Handball, 3. Liga West

Stefan Neffs rot-weiße Visionen

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Hat klare Pläne für seine Zukunft bei der SGSH: Stefan Neff (Zweiter von links).

Halver - „Das ist eine miese Frage!“ Stefan Neff hielt kurz inne. Das Foyer der Sporthalle Mühlenstraße war voll, die Fans standen dicht gedrängt bei der Pressekonferenz. Und nun nach 60 unfassbar anstrengenden Minuten diese Frage von Conferencier Timo Blumberg: Was sind die Ziele für die Zukunft? Was will Neff mit der SGSH erreichen, der Derbysiegertrainer mit der Derbyverlierermannschaft des Abends?

„Ich bin ja im Moment noch ein Außenstehender“, sagte der 29-Jährige, gewann etwas Zeit und verriet sie dann doch, seine Vision für eine rot-weiße Zukunft, auch wenn er dabei noch das grün-weiße Sweater des TuS Volmetal trug. „Ich will modernen Handball spielen – mit einer Mannschaft, die fit ist und Gas gibt“, sagte Stefan Neff und ergänzte, „und mit einer Mannschaft, die Teamgeist hat...“ 

Kurzum: Der Hagener Trainer-Youngster will all das, was er in vier Jahren am Volmewehr geschafft hat, nun auch auf seinen neuen Verein projizieren. Dazu gehört mehr als nur die Mannschaft. „Ich will den ganzen Verein mitnehmen – wie man es jetzt beim TuS Volmetal sieht“, erläuterte Neff, „auf so einem Niveau funktioniert es nicht als Kleingruppe. Das wird viel Arbeit, aber ich freue mich drauf...“ 

Die SGSH-Fans freuen sich auch darauf. Nach einer Saison, die so viele Enttäuschungen bereitgehalten hat, sind sie bester Hoffnung, auch deshalb, weil der Arbeitsnachweis des neuen Mannes am Samstagabend ein beeindruckender war. Der TuS Volmetal am Samstagabend an der Mühlenstraße war die Art von Mannschaft, die auch die SGSH gerne wieder wäre. Geschlossen kämpfend, mit klarer Marschroute (Neff: „Unser Matchplan war, dass wir hintenraus konditionell Vorteile haben sollten, das hat sich bewahrheitet...“), an sich glaubend und sich an sich selbst berauschend. 

Neff hat auch in der 3. Liga West das geschafft, was ihm vorher schon in der Oberliga geglückt ist. Der Hagener hat aus Individualisten, die im Vergleich mit der Konkurrenz auf den ersten Blick vermeintlich unterlegen scheinen, ein Ensemble gebastelt, das als Team funktioniert, in dem das Leistungsvermögen der Mannschaft die Summe der Fähigkeiten der Einzelnen übersteigt. Bei der SGSH wird er nun mit anderem Spielermaterial arbeiten dürfen oder müssen. Individualisten, die vermeintlich stärker sind, aber als Team bisher noch nicht die Attribute des TuS Volmetal erfüllen. 

Hoher Respekt für die Arbeit von Mathias Grasediek

Neff ist dabei ein akribischer Arbeiter mit Faible für die Defensivarbeit („Das Spiel funktioniert, wenn du gut verteidigst – das haben wir im Derby in den ersten 20 Minuten und am Ende geschafft...“). Acht Videos von der SGSH hat er im Vorfeld des Derbys geschaut, wurde in der Halle kolportiert, die Startphase am Samstag war kein Zufall. Schwächen des Gegners waren herausgearbeitet. Das ist nicht neu bei der SGSH, in der Videoanalyse, der Analyse des Gegners war auch Mathias Grasediek ein Meister, ein Stratege. 

Kein Wunder, dass es bei Neff großen Respekt gibt für die Arbeit seines Vorvorgängers. „Matthes hat hier so lange so gute Arbeit gemacht, das war eine tolle Ära“, sagte Neff am Samstag bei seinem spontanen Kurzreferat, „aber natürlich werde ich auch Dinge anders machen. Genauso wie ein Trainer, der nun nach Volmetal kommen wird und Dinge anders und vielleicht besser als ich machen wird.“ Natürlich würde Neff all dies am liebsten mit der SGSH in der 3. Liga realisieren. „Ich drücke der SGSH jetzt alle Daumen, schon allein, damit wir in der nächsten Saison wieder so tolle Spiele gegen Volmetal erleben“, sagte er, überlegte kurz und fügte dann hinzu: „Am Freitagabend war ich in Hagen – wer weiß, vielleicht gibt es dann ja sogar noch mehr Derbys...“

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