Abwehrarbeit sorgt für HSV-Spektakel

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Trotz der frühen Roten Karte gegen Abwehrchef Marc Bardischewski (Mitte) blieb die HSV Plettenberg/Werdohl gegen Hohenlimburg stabil – und bot den Zuschauern ein echtes Spektakel.

Werdohl - „Der Match-Plan ist voll aufgegangen.“ So nüchtern stellte Trainer Friedhelm Ziel nach dem 30:23-Erfolg der HSV Plettenberg/Werdohl gegen die HSG Hohenlimburg fest, dass der Handball-Verbandsligist seine theoretischen Vorgaben perfekt in die Praxis umgesetzt hatte.

Natürlich strahlte Ziel dabei wie das berühmte Honigkuchenpferd und verewigte per Handykamera noch schnell den ausssagekräftigen Stand auf der Anzeigentafel. Und tatsächlich: Seine Spieler hatten jeden einzelnen Punkt der detaillierten Gegner-Analyse verinnerlicht - mit Folgen für das Simec-Team.

Die kollektiven wie individuellen Stärken der Hagener egalisierte Plettenberg/Werdohl dank einer 110-prozentigen Einsatzbereitschaft und einem taktisch blitzsauberen Verhalten. Ziel spendierte reichlich Szenenapplaus – ebenso wie der Vorstand und die vielen Anhänger, die am Samstag eine HSV in absoluter Topform erlebten.

Bis zum 1:4 habe Hohenlimburg sehr zielstrebig agiert, gab Ziel mit Blick auf die ersten fünf Minuten zu. Es folgte eine defensive Machtdemonstration, die schnell für klare Verhältnisse sorgte. „Meckel war top und wir haben aus der starken Abwehr heraus wieder zu unserem Gegenstoßspiel zurückgefunden“, resümierte ein glücklicher Coach.

Bemerkenswert war zudem die mannschaftliche Geschlossenheit. Eine Rote Karte gegen Abwehrchef Marc Bardischewski vor der 40. Minute hätte an manch anderen Abenden vielleicht zum Fiasko geführt. Gegen Hohenlimburg nicht. Jeder kämpfte für den anderen, die Mannschaft strahlte eine unglaubliche Freude am Spiel aus.

„Das hatte sich schon im Training angedeutet“, verriert Ziel. An zwei Trainingsabenden lag der Fokus auf der Hohenlimburg-spezifischen Abwehrarbeit. Und es sei „richtig geil gelaufen“, beschrieb der HSV-Trainer seine Eindrücke – genau so wie dann im Spiel. „Da kann man nur noch grinsen“, schloss er. Die Botschaft ist im Team angekommen: Gute Abwehrarbeit zahlt sich aus. So haben kürzlich die Denver Broncos in beeindruckender Manier den 50. Super Bowl gewonnen. So holte die Deutsche Nationalmannschaft den EM-Titel. Die HSV reiht sich also in eine namhafte Liste ein.

Bei aller Euphorie weiß Ziel genau, wie schwer es ist, dieses Niveau zu konservieren, diese Leistung Woche für Woche abzurufen. Wer den Lüdenscheider kennt, der ahnt, dass er genau das als seine Aufgabe ansieht.

Der Sieg hat nicht nur Spaß bereitet, er hat den Abstand zum Relegationsplatz auf vier Punkte vergrößert. Offenbar ist der HSV die Karnevalspause richtig gut bekommen. Sportlich scheint der Klub auf einem guten Weg, die Weichen für eine weitere Verbandsliga-Saison zu stellen. Jetzt müssen sich nur noch die personellen Fragen klären.

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