Plettenberg/Werdohl muss beim Titelkandidaten aus Siegen ran

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Den TuS Hattingen rangen Jugoslav Lakic (Mitte) und die HSV Plettenberg/Werdohl in der Vorwoche nieder. Am Samstag aber wartet mit dem RSVE Siegen eines der absoluten Schwergewichte der Verbandsliga.

Werdohl - In der Tabelle der Handball-Verbandsliga rangiert der OSC Dortmund nach 20 von 26 Spielen zwar noch auf dem Platz, der zum Aufstieg berechtigt, Favorit auf den Titel ist jedoch der RSVE Siegen, der am Samstag (19.15 Uhr, Rundturnhalle Hubenfeld) Gastgeber der HSV Plettenberg/Werdohl ist.

Siegen hat einen Minuspunkt weniger auf dem Konto als der OSC – und ein Spiel weniger. Nur deshalb liegen die Siegerländer „nur“ auf dem Silberrang. 

Für HSV-Trainer Friedhelm Ziel ist der RSVE das kompletteste Team der Liga und außerdem eine Mannschaft, die sich vom Personal und der Vereinsstruktur her in der Oberliga behaupten könnte. „Vom Tempo her nur wenig langsamer als der TuS Hattingen, der wie keine andere Mannschaft gnadenlos aufs Gas tritt. Siegen hat schon im Hinspiel gegen uns gezeigt, wie stark ihr Gegenstoß und ihr Druck aus der Schnellen Mitte beziehungsweise dem erweiterten Gegenstoß heraus ist“, kann sich der HSV-Trainer noch gut daran erinnern, mit wie viel Dampf der Siegerland-Express auf seine Abwehr zugerollt kam. 

Technisch versiert, stark im Eins-gegen-eins, „eines ihrer Hauptangriffsmittel basiert darauf, die noch ungeordnete Abwehr des Gegners zu attackieren“, so Ziel. Komplett wird das erfolgreiche Spiel des RSVE durch seine Abwehr. 3:2:1 ist das System, das die Siegerländer bevorzugen. Sobald der Gegner einen Übergang zum Kreis spielt, wird ein Rückraumspieler manngedeckt, die Passwege werden zugestellt, Siegen setzt seine Kontrahenten taktisch geschickt unter Druck. „Da ist viel Bewegung gefordert“, hat Ziel seinen Spielern diktiert. 

„Im Vorjahr haben wir in Siegen richtig aufs Fell bekommen“, ist dem HSV-Coach das 23:34-Debakel im Gedächtnis geblieben. Diesmal soll es besser laufen, obwohl die Vorbereitung alles andere als optimal verlief. 

An ein Training in Mannschaftsstärke war nicht zu denken. Mit Markus Bluhm kann die HSV vorerst nicht planen. Verschleißerscheinungen in beiden Sprunggelenken setzen den Rückraumspieler für längere Zeit außer Gefecht. Winkelsträter ist angeschlagen, Lengelsen und Bardischewski meldeten sich krank – und zumindest Erstgenannter muss in Siegen passen. „Da sind den Zielen, die man für die Trainingseinheiten geplant hat, natürlich enge Grenzen gesetzt“, sagt der HSV-Coach. 

Dabei hätte er die Defizite, die ihm beim 26:23 gegen Hattingen aufgefallen sind, gerne aufgearbeitet. „Wir haben zwar nur 23 Gegentore kassiert, wir haben jedoch phasenweise schlecht eins gegen eins verteidigt und uns bei Kreuzungen ungeschickt angestellt. Das sollte uns in Siegen natürlich nicht passieren. Sonst wird es ganz schwer, dort zu bestehen“, prognostiziert Ziel.

HSV: Meckel, Gerstberger – Alissa, van der Hurk, Lakic, Lengelsen, de Liello, Scheuermann, Bardischewski, Winkelsträter, Esser, Scheerer

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