HSV gibt ein deutliches Lebenszeichen von sich

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Kai Henning sinkt auf die Knie und schreit die Freude über den Sieg heraus.

WERDOHL - Kaum hat HSV-Trainer Kai Henning seinen Abschied zum Ende der Saison verkündet, da scheint sich die Mannschaft voll hinter ihren Trainer zu stellen und für ihn zu kämpfen – und gegen den Abstieg. Manch einer mag sich verwundert die Augen gerieben haben, denn wie die HSV Werdohl/Versetal am Samstag gegen den klar favorisierten RSV Eiserfeld auftrumpfte, das Publikum mitriss und am Ende auch triumphierte, war sensationell – trotz Minimalaufgebot.

Kein Vergleich zu den Auftritten der jüngsten Spieltage in der Handball-Verbandsliga. Das Team hat offensichtlich eine Verwandlung durchgemacht und beim verdienten 32:28 (9:11)-Erfolg gegen die Siegerländer ein deutliches Lebenszeichen von sich gegeben.

„Ein Riesenkompliment an die Mannschaft. Das haben die Jungs supertoll gemacht. Sie haben gekämpft, geackert und gerackert – über 60 Minuten“, lobte Henning seine Schützlinge in den höchsten Tönen und hofft, dass sie das Gefühl, wie schön Siegen sein sein kann, am kommenden Wochenende mit nach Höchsten nehmen.

Knackpunkt der Partie war wohl die Phase, in der die HSV binnen weniger Momente aus einem 14:17-Rückstand (39.) den 17:17-Ausgleich (40.) machte. In dieser Phase brachte der erstmals eingewechselte Pierre van der Hurk eine ordentliche Portion frischen Wind ins Spiel der Werdohler. Eiserfeld sah die Wende kommen, kämpfte verbissen dagegen an. In der 44. Minute war es dann so weit. Nils Scheuermann startete zum Gegenstoß, markierte beim 20:19 die erste Führung für die HSV. Bis zum 25:23 (50.) blieb es ganz eng, die Tribüne wirkte elektrifiziert. Die Werdohler Anhängerschaft hielt es nicht mehr auf ihren Plätzen, sie spürte offenbar, dass sie gebraucht wurde.

Lengelsen trifft auch in Unterzahl

Aber Meckel und Co standen ohnehin unter Strom, wuchsen über sich hinaus. Erstaunlich, dass die HSV dabei nicht nur kämpferisch überzeugte, spielerisch, individuell wie kollektiv zeigte der Abstiegskandidat sein zweites Gesicht. Trainer Kai Henning feierte jeden Treffer, als würde er den Klassenerhalt bedeuten, und musste beim 27:23 nochmals bangen. Bardischewski rauschte mit Hauschild zusammen, kassierte eine Zeitstrafe und der Siegerländer eine Platzwunde im Gesicht. In Überzahl verkürzte der RSV zum 24:27, Lengelsen gab noch in Unterzahl die passende Antwort zum 28:24 (54.). Beim 31:26 (58.) war die Messe gelesen. Mit dem Abpfiff sank Kai Henning auf die Knie, riss die Arme in die Höhe und schrie die Freude über den Sieg hinaus.

Markus Jentzsch

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