Die Taktik von HSV-Trainer Henning geht in Hamm auf

+
Markus Bluhm in Aktion: Seine Einwechslung zahlte sich aus. Bluhm lieferte ganz wichtige Impulse.

Werdohl - Beim Gastspiel von Handball-Verbandsligist HSV Werdohl/Versetal in Hamm fiel auf, dass die Henning-Sieben in manchen Situationen scheinbar mit angezogener Handbremse agierte. Vorgabe des Trainers, erklärt Henning, der eines unter allen Umständen vermeiden wollte: „dem ASV ins offene Messer zu laufen“.

Die Rechnung ging auf und einmal mehr bestätigte sich der Spruch, dass der Zweck die Mittel heiligt.

„Die taktischen Vorgaben wurden gut umgesetzt“, lobt Henning, wobei der Trainer am Samstagabend nicht nur auf die Stärken des Gegners achten musste. Unter anderem war Torwart Meckel nicht hundertprozentig fit und nach dem Ausfall von Michel Lengelsen genoss die Schonung der Reserven absolute Priorität.

Ein höheres Tempo hätte gegen die technisch versierten Hausherren schnell zu einer höheren Fehlerquote und Ballverlusten führen können, war sich Henning sicher.

Und wie ein Team wie der ASV Hamm II Profit aus solch einer Situation schlägt, hat das Hinspiel deutlich gezeigt. Fehler werden bestraft – schnell und konsequent. Also machte Werdohl einen Bogen um das „offene Messer“ und fuhr gut mit dieser Taktik.

„Mir ging es nur um die beiden Punkte. Das Hinspielergebnis mit Blick auf den direkten Vergleich kompensieren zu wollen, wäre ohnehin unrealistisch gewesen. Wir wollten in der Abwehr bewusst defensiv stehen und das hat funktioniert. 29 Gegentore – wenn man die Gegenstöße abzieht, bleiben rund 20 aus dem aufgebauten Angriff übrig – sind in Ordnung“, rechnet Henning vor, wohlwissend, dass die Zweitvertretung des ASV aufgrund der Situation im Verein und bereits angekündigter Wechsel sehr talentierter Spieler bei Weitem nicht mehr so stark wie im Hinspiel einzuschätzen war. Zudem gelang es Hamm nicht, den frühen Ausfall des ersten Kreisläufers (Nasenbeinbruch) aufzufangen.

„Wir haben das Beste aus unseren Möglichkeiten gemacht. Ich bin richtig stolz auf meine Mannschaft, die allen Widrigkeiten in dieser Saison zum Trotz konzentriert und gut gelaunt gearbeitet hat. Es war mir eine besondere Freude, diese Mannschaft trainiert zu haben“, bilanziert Trainer Kai Henning, der noch zwei Spiele mit der HSV vor der Brust hat, ehe er sich voll und ganz auf Schwelm konzentriert und das Ruder am Riesei an seinen Nachfolger Serkan Kahramann übergibt. - Von Markus Jentzsch

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare