Geschwächte HSV ist trotz Niederlage so gut wie gerettet

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HSV-Shooter Marc Bardischewski (links) war gegen den ASV Senden abgemeldet und Plettenberg/Werdohl damit um eine seiner effektivsten Angriffswaffen gebracht.

Werdohl - Die Stimmung im Lager der HSV Plettenberg/Werdohl nach dem Abpfiff am Samstag sprach Bände. Natürlich schmerzte den Handball-Verbandsligisten die 19:27-Niederlage gegen den ASV Senden vor heimischer Kulisse. Manche Spieler wirkten niedergeschlagen, anderen war die emotionale Anspannung in ihre Gesichter geschrieben.

Es lag aber wohl nicht nur an dem Spiel an sich, denn gegen einen Tabellendritten in dieser Verfassung kann und darf man durchaus verlieren. Die allgemeine Situation scheint auf die Gemüter zu drücken und hier spielt die personelle Lage wohl die Hauptrolle. Sie ist mehr als bescheiden und eine Besserung scheint kurzfristig nicht in Sicht. 

„Das ist schade, denn wir haben eigentliche eine richtig gute Saison gespielt und unser Ziel frühzeitig erreicht. Jetzt bröckelt der gute Eindruck, weil uns die Optionen fehlen“, weiß Trainer Friedhelm Ziel. Senden hatte deshalb wenig Mühe, Plettenberg/Werdohl in Schach zu halten. „Gegen Bardischewski hatte Diethard von Boenigk einen sehr erfahrenen Spieler gestellt“, ergab Ziels Analyse. 

Die Folge: Bardischewski war praktisch ausgeschaltet und die HSV um eine ihrer effektivsten Angriffswaffen gebracht. Logisch, dass der Ziel-Sieben ohne Traumüller, Bluhm, Winkelsträter, Scharpe sowie Burzlaff, der aus der Reserve aushelfen sollte, die Hände gebunden waren. 

Wie groß aktuell die Unterschiede zwischen den Lennetalern und dem ASV sind, macht ein Blick auf das zurückliegende Trainingspensum deutlich. Während Ziel die Wochen um Ostern nutzte, um seine Sieben in Form zu halten, fuhr Senden das Programm herunter und regenerierte. „Da sieht man, wie viel Substanz, Erfahrung und Qualität in der Sendener Mannschaft steckt. Substanz, die wir derzeit nicht haben“, erklärte Ziel im Nachgang. 

Auf die Frage, wo denn das über weite Strecken der Saison so erfolgreiche Gegenstoßspiel geblieben sei, antwortete der Lüdenscheider knapp: „Das können wir uns bei dieser dünnen Spielerdecke nicht leisten“. Ein Großteil der Akteure muss tatsächlich fast 60 Minuten durchspielen. Verständlich, dass das nur mit einer dosierten Gangart funktioniert. Ein Teufelskreis, denn dadurch fehlen die leichten Treffer, was die Lage nochmals verschärft. 

Sorgen mache sich Ziel nicht, obwohl die Kellerkinder aus Recklinghausen und Herne überraschend punkteten. Hohenlimburg kann die HSV seit diesem Wochenende nicht mehr einholen, Vest Recklinghausen ebenfalls nicht, weil die HSV im direkten Vergleich die Nase vorn hat. Herne ist das einzige Team, das theoretisch noch an der Ziel-Sieben vorbeiziehen könnte. Der HSV-Trainer geht indes davon aus, dass sich das am nächsten Spieltag geklärt hat, wenn der HC beim Tabellenzweiten in Dortmund antritt.

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