Handball-Verbandsliga

Verpasste Chance für HSV-Handballer

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Bester Torschütze und gleichzeitig Unglücksrabe des Abends: Michèl Lengelsen, hier gegen Moog.

Menden – Bergkamen – Die HSV Plettenberg/Werdohl bleibt auf dem vorletzten Tabellenplatz der Handball-Verbandsliga hängen, weil sie am Samstagabend eine sehr gute Möglichkeit ausgelassen hat, die Sporthalle Friedrichsberg des HC TuRa Bergkamen zu erklimmen. Von zwei verschenkten Punkten wollte Kai Henning nach der 24:26 (13:9)-Niederlage vor nur 100 Zuschauern nicht sprechen, der HSV-Trainer sagte aber deutlich: „Uns fehlen die Körner.“

Mit 14:9 und 15:10 hatten die HSV-Handballer kurz nach der Pause vorne gelegen, weil sie in der ersten Halbzeit vor allem sehr gut gedeckt und dank Dominic Meckel einen starken Rückhalt gehabt hatten. Aber dann kassierten Nils Scheuermann und Michèl Lengelsen kurz hintereinander Zeitstrafen, und die Bergkamener nutzten diese vier Minuten, um ins Spiel zurückzukehren. „Die erste Zeitstrafe war okay, die zweite war schwachsinnig“, sagte Kai Henning und ärgerte sich über das Schiedsrichter-Gespann, über Magnus Heywinkel und Carsten Korte, den Vizepräsidenten des Deutschen Handballbundes. Die Unparteiischen erreichten an diesem Abend bei Weitem nicht ihre Normalform – wie so viele andere auf der Platte auch.

Jedenfalls machte der HC TuRa aus dem 11:15 ein 13:15 und aus dem 13:16 eine 17:16-Führung. „Die beiden Zeitstrafen haben uns das Genick gebrochen“, meinte HSV-Coach Kai Henning. Dennoch hatten die Männer aus Plettenberg und Werdohl in diesem Fehler-Handballspiel in der Schlussphase die Möglichkeit, sich ein kleines bisschen zu belohnen, zumindest ein Pünktchen für den Kampf um den Klassenerhalt mitzunehmen.

Dreifacher Torschütze: Markus Winkelsträter.

24:23 lagen die Bergkamener vorne, als HSV-Torwart Dominic Meckel zum dritten Mal an diesem Abend ein Siebenmeter-Duell für sich entschied – diesmal gegen Linkshänder Dariusz Nowaczyk. Doch ausgerechnet Michèl Lengelsen patzte dann, und das auch noch zweimal. Zweimal suchte er vergeblich seinen rechten Rückraumspieler Pierre van der Hurk. Nach dem ersten Fehlpass zog TuRa-Rechtsaußen Philipp Moog alleine davon und verwandelte nach dem Gegenstoß zum 25:23, den zweiten, der wie so viele Bälle an diesem Abend sogar ins Seitenaus gegangen war, nutzte Bergkamens Trainer Thomas Rycharski, um 32 Sekunden vor dem Ende eine Auszeit zu nehmen. Anschließend traf dann, weil die offene Manndeckung der HSV nicht funktioniert hatte, Niklas Domanski zum 26:23.

Ein Vorwurf an Michèl Lengelsen, den siebenmaligen Torschützen? Klar, auch Kai Henning weiß, dass solche Bolzen eigentlich nicht passieren dürfen. Und es war auch nicht zu übersehen, dass der Spieler selbst total geknickt war. Kritik gab es aber keine, sondern einen aufmunternden Klaps auf die Wange. „Er hat in der Woche kaum trainiert“, sagte der 53-Jährige. Nicht nur mit einer Grippe, sondern auch mit Schulterproblemen hat sich Michèl Lengelsen herumgeplagt. Und dies ist genau ein entscheidender Punkt, wenn Kai Henning davon spricht, dass seinem Team die Körner fehlten. Ein Mann wie Michèl Lengelsen darf in dieser qualitativ nicht sehr breit aufgestellten Mannschaft eigentlich nicht schwächeln. Toni Bertrams

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