Problemfälle Frauen-Ober- und Männer-Verbandsligen

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Trainer Stephan Nocke bringt mit der HSG Lüdenscheid eins von 70 Landesligateams auch in der kommenden Saison an den Start.

Kreisgebiet – Der Handball-Verband Westfalen ist in Sachen Spielplanung seit der vergangenen Woche einen Schritt weiter. Es ist indes nur ein Schritt – viele Fragezeichen bleiben, auch wenn der Meldetermin mit dem Mittwoch vergangener Woche Geschichte ist.

Auch mit den vorliegenden Zahlen lässt sich manches nur sehr vage einschätzen. Zum einen, weil der Termin für den Saisonstart in den Sternen steht. Genau dieser Termin allerdings wird mögliche Staffelgrößen diktieren. Zum anderen gibt es noch Erst-, Zweit- und Drittligisten, die dieser Tage versuchen, die Enden in der Corona-Krise wirtschaftlich irgendwie zusammenzubekommen. Andreas Tiemann, Chef der Spieltechnik, kennt die Vereine, die für den Fall der Fälle auch für die Oberliga gemeldet haben. „Aber dazu werde ich nichts sagen“, erklärt der Hiller, „man muss sich das nur vorstellen, was so eine Nachricht auch für die Verhandlungen mit Sponsoren bedeuten würde…“

Kurzum: Für die Männer-Oberliga stehen aktuell 16 Mannschaften auf dem Zettel der Spieltechniker. Die SF Loxten und die TSG Altenhagen-Heepen hoffen noch darauf, in die 3. Liga nachzurücken. Aber von oben drohen eben auch Rückzüge. „Eine Staffel mit 18 Mannschaften wäre in einer Spielklasse wie der Oberliga vielleicht gerade noch möglich“, sagt Tiemann, eine 16er-Staffel aber wäre ihm gewiss lieber…

Die Männer-Oberliga macht ihm allerdings nicht das meiste Kopfzerbrechen. „Die Männer-Verbandsligen und die Frauen-Oberliga sind die Problemstaffeln“, sagt Tiemann. Bei den Frauen in der Oberliga gibt es nun 19 Mannschaften – sechs Wildcards hatte der Verband für Verbandsligisten vergeben, die mit Ausnahme von Coesfeld alle angenommen wurden. Dazu zog der TVE Netphen aus der 3. Liga zurück. Da federt der freiwillige Abstieg des TV Arnsberg und der Rückzug der HSG Euro die Mannschaftsschwemme kaum ab. Eine Lösung? – Extrem schwierig.

Bei den Männern in der Verbandsliga gibt es 34 Mannschaften, an dieser Zahl dürfte sich auch nichts mehr ändern. 17 Teams pro Staffel: Tiemann sieht das für diese Spielklasse sehr kritisch. „Aber ich bin nicht der einzige, der das entscheidet“, sagt Tiemann, der sich darüber gewundert hat, dass die fünf an Landesligisten verteilten Wildcards (Herne, Hohenlimburg, Oberlübbe, Wehe, Werther/Borgholzhausen) allesamt angenommen wurden. Alle wollen das Abenteuer wagen. Das Ergebnis für die Staffelplanung bleibt nun offen. Zumal die Frage ist, was eine Alternative zu zwei 17er-Staffeln (die SGSH Dragons II sind hier das einzige Team aus dem märkischen Südkreis) sein könnte. 34 Teams auf drei Staffeln zu verteilen – das würde allenfalls Sinn machen, wenn die Saison erst im Januar beginnen würde…

Die anderen Spielebenen machen weniger Probleme: Bei der Frauen-Verbandsliga sind es 26 Teams, 13 pro Staffel. Das geht problemlos. In der Frauen-Landesliga, in der die HSG Lüdenscheid als Marktführer des Altkreises Lüdenscheid an den Start geht, haben 55 Mannschaften gemeldet. Hier wird es drei 14er- und einer 13er-Staffel geben.

Bleibt die Männer-Landesliga: Von den 16 an Bezirksligisten vergebenen Wildcards sind hier 13 wahrgenommen worden. Neben dem VfS Warstein und dem TV Neheim, die beide aus sportlichen Gründen auf einen Aufstieg verzichtet haben, hat LIT Nordhemmern III den Aufstieg auch ausgeschlagen, allerdings gezwungenermaßen: Nach der Fusion mit Nettelstedt zum neuen Verein LIT 1912 war die Landesliga für den neuen Klub bereits von der ehemaligen Nettelstedter Reserve besetzt. So spielt nun die neue LIT-Viertvertretung auf Landesliga-Ebene. 13 Wildcard-Aufsteiger, außer der TS Evingsen keine Absteiger, dazu elf normale Aufsteiger (nur der HTV Recklinghausen verzichtete): All dies bedeutet, dass die Mannschaftsmeldezahl auf 70, darunter die HSG Lüdenscheid und die HSV Plettenberg/Werdohl, gewachsen ist.

„Für vier Staffeln ist das viel zu viel“, sagt Andreas Tiemann. Für fünf Staffeln mit je 14 Mannschaften aber passt es genau. So wird es also eine Landesliga-Staffel mehr geben. Wie diese aufgeteilt werden? – Tiemann hat für alle Fragen Ideen, doch er will damit nicht vorpreschen. Auch hier gilt: Abwarten, wann die Saison losgeht.

Das gilt auch für die Abstiegsregelung. Dass es einen vermehrten Abstieg geben wird, ist beschlossene Sache. Der Rückbau der Spielklassen soll binnen zwei Spielzeiten vollzogen werden. „Aber das klappt nur, wenn nicht zu viele Westfalen aus der 3. Liga absteigen“, sagt Tiemann schon einmal, der nichts überstürzen will. Weder die Bekanntgabe irgendwelcher Absteigerzahlen noch den Abstiegsprozessen sich. Gut Ding will Weile haben in Corona-Zeiten. Damit ist der Chef-Spieltechniker bisher gut gefahren, so soll es bleiben.

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