Heckers furioses Finale stürzt HSG ins Tal der Tränen

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Nicht zimperlich ging’s im Derby zu. Hier das Duell zwischen den Taktgeberinnen Birte Hofmann (links) von der HSG Lüdenscheid und Jana Kewitsch von der SG Kierspe-Meinerzhagen.

Lüdenscheid - Nicht die erhofft große Kulisse und auch kein großes Spiel: Aber ein hoch spannendes und dramatisches Derby lieferten sich die Landesliga-Handballerinnen von HSG Lüdenscheid und SG Kierspe-Meinerzhagen, das mit einem glücklichen 17:16 (10:7)-Erfolg der Gäste und bei der Köster-Sieben mit mancher Träne endete.

Von Jörg Hellwig

Binnen sechs Tagen war die HSG zum zweiten Mal nicht für ihren Kampfgeist und Kraftakt belohnt worden, hatte sich wieder mit einem Tor geschlagen geben müssen. Bloß gut für sie, dass der Klassenerhalt bereits vorher festgestanden hatte.

Nach solch „enger Kiste“ hatte es in Halbzeit eins nicht ausgesehen. Beide Teams begannen zerfahren – mehr die HSG, die prompt mit 2:5 (15.) ins Hintertreffen geriet, obwohl die Deckung gut stand und die Gastgeberinnen mit Romina Graf die überragende Akteurin (21 Paraden in den 60 Minuten) auf dem Feld hatte. Mit der Einwechslung von Hofmann gewann das HSG-Spiel an Druck, obwohl Gästecoach Alex Baldschun die Spielmacherin schon nach ihrem 3:5 kurz nehmen ließ. Bei Beckmanns 6:6 hatte die HSG ausgeglichen und ging sogar mit 7:6 in Führung. Aber durch die Einwechslung von Kewitsch, auf die sich Lüdenscheids Deckung erst einstellen musste, gewann Linkshänderin Voit-Lenkat Raum zum Abschluss und mit Spiel über den Kreis „sammelte“ der Gast Siebenmeter, die Kowitz verwandelte: Beim 10:7 war der Favorit wieder auf Kurs, legte nach Wiederbeginn durch Kewitsch das 11:7 nach. Nach dem 9:13 aber biss sich die Köster-Sieben zurück, schloss auf 12:13 (43.) auf. Auch die Kowitz-Marke zum 12:14 änderte nichts an der Richtung: Die HSG war galliger, hatte ihr Tor „vernagelt“, war nur vorn nicht stark genug. Der Gast wirkte hilflos, blieb fast 24 (!) Minuten ohne Feldtor. Mitentscheidend aber vielleicht zwei Szenen nach dem 13:14: Zunächst parierte die im Graf-Schatten stehende Schuster phantastisch gegen Hofmann, dann wurde Hoffmanns Foul zwar mit Zeitstrafe, aber nicht fälligem Siebenmeter geahndet, bevor Eicker und Worobey die HSG beim 15:14 nach 55 Minuten wieder in Führung warfen. Ein Lukowski-Tor, zwei Graf-Paraden und zwei Kowitz-Marken später hieß es 16:16. Die HSG vergab, auf der Gegenseite parierte wieder Graf doppelt, bevor Hecker sechs Sekunden vor Schluss den Abpraller ergatterte und zum 16:17 traf. Und zur Matchwinnerin wurde, weil sie die schnelle Mitte der HSG unterband. Das fällige „Rot“ trübte die SG-Freude nicht, weil der finale HSG-Freiwurf nur Frust hinterließ.

HSG: Graf, Steinacker (zwei Siebenmeter) – Eicker (2), K. Kaiser (1), Dalchow, Hofmann (1), Worobey (1), F. Kaiser, Steinbrück (1), von Opeen (3/1), Beckmann (4), Lukowski (1), Wortmann (2)

SG: Schuster, Gauglitz (n.e.) - Hintemann, Hoffmann, Voit-Lenkat (3), Semeraro, Kewitsch (1), Kowitz (9/7), Ley (n.e.), Hecker (2), Schustek (n.e.), Lingnau (n.e.), Morlinghaus, Bursig (2)

Schiedsrichter: Jung/Naeve (Hagen)

Zeitstrafen: HSG 2, SG 4 plus rote Karte gegen Hecker (taktisches Foul)

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