Handball-Verbandsliga

Abstiegskrampf mit Dragons-Happyend

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Acht Tore beim Derbysieg gegen die HSV: Benno Walter (hier gegen Joel Jünger und Fabian Gerth).

Schalksmühle - Die SGSH Dragons II haben einen großen Schritt in Richtung Klassenerhalt in der Handball-Verbandsliga gemacht. In einem Kreisderby, das keinen Sieger verdient hatte, setzte sich das Dragunski-Team am Löh gegen die HSV Plettenberg/Werdohl sehr glücklich 24:23 (11:10) durch. 

Drittletzter gegen Vorletzter, noch dazu das Duell zweier zuletzt in Abstiegsduellen arg gedemütigter Kontrahenten - das ließ schwere, zähe Kost erwarten. Diese Erwartungen erfüllten sich. In einer ersten Halbzeit, in der beide Mannschaften nachdrücklich unter Beweis stellten, weshalb sie aktuell in dieser misslichen Lage stecken, war es ein Kräftemessen auf Augenhöhe, allerdings auch auf sehr niedrigem Niveau. Die HSV hatte fürs Derby noch einen Neuzugang aus dem Hut gezaubert. Filip Lukic, ein Serbe und angeheirateter Verwandter von Jugo Lakic, war in dieser Woche zum Team gestoßen und durfte nach einer Trainingseinheit mit dem HSV-Team im linken Rückraum beginnen. Doch der 20-Jährige, der in der 1. Liga in Serbien gespielt haben soll, war keine wirkliche Hilfe für sein Team, an diesem Tag eher eine zuverlässige Fehlerquelle.

Die Dragons lagen bis zum Wechsel durchweg in Front, verpassten es aufgrund erheblicher Mängel im Abschluss aber, sich abzusetzen. Die HSV tat sich ohne den krankheitsbedingt fehlenden Pierre van der Hurk schwer, überhaupt gute Chancen herauszuarbeiten. Allenfalls Markus Winkelsträter entwickelte im ersten Durchgang Torgefahr. 11:10 zur Pause - alles war offen.

Nach dem Wechsel legten die Hausherren mit einem aufblühenden Benno Walter (fünf Tore in elf Minuten) schnell ein 16:12 (37.) vor und führten auch noch beim 19:15 (43.) komfortabel. Die Gäste spielten inzwischen ohne ihren einzigen Linkshänder Björn Traumüller, der Nils Leicht beim Gegenstoß in die Parade gefahren war - eine gemessen an der Erfahrung Traumüllers unerklärlich ungestüme und unnötige Aktion, die mit der Roten Karte sanktioniert wurde (34:19). Es stand also mithin schlecht um den Gast, sehr schlecht. 

Das Blatt aber wendete sich auf wundersame Weise. Zum einen, weil die Dragons vorne nachlässig wurden im Abschluss. Zum anderen, weil die HSV nun konsequent Joel Jünger am Kreis suchte und auch fand. Der nach Volmetal abwandernde Jünger hatte eine 100-Prozent-Quote, war bester Gästeakteur. Gefolgt von Fabian Gerth - der Youngster durfte nun im Rückraum ran und erzielte drei blitzsaubere Tore, wäre seinem Team aber eine noch größere Hilfe gewesen, wenn Trainer Kai Henning ihm im Abwehrverband zuvor auf der Halbposition die Zweikämpfe mit Benno Walter erspart hätte...

Dragons-Jubeltraube: Die Szenen am Ende glichen dem Finale im Hinspiel.

Auf jeden Fall nutzte die HSV das Momentum, glich beim 19:19 aus (47.) und legte zum 19:22 nach (54.). Elf Dragons-Minuten ohne Tor, ein 7:0-Lauf für den Gast. Wenn bei den Dragons in den vergangenen Wochen allerdings etwas stimmt, dann ist es die Moral. Und so kamen die Hausherren zurück in die Partie. Auch mit Hilfe von Maciej Dmytruszynski, den Mark Dragunski nach 52 Minuten brachte. Allein die Anwesenheit des polnischen Ex-Internationalen änderte das Spiel. Die HSV deckte den Hünen direkt kurz, die entstehenden Räume nutzten Raphael Krause und Malte Müller gerne aus. Und da der Gast nun auch vorne mithin den Kopf verlor, war beim 23:23 (57:55, Müller) der Ausgleich geschafft.

Die HSV nahm eine Auszeit, sammelte sich, doch Winkelsträters folgender Unterwurf landete zwei Meter neben dem Tor. Im Gegenzug krönte Benno Walter seine starke Leistung mit dem 24:23. Da blieben dem Gast noch 40 Sekunden. Doch Brinkmanns finaler Versuch von rechtsaußen landete nur am Außennetz. Der Rest war eine großen Dragons-Party. Die HSV hat fünf Spiele vor dem Ende drei Punkte Rückstand zum rettenden Ufer. Mit einer Leistung wie am Samstagabend dürfte für sie der Klassenerhalt nicht mehr zu schaffen sein.

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