HSV-Sieg gegen Hattingen ein Erfolg des Willens

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Für Marc Bardischewski (links) und Plettenberg/Werdohl zahlte sich die Unnachgiebigkeit in der Abwehr aus.

Werdohl - „Wir hatten zwei Ziele – und die haben wir beide erreicht“, analysierte Trainer Friedhelm Ziel von der HSV Plettenberg/Werdohl nach dem 26:23-Erfolg gegen den TuS Hattingen in der Handball-Verbandsliga.

Zum einen wollten die Lennetaler nicht mehr als 25 Gegentore kassieren gegen eine Mannschaft, die bisher im Schnitt mehr als 31 Treffer markiert hat. Und zum anderen wollten sie den direkten Vergleich für sich entscheiden. Auch dieses Vorhaben gelang, denn das Hinspiel verlor die HSV mit 26:28.

Ziels Schützlinge hatten nicht perfekt gespielt, aber erfolgreich. Perfekt zu spielen, das ist objektiv betrachtet gegen einen Gegner wie den TuS Hattingen auch schwer möglich. Die 4:2-Abwehr lässt keinen Raum für Fehler. Ständig setzen die Jakobs und Co. die Angreifer unter Druck. Der Ball muss schnell fliegen, um Lücken entstehen zu lassen und nutzen zu können. 

Schnelligkeit bedeutet aber erhöhtes Risiko. „Wir haben es spannend gemacht, ein wenig zu spannend“, sagte Ziel, spielte auf die vielen guten Möglichkeiten an, die zu nichts Zählbarem führten. Gegenstöße, gute Gelegenheiten, die seine Sieben liegen ließ. 

Taktisch hatte der Lüdenscheider seiner Mannschaft klare Vorgaben gemacht, wie gegen Hattingen vorgegangen werden sollte. „Auf keinen Fall gegen die Hohen“, erklärte er, dass die Angriffsaktionen gefälligst auf der Seite initiiert werden sollte, auf der die beiden „hohen Verteidiger“ nicht für Unruhe und enge Räume sorgen. 

Phasenweise lösten Lengelsen und Co. diese Herausforderung effektiv. Über 60 Minute hätte es durchaus ein wenig mehr sein dürfen, wenn es nach Ziel gegangen wäre. Aber der Coach ist ein Abwehrstratege. Und genau dort hat sich die HSV wieder ausgezeichnet. 23 Gegentore gegen Hattingen, das haben bisher nur Bommern (25:22) und Dortmund (35:20) geschafft. Ein elitärer Klub also, der im Stande ist, die Hattinger Tormaschinerie zu stoppen. 

Gegen Hattingen zu bestehen, ist auch eine Nerven- und Willensangelegenheit. Ohne die Bereitschaft zu rennen, tut man sich gegen die Osterloh-Sieben schwer. „Unser Rückzugsverhalten war gut“, lobte Ziel. Nur selten kamen die Hattinger zu einfachen Toren. „In den letzten 15 Minuten haben wir das Spiel dann nach Hause gekämpft“, resümierte der Trainer, dessen Schützlinge in der Schlussphase weiter konsequent arbeiteten, einen Tick konsequenter und effektiver als es Hattingen tat. 

Fazit: Es hat sich bestätigt, was Ziel schon vorher behauptete. Er hatte gesagt, dass seine Mannschaft mittlerweile stabil auf hohem Niveau verteidige. Den Applaus der zum Ende hin stehenden Zuschauerblöcke hatten sich van der Hurk und Co. redlich verdient.

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