmilde werde und manchmal das Gefühl habe, dass ich die Leute etwas mehr fordern könnte. Ich glaube aber auch, dass das im Breitensport eigentlich okay ist. 

Hans-Jürgen Wagner , vielen Dank für das Gespräch!

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