Handball: Aus nach drittem Kreuzbandriss

Bitteres Karriereende mit 20

Till Miekus (rechts) neben Marvin Schreyer (mitte) und Torhüter Ante Vukas bei einem Spiel der SGSH-Dragons. 

Schalksmühle - Die schlimmen Befürchtungen haben sich bei Till Miekus am Montagmorgen in der Sportklinik in Hellersen bestätigt.

Der Rechtsaußen des Handball-Drittligisten SGSH Dragons hat sich am Samstag im Einsatz für die Verbandsliga-Reserve zum dritten Mal das Kreuzband des rechten Knies gerissen. Die Diagnose soll am Dienstag noch mit einer Magnetresonanztomographie (MRT) abgesichert werden. „Es war wie bei den ersten beiden Verletzungen, deshalb hatte Till auch direkt das Gefühl, dass das Kreuzband wieder durch ist“, sagt sein Vater Manni Miekus, „leider hat sich dieser Verdacht am Montag bei Dr. Lasarzewski in Hellersen bestätigt.“ 

Manni Miekus, der selbst ein guter Handballer war und auch eine Zeit seinen Sohn in der Jugend trainierte und formte, sagt dann auch, dass es das wohl gewesen sei mit der Handballkarriere seines Sohnes. Zweimal hat sich Till nach seinen Kreuzbandrissen herangearbeitet. Aus der Bundesliga-A-Jugend in Herdecke war der Heedfelder Junge zur SGSH zurückgekommen vor zwei Jahren. Doppel-Spielrecht: Herantasten an die 3. Liga, und noch ein Bundesliga-A-Jugend-Jahr am Bleichstein. Doch dann kam der Test gegen den HTV Sundwig/Westig an jenem 31. Juli 2016. Es war die achte Minute, als sich Till Miekus beim Gegenstoß ohne Gegnereinwirkung das Knie verdrehte: Kreuzbandriss. 

Zehn Monate lang arbeitete er hart, dann kam die Vorbereitung auf die nächste Saison – und mit ihr der nächste Schock: Bei einer Aufwärmübung im Training knickte der Youngster weg, wieder war das Kreuzband im rechten Knie durch. Es folgten vielfältige Überlegungen – am Ende landete Miekus zu zwei Operationen in der Klinik am Media-Park in Köln. Alles lief gut. Wieder arbeitete er sich langsam und geduldig heran, trainierte inzwischen seit Wochen problemfrei, machte große Fortschritte, brannte auf sein Comeback. Gegen Varel durfte er ein paar Minuten im Drittliga-Team auflaufen – und sollte danach erst einmal Spielpraxis in der Verbandsliga sammeln. 

Bis zur Verletzung am Samstagabend war sein Auftritt auf der rechten Außenbahn gegen Haltern beeindruckend. Er führte sein Team mit seinen Toren, seiner Schnelligkeit heran. Doch dann wieder eine unglückliche Landung. Wieder der Schmerz. Zwei Tage später die böse Kunde. Karriere-Ende im Alter von 20 Jahren. Nach zwei Spielzeiten in der Drittliga-Warteschleife. Viel bitterer geht es nicht. Sympathie drückt sich auch in der Sorge um den Sympathieträger aus. So hofften und bangten die Verantwortlichen und viele Menschen aus dem Umfeld der Dragons am Sonntag mit dem Youngster. 

Nachfragen, SMS, WhatsApp. Till Miekus hat sich auch abseits des Feldes mit seiner offenen, höflichen, trotz der sportlichen Malaise immer positiven Art viele Sympathien erobert. Ein junger, ehrgeiziger Sportler, wie ihn sich ein Verein wünscht. „Wenn ein älterer Spieler seine Karriere beenden muss, ist das auch immer bitter“, sagt Manni Miekus, „aber Till hat ja noch gar nicht richtig zeigen können, was er drauf hat.“ Angedeutet hat der Youngster es, mehr war ihm nicht vergönnt. Sein Sohn werde nun dem Beruf den Vorrang geben, sagt Manni Miekus. 

Till Miekus macht eine Ausbildung zum Industriekaufmann bei der Firma Mayweg, einem Sponsor der Dragons. Den dritten Riss des Kreuzbandes könnte er auch konservativ therapieren lassen. Er wird sich aber wohl operieren lassen, um in irgendeiner Form wieder Sport treiben zu können. Vom Handball habe ihm auch Dr. Lasarzewski am Montag abgeraten, sagt Manni Miekus. Till Miekus wird sich ganz schweren Herzens etwas anderes suchen müssen.

„Das haut einen aus dem Leben“

Stefan Neff, Trainer des Dragons-Drittliga-Teams, hörte am Samstag bei einer Geburtstagsfeier von der neuerlichen Verletzung seines Rechtsaußen. „Als ich gehört habe, dass er noch vom Feld humpeln konnte, habe ich gehofft, dass es vielleicht nicht so schlimm ist“, sagt Neff. Nach der Diagnose am Montag dann war der Hagener sprachlos. Neff, der selbst mit 17 Jahren aufgrund einer Knieverletzung seine Karriere als Spieler beenden musste, kann sich vielleicht am besten in Miekus hineinversetzen. 

Neff sagt: „Das haut einen aus dem Leben, man verliert sein großes Hobby. Das ist so bitter. Für uns ist das traurig, aber für Till ganz, ganz schlimm. Gerade, wenn man Tag für Tag gesehen hat, wie gut er sich herangearbeitet hat. So ein lieber Junge. So ein Talent... Auf lange Sicht gesehen wäre Till ganz sicher eine feste Größe auf seiner Position geworden und hätte als Schalksmühler Junge die nächste Zeit bei der SGSH geprägt.“

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