Handball

Deutschland wird der Titel zugetraut

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Mark Dragunski schnupperte einst bei Europa- und Weltmeisterschaften sowie Olympischen Spielen selbst Final-Atmosphäre.

Kreisgebiet – Heute Abend im Halbfinale gegen Norwegen, und dann? Die Auftritte der Nationalmannschaft begeistern die Fans, natürlich auch die heimischen Experten, die sich auf das „Feuerwerk“ am Wochenende freuen. Wir haben mit einigen gesprochen.

Mark Dragunski (Trainer der SGSH Dragons II sowie Trainer und Jugendberater bei den SGSH Juniors): „Jetzt ist der deutschen Mannschaft wirklich alles zuzutrauen, zumal im Halbfinale der Heimvorteil auf ihrer Seite liegt. Die Norweger haben zwar eine wirklich starke Mannschaft, aber ich denke, der breitere Kader spricht für die Deutschen. Der absolute Traum für die beiden Ausrichterländer wäre natürlich ein Finale zwischen Deutschland und Dänemark. Und aus eigener Erfahrung (als Aktiver stand Dragunski 2003 selbst im Weltmeisterschaftsfinale, d. Red.) weiß ich: Im Endspiel einer WM ist auch nach einem langen Turnier niemand mehr müde – da ist dann einfach alles möglich “

Friedhelm Ziel (Trainer der HSG Lüdenscheid): „Bislang hat mich die deutsche Mannschaft wirklich überrascht, ich hätte nie geglaubt, dass sie sich als eine solch tolle Einheit präsentieren wird. Jetzt ist der Punkt gekommen, an dem ich ihr auch mit der klaren Ansprache durch den Trainer alles zutraue. Allerdings ist die Leistungsdichte nicht nur bei den ersten Vier so enorm, dass man jederzeit ein Spiel auch mal knapp verlieren kann, was ich natürlich nicht hoffe. Es mögen manche anderen Gegner individuell noch besser besetzt sein als unsere Mannschaft, aber die gleicht es mit ihrer Leidenschaft und dem ausgeprägten ‘Wir-Gefühl’ aus. Diese Stimmung macht auch eine WM aus, da ist es auch richtig, dass der Spielplan den beiden Gastgeberländern durch größere Pausen entgegenkommt. Schließlich ist ihr längerer Turnier-Verbleib auch für die tolle Stimmung mitverantwortlich.“

Sascha Schmoll (Trainer der TS Evingsen): „Ich war 2007 schon als Zuschauer dabei, habe jetzt alle Zwischenrundenspiele der deutschen Mannschaft live in Köln verfolgt. Von der Stimmung in der Lanxess-Arena und Leistung des Teams her war das ganz großes Kino. Da steht eine Mannschaft auf der Platte, die insbesondere in der Abwehr super arbeitet. Im Angriff allerdings sehe ich noch Potential. Die Effizienz im Abschluss, vornehmlich von den Außenpositonen lässt noch Luft nach oben. Im Halbfinale am Freitag gegen Norwegen werde ich mit meiner Frau in Hamburg wieder auf der Tribüne sitzen, die Vorfreude ist riesig. Der Heimvorteil spricht sicher für die deutsche Mannschaft, aber Norwegen ist eine harte Nuss. Für mich ist es ein 50:50-Spiel.“

Kai Henning (Trainer HSV Plettenberg-Werdohl): „Das ist schon super. was die Jungs da leisten. Die Entwicklung des Teams, aber auch die des viel gescholtenen Bundestrainers ist sehr erfreulich. Im Halbfinale haben die Jungs eine berechtigte Hoffnung auf das Finale, weil sie jetzt im Flow sind. Schade, dass das Spiel in Hamburg und nicht mehr in Köln stattfindet, denn in Köln herrscht eine unbeschreibliche Atmosphäre. Im Finale hätten die Deutschen dann größere Chancen gegen Frankreich als gegen Dänemark, allein schon, weil es dann deutlich mehr deutsche Unterstützung gäbe.“

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